20.08.2010 · Einen Sturm der Entrüstung löste vorübergehend die Meldung aus, dass ein Drittel der 450.000 anfragenden Verbraucher bei der Kreditauskunftei Schufa Fehler in den eigenen Daten gefunden habe. Die Nachricht entpuppte sich als Falschmeldung. Doch das Interesse der Bürger an den Schufa-Daten ist enorm.
Von Joachim JahnDie Kreditauskunftei Schufa hat in den vergangenen vier Monaten rund 450.000 Verbrauchern Auskunft über die dort über sie gespeicherten Daten gegeben. Das sagten die beiden Vorstandsmitglieder Holger Severitt und Dieter Steinbauer der Zeitung „Die Welt“. Seit 1. April haben Bürger einmal im Jahr Anspruch auf einen kostenlosen Einblick; damals trat eine entsprechende Änderung des Bundesdatenschutzgesetzes in Kraft. Diese Selbstauskünfte führten täglich zu rund 4000 Nachfragen am Telefon, sagten die beiden weiter.
Die meisten der Anrufer hätten Fragen zum Verfahren, erklärten die Schufa-Vorstände. Eine weitere Gruppe versuche vergeblich, unangenehme Tatsachen aus der Datenbank löschen zu lassen. „Der Rest hat berechtigte Korrekturwünsche. Dabei geht es etwa um Konten oder Kreditkarten, die nicht mehr existieren.“ Diese Einträge würden umgehend getilgt.
Einen Sturm der Entrüstung löste allerdings vorübergehend aus, dass mehrere Nachrichtenagenturen daraufhin meldeten, ein Drittel der 450.000 Anfragenden habe Fehler in den eigenen Daten gefunden. Die SPD forderte eine „deutlich strengere Kontrolle“ der „schlampigen“ Arbeit von Auskunfteien. Auch die Bundeszentrale der Verbraucherverbände zeigte sich alarmiert. Die Schufa bezeichnete die Zahl von einem Drittel jedoch gegenüber dieser Zeitung als Falschmeldung, die auf einen unzutreffenden Vorabbericht der „Welt“ zurückgehe; einige Agenturen korrigierten daraufhin ihre Berichte.
In dem Interview selbst finden sich auch keinerlei Hinweise auf eine solche Größenordnung. Nach Angaben des Unternehmens gilt das Drittel lediglich für den Anteil der Personen, die einen falschen oder lückenhaften Eintrag entdeckt haben, unter jenen, die anriefen; diese seien aber wiederum nur ein kleiner Teil von all jenen, die zuvor eine Selbstauskunft über sich angefordert hätten. Die Stiftung Warentest kam kürzlich nach einer eigenen Stichprobe zu dem Ergebnis, ein Prozent der Schufa-Daten sei falsch und weitere 8 Prozent seien veraltet.
@Herr Brandt
Kurt Michler (Kurt.Michler)
- 20.08.2010, 17:33 Uhr
Die Schufa sollte jeden dafür dankbar sein
Stefan Neudorfer (sttn)
- 20.08.2010, 17:51 Uhr
Peinliche Aussagen
Gerd Loogan (GerdLoogan)
- 20.08.2010, 18:24 Uhr
Schon vor vielen Jahren
claus bronner (kritiker111)
- 20.08.2010, 18:50 Uhr
Mein Eintrag war völlig korrekt
Ulli Wohlmann (ulli1234)
- 20.08.2010, 20:53 Uhr
Joachim Jahn Jahrgang 1959, Redakteur der Wirtschaft in Berlin, zuständig für „Recht und Steuern“.
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