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Hewlett-Packard Léo Apotheker gefeuert - Meg Whitman kommt

 ·  Hewlett-Packard erlebt ein turbulentes Jahr. Jetzt hat der Verwaltungsrat die sofortige Ablösung seines Vorstandsvorsitzenden Léo Apotheker beschlossen. Nachfolgerin wird die ehemalige Ebay-Chefin Meg Whitman.

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Der Deutsche Léo Apotheker erlebt zum zweiten Mal hintereinander ein jähes Ende an der Spitze eines großen Technologiekonzerns. Apotheker wird mit sofortiger Wirkung als Vorstandsvorsitzender des amerikanischen Unternehmens Hewlett-Packard (HP) abgelöst. Das teilte HP am Donnerstag nach Börsenschluss mit. Vor HP hatte sich Apotheker schon beim deutschen Softwarekonzern SAP nur ein Dreivierteljahr als alleiniger Vorstandsvorsitzender gehalten. Nachfolgerin von Apotheker bei HP wird Meg Whitman, die frühere Vorstandsvorsitzende des Internetmarktplatzes Ebay. Das Unternehmen teilte mit, der Verwaltungsrat schätze zwar „die Bemühungen“ von Apotheker, glaube aber, für den Posten des Vorstandsvorsitzenden seien nun „zusätzliche Attribute“ notwendig. Spekulationen über einen bevorstehenden Führungswechsel kamen bereits am Mittwoch auf und bescherten dem Aktienkurs von HP einen Sprung um 7 Prozent. Am Donnerstag verlor die Aktie in schwachem Umfeld 5 Prozent an Wert.

HP hat unter Apotheker ein turbulentes Jahr erlebt. Seit seinem Antritt im November büßte die Aktie 47 Prozent an Wert ein, bis es am Mittwoch nach oben ging. Seine Amtszeit war von einer Serie enttäuschender Ergebnisse und korrigierter Prognosen geprägt. Immer neue Veränderungen im Management erweckten zudem den Eindruck, dass im Unternehmen Chaos herrscht. Im August überraschte Apotheker mit einem radikalen Umbau des Konzerns. Er stellte das Geschäft mit Personalcomputern, in dem HP Weltmarktführer ist, zur Disposition. Er verkündete das Ende für den erst kurz zuvor auf den Markt gebrachten Tabletcomputer „Touchpad“, mit dem er dem erfolgreichen iPad von Apple Konkurrenz machen wollte. Er gab die Übernahme des britischen Softwarespezialisten Autonomy für mehr als 10 Milliarden Dollar bekannt.

Strategischen Manöver vom Verwaltungsrat abgesegnet

Mit diesen Schritten würde HP das Gewicht von endverbrauchernahen Geschäften reduzieren und sich hier vor allem auf die verbleibende Druckersparte konzentrieren. Ansonsten würde der Konzern in erster Linie zu einem Technologieanbieter für Unternehmen, mit Geschäften wie Software, Großcomputern für Rechenzentren und Dienstleistungen. Die Reaktion der Finanzmärkte auf den Strategiewandel war vernichtend. Innerhalb von zwei Tagen stürzte der Aktienkurs um 25 Prozent ab.

Die negative Resonanz brachte Apotheker seither zunehmend unter Druck. Zwar begrüßten viele Analysten die Idee, HP stärker auf margenträchtigere Gebiete wie Software auszurichten. Allerdings wurde der für Autonomy vereinbarte Kaufpreis, der mehr als dem Zehnfachen des Jahresumsatzes entspricht, als viel zu hoch kritisiert. Daneben wurde Apotheker vorgeworfen, mit seiner Art der Kommunikation das PC-Geschäft beschädigt zu haben.

Der Verwaltungsrat hat die strategischen Manöver wie die Autonomy-Übernahme und die Trennung vom PC-Geschäft abgesegnet. Nach der harschen Resonanz der Finanzmärkte sah sich das Gremium nun aber zum Handeln gezwungen und war bereit, Apotheker fallenzulassen. Der Verwaltungsrat dürfte sich nun auch mit der Frage beschäftigen, ob die strategischen Weichenstellungen von Apotheker aufrechterhalten werden sollten. Die Akquisition von Autonomy ist nach Meinung von Analysten wohl nicht rückgängig zu machen. Denkbar wäre aber, dass sich der Konzern dazu entscheidet, das PC-Geschäft zu behalten.

Für den 58 Jahre alten Léo Apotheker ist der Abschied von HP eine Duplizität der Ereignisse: Im Februar 2010 wurde er zum Rücktritt als Vorstandsvorsitzender von SAP gedrängt. Hier wurde ihm unter anderem vorgeworfen, dass er mit der forschen Einführung einer Wartungsgebühr viele Kunden verprellt habe. Für seine kurze Amtszeit bei HP dürfte Apotheker reichlich entlohnt werden: Nach Schätzungen des „Wall Street Journal“ könnten sich sein Gehalt und seine zu erwartende Abfindung auf 35 Millionen Dollar summieren.

Die neue Nachfolgerin Meg Whitman sitzt seit Anfang des Jahres im HP-Verwaltungsrat. Whitman war von 1998 bis 2008 Vorstandschefin von Ebay und machte das Unternehmen in dieser Zeit von einer kleinen Internetbude zu einem Branchengiganten. Analysten äußerten Zweifel, ob Whitmans Karriere bei einem konsumnahen Internetunternehmen sie qualifiziert, einen Technologiekonzern wie HP zu führen. Im vergangenen Jahr kandidierte Whitman erfolglos für das Gouverneursamt in Kalifornien.

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Jahrgang 1970, Wirtschaftskorrespondent in New York.

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