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Hinter den Kulissen Das Tagebuch einer Amazon-Packerin

 ·  In der Vorweihnachtszeit boomt das Geschäft, unzählige Leiharbeiter füllen die Lager von Amazon. Unsere Autorin hat im Versandzentrum Graben bei Augsburg gearbeitet. Dort wurde sie von Mitarbeitern kontrolliert und eingeschüchtert.

Artikel Bilder (7) Lesermeinungen (187)
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Moschus Ochs

@Lutzmann

Apologetischer Mist!
Mehr ist dazu nicht zu sagen.

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Sahin  Mods

Verkehrte Welt...

Danke an die Studentin, die bereit gewesen ist selbst Erfahrungen zu sammeln und es fehlt der Dame ganz sicher nicht an ''Lebenserfahrung''.
Wie man dort mit den Menschen umgeht ist eine brutal schlechte Mentalität, die hier von einigen unterstützt wird (wen wundert es) und es gibt wohl nichts schlimmeres als in so einer Situation zu sagen: "Amazon ist super" - an Taktlosigkeit nicht zu überbieten.

In diesem Unternehmen arbeiten Mensche (kaum zu glauben, oder?) die sich den Hintern aufreißen, um sich ihre Existenz aus eigener Kraft zu sichern und das was die Wenigsten dieser Leute gebrauchen können, ist diese Art von Mensch, die so solche kopflosen Kommentare wie: "Niemand wird gezwungen bei Amazon zu arbeiten" raushauen und Menschen die solche Praktiken unterstützen.

Wer keine Qualifikationen besitzt ist g e z w u n g e n sind diese Art von Arbeit auszuüben.

Verkehrte Welt! So wir ihr Euch die Welt gestaltet.... ist sie eine falsche Welt!

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Sahin  Mods

Welch Mentalität einiger Kommentatoren

Was hat das bitte mit ''fehlender Lebenserfahrung'' zu tun?
Diese Art, wie man mit den Menschen dort umgeht ist eine brutal schlechte Mentalität, die hier von einigen unterstützt wird (wundert mich nicht) und es gibt wirklich nichts dümmeres als in so einer Situation zu sagen: "Amazon ist super" - an Taktlosigkeit ist so eine Aussage nicht mehr zu überbieten!

In diesem Unternehmen arbeiten Mensche (kaum zu glauben, oder?) die sich den Hintern aufreißen, um ihre Existenz sichern zu können und das was sie wenigsten gebrauchen können ist diese Art von Mensch, die so solche kopflosen Kommentare wie: "Niemand wird gezwungen bei Amazon zu arbeiten" raushauen.

Es gibt Menschen die keine Qualifikationen besitzen und g e z w u n g e n sind diese Art von Arbeit auszuüben. (Oder sonstige Gründe)

Verkehrte Welt! So wir ihr Euch die Welt gestaltet.... ist eine falsche Welt!


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Andreas Wilfling

Moderne Sklaven

Tja, soweit zu menschenwuerdigen Arbeitsbedingungen im modernen Deutschland. Ob sich die ach so aufgebrachte Ursula von der Leyen traut, einen unangekuendigten Besuch abzustatten bei Amazon und sich nicht hinter Kommissionen, die sie einsetzten will, versteckt haelt ? Wahrscheinlich hat sie wichtigere Agenden als ein paar niedrigstbezahlte moderne Sklaven. Amazon ist aufgeflogen, aber es gibt sicher mehrere noch drastischere Beispiele, wenn man sie den finden will.

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Joachim Mense
Joachim Mense (JMense) - 24.02.2013 10:30 Uhr

Jammertal??

