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Hypo Alpe Adria Ein Debakel für Michael Kemmer

14.12.2009 ·  Als die Bayern LB vor zweieinhalb Jahren die österreichische Hypo Alpe Adria übernahm, wurde der Deal als Expansion in Mittel- und Osteuropa bejubelt. Doch das Geschäft entwickelte sich zum Milliardengrab.

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Als Expansion in Mittel- und Osteuropa wurde die Übernahme der österreichischen Hypo Alpe Adria durch die Bayern LB im Mai 2007 bejubelt. Doch der Deal entwickelte sich zum Miiliardengrab. Jetzt muss Landesbank-Chef Michael Kemmer seinen Posten räumen. Er hatte dem Geschäft als Finanzvorstand zugestimmt hatte.

Zwar übernimmt Österreich das schwer angeschlagene Institut in letzter Sekunde, doch kostet der Ausflug der Bayern ins Nachbarland den Steuerzahler 3,75 Milliarden Euro. Deutliche Kritik kam schon vom bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer. "Wenn man 3,75 Milliarden Euro abzuschreiben hat als Eigentümer der Landesbank, ergeben sich daraus Konsequenzen", sagte der CSU-Chef am Montag in München. "Ich habe immer die Frage gestellt, warum es zu den Aufgaben einer Landesbank gehört, sich auf dem Balkan zu engagieren."

Der 57 Jahre alte Kemmer galt als Sanierer und ausgewiesener Fachmann für Kreditrisiken. Seit März 2008 stand er an der Spitze der Bayern LB. Vorgänger Werner Schmidt hatte nach überraschenden Abschreibungen und Wertberichtigungen von 1,9 Milliarden Euro seinen Hut nehmen müssen. Gegen ihn ermittelt nun die Münchner Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Untreue beim HGAA-Kauf vor zwei Jahren - Schmidt bestreitet die Vorwürfe. Kemmer, gegen den nicht ermittelt wird, hatte die HGAA-Übernahme damals als Finanzvorstand begleitet.

Seine berufliche Karriere begann der promovierte Betriebswirt bei der Vereinsbank als Bilanzexperte und Fachmann für Kreditrisiken. Die Bank war damals der größte deutsche Immobilienfinanzierer. Nach der Fusion mit der bayerischen Hypo-Bank zur HypoVereinsbank im Jahr 1998 hatte Kemmer damit zu tun, Immobilien-Altlasten der Hypo-Bank aufzuarbeiten. Die Kreditrisiken erforderten damals Wertberichtigungen von 1,7 Milliarden Euro. Von 2002 an schlitterte die HypoVereinsbank (HVB) in die Verlustzone, Kemmer wurde zum Vorstand für das Risikomanagement berufen. Zur Sanierung gehörten die Abspaltung der Immobilien-Kreditrisiken in eine Abwicklungseinheit und Wertberichtigungen von insgesamt 4,4 Milliarden Euro. Nach der Übernahme der HVB durch die italienische Unicredit verließ Kemmer die Bank Ende 2005 und wurde Mitte 2006 Finanzvorstand der Bayern LB.

Nach seinem Amtsantritt als Vorstandsvorsitzender hatte Kemmer bei der Bayern LB ein Sanierungsprogramm eingeleitet, verbunden mit dem Abbau von 5600 der 19 200 Stellen. Zur Jahresmitte sah es so aus, als könne die Bayern LB in der Krise ein ausgeglichenes Ergebnis zeigen. Doch im November wurde sie von ihrem Osteuropa-Abenteuer eingeholt: Wegen fauler Kredite der HGAA musste Kemmer schon damals einen Verlust von mehr als einer Milliarde Euro ankündigen. Jetzt wird es noch viel mehr.

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