Home
http://www.faz.net/-gqe-7p99y
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Hohe Auflagen für Fusion von E-Plus und Telefónica Monopolkommission fordert mehr Wettbewerb im Mobilfunk

Wettbewerbsökonomen sehen die geplante Übernahme von E-Plus durch Telefónica Deutschland (O2) kritisch. Damit der Wettbewerb auch nach der Fusion funktioniere, müsse sichergestellt werden, dass es in Deutschland weiterhin vier Anbieter auf dem Mobilfunkmarkt gebe.

© dpa

Die deutsche Monopolkommission erwartet von der Europäischen Kommission sehr weitgehende Auflagen für die geplante Übernahme von E-Plus durch Telefónica Deutschland (O2), damit der Wettbewerb keinen Schaden nimmt. Dazu müsse es auch nach der Fusion vier Anbieter auf dem deutschen Mobilfunkmarkt geben, sagte ihr Vorsitzender Daniel Zimmer der F.A.Z.

Helmut  Bünder Folgen:

Mit abstrakten Zugeständnissen und Angeboten sei es dabei nicht getan. Nach Auffassung der Monopolkommission müssten die Brüsseler Kartellwächter ihre Freigabe an die Bedingung knüpfen, dass Telefónica einen Käufer präsentiert, der „einen wesentlichen Teil der Geschäftsaktivitäten“ übernimmt. „Bevor der Zusammenschluss vollzogen werden kann, müsste garantiert sein, dass dieser Erwerber als neuer vierter Anbieter auftreten kann“, meinte Zimmer. Der Verengung des Marktes auf drei etwa gleich große Anbieter steht die Monopolkommission schon deshalb sehr kritisch gegenüber, weil mit E-Plus ausgerechnet das Unternehmen verschwinden würde, das den Markt bisher am stärksten aufgemischt hat. Auch in der Kommission gibt es Bedenken. Sie hatte deshalb schon im Dezember eine vertiefende Prüfung der Übernahme eingeleitet, die sich Telefónica 8,6 Milliarden Euro kosten lassen will. Durch den Zusammenschluss entstünde der nach Kundenzahlen größte deutsche Mobilfunkanbieter. Eine Entscheidung soll bis zum 23. Juni fallen.

Ein erstes Paket von Zugeständnissen, mit dem Telefónica im April auf die Kommission zugegangen war, reichte den Wettbewerbshütern nicht aus. Inzwischen hat der Konzern sein Angebot nach Angaben eines Sprechers „nachjustiert“. Zum Inhalt äußerten sich weder die Kommission noch die beteiligten Unternehmen. Erwartet wird, dass das fusionierte Unternehmen einen Teil seiner Funkfrequenzen wird abgeben müssen. Die Marke „E-Plus“ wird nach einer Fusion wohl endgültig vom Markt verschwinden. Für Vertragskunden bliebe es dann bei der Marke „Base“. Auch das sich teils überlappende Angebot an Prepaid-Marken müsste neu zugeschnitten werden, hieß es aus Unternehmenskreisen. Eine endgültige Entscheidung über das künftige Markenportfolio steht allerdings noch aus. „Dafür ist es zu früh. Wir stecken noch mitten im Freigabeverfahren“, sagte ein Sprecher.

Quelle: F.A.Z.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Die SMS ist auf dem Rückzug Mobilfunkpreise sinken weiter

Der Wettbewerb im deutschen Mobilfunk ist auch nach der Fusion von O2 und E-Plus noch vorhanden. Die Preise gehen vorerst weiter zurück. Das muss aber nicht so bleiben. Auch bei den EU-Roaminggebühren ist für den Verbraucher nicht alles rosig. Mehr

26.06.2015, 09:51 Uhr | Finanzen
Wirtschaft EZB-Ankauf von Staatsanleihen

Die EZB würde gerne Staatsanleihen von Krisenländern kaufen und damit ihre Zinslast erleichtern. Wahrscheinlich wird der Europäische Gerichtshof das auch erlauben – allerdings unter Auflagen. Mehr

17.01.2015, 14:28 Uhr | Wirtschaft
Frequenzen fürs Internet Mobilfunk-Auktion bringt deutschem Staat fünf Milliarden ein

Fachleute sind überrascht: Die Auktion von Mobilfunkfrequenzen für das schnelle Internet ist mit einem höheren Erlös zuende gegangen als erwartet. Mehr

19.06.2015, 12:24 Uhr | Wirtschaft
Nach Treffen mit IWF-Chefin Varoufakis verspricht Kredit-Rückzahlung

Der griechische Finanzminister Giannis Varoufakis hat zugesagt, dass Griechenland alle vereinbarten Auflagen gegenüber seinen Gläubigern unbegrenzt einhalte. Derzeit ringen Gläubiger und die Regierung in Athen um die Auszahlung der letzten Kreditrate des auslaufenden Hilfsprogramms in Höhe von 7,2 Milliarden Euro. Mehr

06.04.2015, 10:26 Uhr | Politik
Textilverleger Andreas Zimmer Auch die Queen ist unsere Kundin

Die Firma bietet Tapeten, Textilien, Möbel und, wenn es sein muss, auch Bettwäsche an: Was Apple in der Computerbranche ist, ist Zimmer und Rohde in der Textilindustrie – Top-Klientel inklusive. Mehr Von Stephan Finsterbusch, Oberursel

23.06.2015, 13:22 Uhr | Stil
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 12.05.2014, 18:19 Uhr

Eine neue Tarifwelt?

Von Heike Göbel

Bahn und Lokführergewerkschaft haben sich auf einen Tarifvertrag geeinigt. Das ging aber nur mit Hilfe der Schlichter. Ein normaler Tarifkonflikt war das nicht. Mehr 7


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --
Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden

Grafik des Tages Immer weniger Zinsen

Für Anleihen werden immer weniger Zinsen gezahlt. Das Niveau im Euroraum hat sich dabei mittlerweile dem von Japan angenähert. Mehr 1