Als kleine Anregung für alle Foristen hier, welche sich über das große Jammertal ausbreiten: Verbesserungen, Fortschritt, Innovationen hat es im Verlauf der Geschichte immer nur gegeben, weil irgendeiner die 'Zustände angeprangert' hat - und dann nach geeigneten Lösungen gesucht wurde. Die Beharrer hier, die sich in der Vorstellung suhlen, Arbeit müsse hart und schlecht bezahlt werden, negieren die gesamte Sozial- und Wirtschaftsgeschichte der Menschheit. Sie vergessen, dass Produktivität (durch Maschinen, aber vor allem durch Können, Bildung, Geschick) und Chancengleichheit das entscheidene Momentum für Wachstum und Wohlstand darstellen. Wer Ausbeutung gut heißt, der will zurück in das hochmittelalterliche Feudalsystem. Und ganz nebenbei: Die Wirtschaftsverbände lachen sich bei so viel geäußerten Helotentum ins Fäustchen...

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 24.02.2013 21:10 Uhr
Joachim Mense
Joachim Mense (JMense) - 24.02.2013 21:10 Uhr

Das erzählen Sie mal den ehemaligen DDR-Bürgern...

dass sie ihre Revolution wegen Gier und sonstigen Haltlosigkeiten durchgeführt haben. Die moderne Verhaltensforschung weiß schon längst, dass altruistische Gesellschaften noch immer besser funktioniert haben (z.B. weil sie stabiler sind), als irgendwelche Egomanen-Fabriken. Diese ganze Ideologie von dem Recht des Stärkeren ist in der Evolutionsbiologie kalter Kaffee und wer mal in die Weltgeschichte schaut, wird's bestätigt sehen überall. Und noch etwas zum 'gierigen Unternehmertum', welches angeblich Innovator ist... Wissen Sie noch, wer Schlecker war? Eben! Ich kenne höchst erfolgreiche Mittelständler, die nicht gierig sind, ihre Arbeitnehmer schätzen und fördern, fair mit ihren Kunden umgehen, zwar etwas auf Wachstum verzichten, aber dafür stabil Jahr für Jahr voran kommen. Deren Eigentümer so niedere Beweggründe zu unterstellen, grenzt an Beleidigung!

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Sabine Mersmann

"Lead", "Pick", Co-Worker" ...

and so on sind doch Begriffe der englischen Sprache, oder nicht? Was beschwert sich dann die Autorin? Nach meinem Dafürhalten ist das genug an Anglzismen. Wer mehr davon will, soll im höheren Management eines deutschen Großkonzerns einsteigen.

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Nadie Nessuno

The Lucifer Effect -Zimbardo und die Gleichstellung

Viel Raum nehmen die Einschüchterungsgefühle der Autorin ein. Besonders eine weibliche Führungskaft schüchtert sie ein.
Stephen Zimbardo ( "The Lucifer Effect", siehe Kommentar gestern) berichtet im Vortrag "The psychology of evil" ("Evil ist the exercise of power") auf Youtube von einem Experiment. Testpersonen quälen auf Befehl eines Versuchsleiters einen Hund mit immer stärkeren Stromstössen, angeblich um Wohlverhalten zu erzwingen. 50 % der männliche Testpersonen foltern den jaulenden Hund gehorsam bis zur höchsten Stromstärke. Und die dem empfindsamen Geschlecht angehörenden Testpersonen? Sie folgen zu 100 % nicht ihren Gefühlen, sondern den strengen Anweisungen des autoritär und sicher auftretenden Versuchsleiters. Der Hund klagt erbärmlich. Aber keine einzige Dame verweigert den Gehorsam.
Der Strom ist in Wahrheit immer sehr schwach.
Demnach würde Gleichstellung mehr Mobbing bedeuten, wenn Vorschriften zu Mobbing führen können. So wie hier offenbar. Macht ist doch sonderbar.

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Burkhard Bortz

Lebenserfahrung !!

