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Höchster Verlust in der Firmengeschichte GM bietet 74.000 Mitarbeitern Abfindung an

12.02.2008 ·  Rekordverlust für Amerikas größten Autohersteller: Jetzt schnürt General Motors ein Abfindungspaket für 74.000 Mitarbeiter. Denn die Geschäfte in Europa und Amerika laufen immer schlechter. GM führt dies auch auf einen „deutlich schwächeren Markt in Deutschland“ zurück.

Von Roland Lindner und Hennig Peitsmeier, New York und Frankfurt
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Der amerikanische Autohersteller General Motors (GM) hat den größten Verlust seiner Geschichte verbucht. GM weist für 2007 einen Nettoverlust von 38,7 Milliarden Dollar aus. Das ist ein Negativrekord für die gesamte amerikanische Autoindustrie. Der Verlust ist vor allem auf eine Abschreibung zurückzuführen, die General Motors bereits im November angekündigt hat. Allerdings hat sich nun im vierten Quartal auch das operative Geschäft erheblich eingetrübt, vor allem im amerikanischen Heimatmarkt und in Deutschland.

Vor diesem Hintergrund hat General Motors am Dienstag weitere Sparmaßnahmen angekündigt. Das Unternehmen bietet allen seinen 74.000 amerikanischen Mitarbeitern in der Fertigung eine Abfindung an. GM hat sich bereits in einem vor mehr als zwei Jahren gestarteten Sanierungsprogramm von 34.000 Beschäftigten getrennt. Ziel des neuen Sparprogramms ist es nicht in erster Linie, die Belegschaft zu reduzieren, sondern ältere und besser bezahlte Beschäftigte durch billigere Kräfte zu ersetzen. Das ist möglich, nachdem sich General Motors vor wenigen Monaten mit der Autogewerkschaft UAW in einem neuen Tarifvertrag auf ein mehrstufiges Gehaltssystem geeinigt hat. Auch Ford hat vor wenigen Wochen angekündigt, allen 54.000 Mitarbeitern in amerikanischen Werken Abfindungspakete anzubieten. GM-Vorstandsvorsitzender Rick Wagoner wollte keine konkreten Angaben dazu machen, von wie vielen seiner Mitarbeiter sich GM tatsächlich trennen will und in welchem Umfang sie ersetzt werden sollen.

Verlust wegen Abschreibung latenter Steuern

Der Verlust für das Gesamtjahr geht in erster Linie auf eine Abschreibung auf latente Steuern von 38,6 Milliarden Dollar zurück, die GM schon für das dritte Quartal vorgenommen hat. Die Abschreibung bedeutet, dass GM in der Zukunft nicht mit ausreichend hohen Gewinnen rechnet, um in der Vergangenheit erworbene Ansprüche auf Steuerersparnisse nutzen zu können. Sie ist also insofern ein Zeichen für schwache Geschäftsaussichten.

Im vierten Quartal hat sich die wirtschaftliche Lage bei GM im Vergleich zum Vorjahr erheblich eingetrübt. Im Gesamtkonzern wies das Unternehmen einen Nettoverlust von 722 Millionen Dollar aus, nachdem es im Vorjahr noch einen Gewinn von 950 Millionen Dollar erwirtschaftet hatte. Zu den größten Schwachpunkten gehörte der amerikanische Heimatmarkt, der GM nun schon seit mehreren Jahren Sorgen macht. GM wies in Amerika einen Verlust von 1,3 Milliarden Dollar aus, im Vorjahr lag der Verlust noch bei 30 Millionen Dollar.

„Deutlich schwächerer Markt in Deutschland“

Auch in Europa hat sich die Lage eingetrübt: Im vierten Quartal gab es hier einen Verlust von 445 Millionen Dollar, im Vorjahr lag der Verlust noch bei 154 Millionen Dollar. GM führt dies auf einen „deutlich schwächeren Markt in Deutschland“ sowie ungünstige Währungsrelationen zurück. Das Unternehmen wies darauf hin, dass es im Gesamtjahr 2007 ohne Sonderfaktoren ein positives Ergebnis von 55 Millionen Dollar gegeben habe. Diesen Gewinn in Europa verdankt GM der Marke Opel/Vauxhall, auf die etwa 80 Prozent des gesamten Geschäfts entfällt.

Die schwedische Marke Saab steckt dagegen unverändert in der Verlustzone, und es ist auch für das laufende Jahr keine Besserung in Sicht. Frühestens 2010 könnte Saab die Gewinnschwelle erreichen, die früheren Angaben zufolge bei einem Absatz von 180.000 Autos liegt. Davon sind die Schweden aber mit zuletzt nur 125.000 verkauften Autos noch weit entfernt. Sowohl bei Saab als auch bei Opel in Rüsselsheim stellt man sich auf ein schwieriges Jahr 2008 ein. Der Opel Vectra und auch die beiden Saab-Modelle 9-3 und 9-5 verkaufen sich nur sehr schleppend und das wichtige neue Mittelklassemodell Insignia kommt als Vectra-Nachfolger erst sehr spät auf den Markt. Die in die Jahre gekommenen Saab-Modelle, die ebenso in Rüsselsheim vom Band laufen, sollen sogar noch später ersetzt werden.

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Jahrgang 1970, Wirtschaftskorrespondent in New York.

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