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HRE-Vorstandsvorsitzende Manuela Better Chefin einer Zombie-Bank

 ·  Manuela Better hat sich um den Sanierungsjob bei der maroden Hypo Real Estate nicht gerissen. In der vergangenen Woche stellte sie noch die Rückkehr in die Gewinnzone in Aussicht, zwei Tage später war klar: Die HRE braucht weitere 40 Milliarden Euro Staatsgarantien.

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Sie hat nicht die Ausstrahlung, um als erste Frau an der Spitze einer deutschen Großbank zu glänzen. Es ist aber zuallererst die Bank selbst, der jeder Glanz abhandengekommen ist. Die blasse Manuela Better und die marode Hypo Real Estate (HRE) sind alles andere als das Vorzeigepaar der deutschen Finanzindustrie. Falls es noch irgendeines Belegs für diese These bedurft hätte, ist er nun mit der abermaligen Rettung des verstaatlichten, ehemaligen Dax-Konzerns dank weiterer Staatsgarantien von 40 Milliarden Euro schonungslos vorgelegt worden. Der deutsche Steuerzahler steht bei der HRE inzwischen mit sagenhaften 142 Milliarden Euro im Risiko.

Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Niemand macht Manuela Better für dieses Milliardendesaster verantwortlich. Weder für die angespannte Liquiditätslage trifft sie die alleinige Schuld, noch ist es auf ihr Versagen zurückzuführen, dass die HRE schon vor wenigen Wochen als einzige deutsche Bank beim europäischen Stresstest durchgefallen ist.

Kritiker beschimpfen HRE als „Zombie-Bank“

Better hat sich um diesen Posten nicht gerissen, drängte sich nicht auf, sondern sagte pflichtschuldig ja, als ihr im März dieses Jahres der Sanierungsjob angeboten wurde. Jetzt muss die zierliche Frau mit der auffälligen Fön-Frisur retten, was vielleicht gar nicht mehr zu retten ist. Schon ihrem Vorgänger Axel Wieandt prophezeiten Kritiker vor zwei Jahren, ein Himmelfahrtskommando übernommen zu haben.

Aber Better hat in einem ihrer spärlichen öffentlichen Auftritte einen unverzeihlichen Fehler begangen, als sie am vergangenen Mittwoch, nur zwei Tage vor der Gewährung der Staatsgarantien, die vorzeitige Rückkehr in die Gewinnzone in Aussicht gestellt hat. Anstatt die Kapitalmärkte und die Öffentlichkeit behutsam auf den Garantie-Schirm vorzubereiten, machte Better das genaue Gegenteil und ließ die Fachwelt im Glauben, die Sanierung der HRE schreite schneller voran, als geplant. Den staatlichen Bankenrettern vom Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (Soffin) soll Betters Auftritt auf einer Bankentagung in Frankfurt ganz und gar nicht gefallen haben, war später zu hören. Banker schütteln darüber im Nachhinein den Kopf, so mancher Politiker ist empört, wie etwa der FDP-Finanzexperte Frank Schäffler, der die HRE als „Zombie-Bank“ beschimpfte.

Faule Unternehmensteile und Wertpapiere auslagern

Stein des Anstoßes ist ein einziger Satz: „Bezüglich der Gewinnzone für 2011 denken wir schon intensiv nach, und ich bin zuversichtlich, dass wir sie erreichen werden.“ War es ein Versehen? Oder einfach nur ungeschickt? Gemeint hat Better gewiss die rasche Genesung des Patienten, sobald die wichtigste Medizin verabreicht ist: Noch Ende dieses Monats kann die HRE faule Unternehmensteile und Wertpapiere von rund 200 Milliarden Euro in eine Bad Bank auslagern. Der kleinere Teil wird als Deutsche Pfandbriefbank AG vor allem langfristige Immobilienkredite mit nur geringen Ausfallrisiken vergeben. Das ist ein risikoarmes Geschäftsmodell, für das keine milliardenschweren Staatsgarantien mehr nötig sind.

Spötter in München sagen, die Deutsche Pfandbriefbank habe künftig genau jenen Zuschnitt, für den Better als Vorstandsvorsitzende geeignet sei. Dabei gilt die 49 Jahre alte Münchnerin, die fast ihre gesamte Karriere bei der HRE und deren Vorgängerinstituten verbracht hat, als ausgewiesene Risikoexpertin. 1988 macht sie eine Traineeausbildung in London, geht dann zur Bayerischen Vereinsbank nach München und bleibt dem Konzern lange treu. Nach einem Intermezzo bei der niederländischen FGH-Bank kommt sie 2004 zur neugegründeten HRE.

Große Reden überlässt sie lieber anderen

Weil sie dort den riskanten Kurs des Vorstandsvorsitzenden Georg Funke nicht mehr mittragen will, wechselt sie 2007 nach Hongkong und kehrt erst nach Funkes Rücktritt nach München zurück. Dort ist sie unter Wieandt Risikovorstand, arbeitet in einem Team, das nach der Lehman-Pleite schwierige Zeiten durchstehen muss. Doch als Wieandt entnervt von den Diskussionen mit den Berliner Beamten das Handtuch wirft, weil er sich in Fragen über die Mitarbeitervergütung heillos mit dem Soffin zerstritten hat, ereilt Better der Ruf ihres Aufsichtsratsvorsitzenden Bernd Thiemann. Sie zögert nur kurz, sicher auch in dem Wissen, dass kaum jemand den undankbaren Job mit Gehaltsdeckelung machen will. So wird sie in der Nacht vor der Bilanzpressekonferenz Mitte März Interimschefin.

Über ihr Privatleben ist wenig bekannt. Better ist ledig und kinderlos. In der Bank schätzen Mitarbeiter an ihr, dass sie gut zuhören könne. Große Reden überlässt sie lieber anderen. Das war schon bei ihrer öffentlichen Premiere so, in der Bilanzpressekonferenz der HRE, auf der sie eine Rede hält, die für ihren Vorgänger geschrieben war, und auch sonst irgendwie fehl am Platz wirkte. Am vergangenen Mittwoch, auf der Bankentagung in Frankfurt, hat sich Manuela Better ein einziges, unvorsichtiges Mal aus der Deckung gewagt. Wahrscheinlich bereut sie es jetzt.

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Jahrgang 1968, Wirtschaftskorrespondent in München.

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