Ich glaube der Autorin, eine junge Studentin, fehlt hier doch noch eine gewaltige Portion an Lebenserfahrung, um die reale Arbeitswelt beurteilen zu können. Wer in der Frühschicht arbeitet, steht um 4 Uhr auf. Zu früh?? Einfluss auf die Arbeitszeiten haben die wenigsten Arbeitnehmer im Schichtdienst. Verpflegung und Unterkunft? Soll das alles im 5 Sterne Bereich liegen, sicher nicht! Sprachen? Die Arbeitssprache ist Deutsch. Das ist so. Ich ergreife nicht Partei für Amazon und Arbeitnehmer dürfen nicht ausgebeutet oder schikaniert werden, aber für Hilfsarbeiten gibt es oft weniger als 9,50 Euro die Stunde und die Arbeiter verpflegen sich selbst und fahren täglich zur Arbeit. Die Autorin wusste das alles bei Arbeitsbeginn.

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Eberhard Knapp
Eberhard Knapp (eknapp) - 23.02.2013 18:32 Uhr

Schön gejammert

von Studenten, die mitten im Semester (Dezember!) für 9,50€ die Stunde doch sage und schreibe 8 Stunden am Tag (ohne Pause und Anfahrt, diese miesen Ausbeuter!)arbeiten "müssen"! Wie wäre es denn, die Studienplätze für frei zu machen für die, die wirklich studieren wollen?

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 24.02.2013 08:59 Uhr
gert kock
gert kock (gertKo) - 24.02.2013 08:59 Uhr

@Knapp : "Mitten im Semester !" Stimmt bei MINT Fächern wäre es ein NO-GO

sich im Dezember 3 Wochen komplett auszuklinken. Da werden in MINT - Fächern Zwischen-Klausuren geschrieben, Aufgabenblätter, Testate sind abzuliefern um überhaupt die Punkte zusammenzukriegen damit man am Semesterende die Klausur schreiben darf. Von Seminarvorträgen, Projektarbeiten, etc. ganz zu schweigen. Man könnte sich auch nicht erlauben 3 Wochen lang alle Vorlesungen zu verpassen !!! Damit könnte das ganze Semester verloren sein. Schon schlimm genug war, wenn man mal unverschuldet krankheitsbedingt 1-2 Woche ausfiel, da hatte man ziemlich viel nachzuarbeiten, um den Anschluss nicht zu verpassen.

Irgendwo unverschämt, wenn solche SoziIrgendwas-Studis soviel Zeit überhaben mitten im Semester.

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Rudi Mentaire

Buchtipp: "Those Crazy Germans"

...erhältlich bei Amazon.

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Hans-Peter Trimborn

Alex Huxley und Hans-Peter Trimborn

Wenn Alex Huxley sehen könnte, was aus seiner Vision geworden ist. Um so schlimmer, dass in meinem aktuellen neuen Buch "I CALL YOU!!!" genau diese Rahmenbedingungen als Fiktion wahr geworden sind.

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Closed via SSO

Leiharbeit? - Nein danke

Eine Firma, die ausschließlich aus Leiharbeitern besteht hat in Deutschland nichts verloren. Ich werde vorerst nichts mehr bei Amazon bestellen.

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Alexander Lörrach

Weniger jammern?!

Das Schlimme ist doch, dass genau in diesem Moment anscheinend ziemlich viele Menschen unter den geschilderten Bedingungen arbeiten! Was würden die sagen, wenn man ihnen empfehlen würde, dass sie einfach ein bisschen weniger jammern sollen (wie das hier einige Leser empfehlen)?

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Manfred Hellwig
Manfred Hellwig (die3ms) - 23.02.2013 00:30 Uhr

Ganze Reihe von Verstößen!

Der Bericht schildert eine ganze Reihe von Verstößen, z.B. auch gegen das Arbeitszeitgesetz, da die Pause von mindestens 30 Min. nicht eingehalten wird. Der Weg zur Kantine wäre z.B. Arbeitszeit (da am Arbeitsplatz essen nicht erlaubt ist). Dieser Weg zählt auch als Arbeitsunfall, wenn was passiert. Verunglücken in der Kantine beim Essen ist kein Arbeitsunfall.
In dere Regel beginnt die Arbeitszeit nach Betreten des Firmengeländes, spätestens bei Betreten des Betriebsgebäudes abends umgekehrt. Deshalb steht in der Regel die Stechuhr beim Eingang des Betriebsgeländes.
Eine Vorschrift, die es verbietet, über Gesetzesverstöße zu informieren, ist nichtig.
Hoffentlich ändert sich jetzt was, seit wenigen Tagen gibt es hier einen gewählten Betriebsrat, der bereits vorher gesetzlich vorgeschrieben war aber nicht gewählt wurde.

