http://www.faz.net/-gqe-7530e
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 15.12.2012, 10:58 Uhr

Hoffnung für Nachrichtenagentur Ehemaliger N24-Chef soll dapd retten

Ulrich Ende, ehemalige Chef des Nachrichtensenders N24, und weitere Investoren haben der insolventen Nachrichtenagentur dapd Hilfe angeboten. Die Übernahme soll im Januar erfolgen.

© dapd, F.A.Z.

Der ehemalige Chef des Nachrichtensenders N24, Ulrich Ende, soll die insolvente Nachrichtenagentur dapd retten. Eine Vereinbarung mit Ende und anderen, nicht genannten Investoren stehe in den Grundzügen, teilte dapd-Insolvenzverwalter Christian Köhler-Ma am Freitag mit.

Noch vor Weihnachten sollen die neuen Eigentümer eine siebenstellige Kapitalspritze geben, um den Weiterbetrieb der Agentur zu sichern. Im Januar will Köhler-Ma die Übernahme perfekt machen. „Die Vereinbarung mit Ulrich Ende bietet gute Chancen für den Erhalt der bestehenden Arbeitsplätze bei der Nachrichtenagenturgruppe“, sagte Köhler-Ma. „Voraussichtlich sind keine größeren Personalanpassungen über die bereits ausgesprochenen Kündigungen hinaus nötig.“

Ein Drittel der Mitarbeiter entlassen

Die Agentur hatte kürzlich 98 der rund 300 Arbeitsplätze gestrichen und den neuen Sport-Dienst eingedampft. Ende muss bei dapd ohne deren bisherigen internationalen Nachrichten-Lieferanten Associated Press (AP) auskommen. Köhler-Ma und Sanierer Wolf von der Fecht schlossen einen Vergleich mit der amerikanischen Agentur, die dapd nur noch bis Ende Januar mit Nachrichten aus dem Ausland beliefert.

AP hatte überraschend den deutschen Marktführer dpa als neuen Partner gewählt, obwohl der ein eigenes Auslandskorrespondenten-Netz betreibt. Ob und wie AP ersetzt werden soll, blieb am Freitag offen. Die Agentur dapd war vor drei Jahren entstanden, als die Finanzinvestoren Peter Löw und Martin Vorderwülbecke als Eigner der Nachrichtenagentur ddp den deutschsprachigen Dienst von AP übernahmen und beide Dienste fusionierten. Der deutsche Nachrichtenmarkt gilt als einer der am härtesten umkämpften der Welt. Deutschsprachige Nachrichten verbreiten auch die Agenturen Reuters und AFP.

Mehr zum Thema

Quelle: FAZ.net mit Reuters

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Radioshow sanft & sorgfältig Böhmermann und Schulz gehen zu Spotify

Jan Böhmermann und Olli Schulz machen weiter mit ihrer Radioshow sanft & sorgfältig – nur nicht mehr im Radio. Mitte Mai soll es bei Spotify weitergehen. Für die öffentlich-rechtlichen Sender gibt es wohl nicht einmal eine Abschiedssendung. Mehr

26.04.2016, 10:23 Uhr | Feuilleton
Spotify, Netflix & Co. So lernen Streaming-Dienste, was ihren Kunden gefällt

Zehn Jahre nach der Gründung des Streaming-Dienstes Spotify ist Streaming in aller Munde. Die Video- und Musikplattformen versuchen, sich durch besonders gute Empfehlungssysteme von ihren Mitbewerbern abzuheben. Mehr

14.04.2016, 02:00 Uhr | Wirtschaft
Überfahrt nach Italien Offenbar Hunderte Flüchtlinge im Mittelmeer ertrunken

Ein Boot voller Flüchtlinge ist auf den Weg von Ägypten nach Italien verunglückt. Hunderte Menschen sind offenbar im Mittelmeer ertrunken. Offizielle Stellen wie das UN-Flüchtlingshilfswerk versuchen, die Informationen zu bestätigen. Mehr

18.04.2016, 16:10 Uhr | Politik
Öffentlicher Dienst Tarifverhandlungen gehen in entscheidende Phase

Nach tagelangen Warnstreiks gehen die Gespräche zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern in die entscheidende Phase. Verdi fordert für die 2,1 Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst sechs Prozent mehr Geld. Und hofft auf ein besseres Angebot der Arbeitgeber. Mehr

28.04.2016, 16:58 Uhr | Wirtschaft
Journalismus-App von Quartz Liest du noch, oder chattest du schon?

Diese App des Magazins Quartz könnte die Informationsgebung umstürzen: Sie fordert die Nutzer auf, mit ihren Nachrichten zu reden. Und die tun das sogar. Doch was bringen sie in Erfahrung? Mehr Von Adrian Lobe

28.04.2016, 21:04 Uhr | Feuilleton

Es ist Zeit für weniger Vorbehalte 

Von Heike Göbel

Vieles, was die AfD fordert, würde ernsthaft diskutiert, käme es von einer etablierten Partei. Ein Kommentar vor dem Auftakt des Parteitages der Rechtspopulisten. Mehr 1 106


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Sozialverband für mehr Rente „Wir schaffen mehr Reichtum mit weniger Arbeit“

Gerade die Sozialverbände warnen vor Altersarmut und prangern ein stabiles Rentenniveau an. Einer ihrer Chefs erklärt, wieso das möglich sei trotz der alternden Gesellschaft. Mehr 12 4

Abonnieren Sie den Newsletter „Wirtschaft“