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Albrecht L.  Schmidt

Ich bin entäuscht!

Von der FAZ erwarte ich Qualitätsjournalismus! Nicht so etwas!

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 23.02.2013 10:40 Uhr
Markus Dres
Markus Dres (dres1988) - 23.02.2013 10:40 Uhr

Sachlich: vielleicht! Aber auch genau?

Der Artikel ist vom Grundtenor recht nüchtern geschrieben, hat aber dennoch einige Schwächen:

so erfahren wir zwar, dass das Frühstück für die Frühschicht um 4 Uhr Morgens war... wann die Frühschicht beginnt, erfährt der Leser nicht. Dafür wissen wir, dass die Autorin in der Spätschicht arbeitet, auch wann die Spätschicht beginnt. Nur um welche Uhrzeit das Mittagessen für die Spätschicht war, wird uns nicht mitgeteilt. Das ist ziemlich blöd, wenn die Autorin impliziert, dass Essens- und Schichtzeiten nicht zueinander gepasst hätten!
Zudem klingt in dem Artikel an, dass Sie - aufgrund zu weniger Unterkünfte - sie in einer Ausweichsunterkunft, die sehr weit außerhalb gelegen hat, gelebt hat. Der Artikel suggeriert, dies wären die Bedingungen für alle Mitarbeiter gewesen: nur erfährt man nicht, wo die regulär untergebrachten Mitarbeiter gewohnt haben. Entsprechend kann ich mir kein Urteil darüber erlauben, ob Amazon hier systematisch arbeitet oder nicht.

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Stefan Hobeditz

anständige Kritik

also was erwartest Du? Die Überschrift war "Das Tagebuch ...", ich verstehe die Welt der FAZ Leser sowieso nicht, im Allgemeinen alle Webseiten mit Kommentarmöglichkeit. Der Artikel ist bei zweimaligem Durchlesen immer noch sehr sachlich und genau geschrieben und so wird es auch ablaufen. Also wo ist das Problem und bislang habe ich noch nicht viele Erlebnisberichte von Amazon&Co in den großen bekannten Online-Medien gelesen.

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Max Zenker
Max Zenker (Croton) - 22.02.2013 20:13 Uhr

Cum grano salis...

Die beschriebenen Verhältnisse sind objektiv vollkommen in Ordnung und sogar großzügig (Lohn, Arbeitszeiten, Transfer, Verpflegung). Jedoch scheint eine extrem unangenehme Arbeitsatmosphäre zu herrschen. Dies scheint hier das eigentliche Problem zu sein - und tritt meiner Beobachtung nach häufig in amerikanischen Unternehmen auf, da es wohl einfach einen gewaltigen Mentalitätsunterschied gibt...
Auch aus Studienzeiten habe ich die Vergleichsmöglichkeit mit einigen großen Elektronikmärkten der deutschen Metro. Dort war ich über eine Agentur in den verschiedensten Märkten im Weihnachtsgeschäft eingesetzt und das Bild war sehr differenziert - Ein paar Märkte in denen es ablief wie hier geschildert, waren sicher nicht die erfolgreichsten. Diejenigen die wohl am besten "liefen", waren die in denen jede Aushilfe mit Respekt behandelt wurde. Dort fühlte man sich als Teil des Teams und wenn es stressig wurde, haben alle geklotzt und nicht geschwatzt: Amazon kontrolliert statt zu motivieren...

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Andre Gottwald

Paralleuniversum

Ich hatte den Artikel heute morgen in der Zeitung gelesen (im ÖPNV, auf dem Weg zur Arbeit übrigens, der im Schnitt 80 Minuten dauert). Der Artikel amüsierte mich köstlich. Ich referierte dann einige Zitate meinen Kollegen. Vorzugsweise diese: "Da allerdings noch das Mittagessen und die lange Fahrt hin zum Arbeitsplatz eingerechnet werden mussten, wurde die Zeitspanne von acht Stunden sehr deutlich ausgeweitet..." und "9,50 Euro Stundenlohn". Erst Schweigen. Dann sagte ich: das sind Beweise für Sklavenarbeit in Deutschland. Antwort: brüllendes Gelächter, "So gut möchten wir es auch mal haben" etc. Willkommen in diesem Universum.
P.S.: Ich bin kein Manager, kein Banker und arbeite nicht für Amazon.

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Christoph Runge

Es gibt unterschiedliche Stundenlöhne.

Während bei "Amazon" offensichtlich €9,80 akzeptiert werden, werden am Hamburger Flughafen beim Check In Personal € 14,50 gefordert. Sonst Streik bei Ferienbeginn am 02.03..

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 23.02.2013 15:36 Uhr
Dietmar Fleischhauer

Daraus kann man vielleicht schließen,

daß Flughafenpersonal ein höheres Erpressungspotential besitzt.

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Klaus Piesters

"mussten wir das Essen oft schlicht stehenlassen."

Ich bin Anfang der Dreissiger, so einen Satz habe ich nur sehr selten von produktiven Mitarbeitern unserer Gesellschaft gehört. Egal ob Betriebskantine oder beim Bund, da musste das Essen schon wirklich schlecht sein. Ansonsten kommen solche Sprüche meistens von Menschen, die selbst noch nie ihre Schaffens-Kraft bewiesen haben und das Essen selbst nicht bezahlen. Wirklich schlimm ist allerdings, wenn solche Leute nach ihrem 3-Wochen-Ferienjob, selbst zum Vorgesetzten (aufgrund ihres Studiums) mutieren. Dann hätten sie ja in ihrer Welt alle Härten selbst durchwandert (mussten ja sogar damals eigene Schuhe verwenden) und meinen ab dann, ihren unterstellten Mitarbeitern alles abverlangen zu können.

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Alexander Bierstedt

Masochismus

Tenor hier ist: die Verfasserin soll sich nicht so anstellen, so sei eben Arbeit. Das ändert aber nichts daran, dass die hier geschilderten Verhaltensweisen seitens der Arbeitgeber eigentlich nicht mehr in die Zeit passen. Es sind Relikte aus vergangenen Tagen, mit Stechuhren, Kontrollen und Arbeitersiedlungen. So wie viele Kommentatoren auf der einen Seite durchaus froh darüber sind, dass solche Arbeitsverhältnisse der Vergangenheit angehören, so stolz sind sie auf der anderen Seite, dass sie genau diese Verhältnisse tapfer ertragen. Eine Art Proletarierstolz. Die unzeitgemäßen Arbeitsverhältnisse werden zu Naturgesetzlichkeiten stilisiert, denen man sich stolz klaglos unterwirft. Ein ähnliche Befindlichkeit liess sich in den USA beobachten, als es darum ging, warum die Republikaner teilweise starken Zulauf aus der Unterschicht erhielten, die doch am stärksten von der Politik der Bush-Administration benachteiligt waren.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 22.02.2013 20:50 Uhr
Andre Gottwald

Die Zeiten ändern sich

Ich kenne nicht die Arbeitsverhältnisse andernorts. Hier (in Leipzig) würde jemand für einen Job mit Festanstellung bei 9,50 EUR/h und 160-170 h/Monat fast _alles_ tun, fast alles. Und kommen Sie mir da bitte nicht mit dem Hohn, daß in Amerika alles noch viel schlimmer sei. Unzeitgemäß sei das? Nein, sehr zeitgemäß ist das.

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21.02.2013, 17:19 Uhr

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