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Hauptversammlung Berkshire Hathaway Inc. Buffett hofft auf Übernahmen in Europa

 ·  Der amerikanische Investor Warren Buffett prognostiziert ein mäßiges Wirtschaftswachstum in Amerika. Sein weiteres Engagement auf Twitter sei unsicher.

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© AP Vergrößern „Wir sehen eine Erholung der Häuserpreise, was psychologisch wichtig ist“, sagte Buffett

Der amerikanische Investor Warren Buffett ist trotz der Staatschuldenkrise im Euroraum offen für Übernahmen in der Region. „Wir würden mit Freude morgen ein großes Unternehmen in Europa kaufen“, sagte Buffett am Samstag auf der Hauptversammlung seiner Gesellschaft Berkshire Hathaway Inc. in Omaha. Buffett, der Vorstandsvorsitzende des großen Konglomerats, und sein langjähriger Geschäftspartner Charlie Munger äußerten Zuversicht, dass sich die Europäische Union „durchwursteln“ und wegen der Krise nicht zerbrechen werde.

Munger stellte allerdings die Mitgliedschaft des krisengeschüttelten Griechenland in der Staatengemeinschaft in Frage. „Griechenland in die Europäische Union zu lassen war so, als ob man anstatt Schlagsahne Rattengift benutzt - eine besonders dumme Idee“, sagte der für seine unverblümten Kommentare bekannte Munger. Er warf Griechenland wegen falscher Angaben zu den Staatsschulden Betrug vor. Vor fünf Jahren hatte Buffett in Europa unter anderem um deutsche Mittelständler geworben. Diese Anstrengungen haben bisher nicht zu konkreten Erfolgen geführt.

Die meisten Chancen für Berkshire Hathaway wittern Buffett und Munger ohnehin in ihrem Heimatmarkt. „Wenn man uns sagen würde, dass wir nur noch in den Vereinigten Staaten investieren dürfen, wäre das kein großer Nachteil“, sagte Buffett. Berkshire verfügte am Ende des ersten Quartals über 49 Milliarden Dollar Barmittel, die für Zukäufe genutzt werden können. Die bisher letzte große Akquisition war im Februar der amerikanische Ketchuphersteller H.J. Heinz, für den Berkshire zusammen mit der brasilianischen Beteiligungsgesellschaft 3G Capital mehr als 23 Milliarden Dollar zahlte.

Unter dem Dach von Berkshire tummeln sich mehr als 80 unabhängig geführte Tochtergesellschaften, die vom Kleidungshersteller Fruit of the Loom über den Autoversicherer Geico bis zur Eisenbahngesellschaft Burlington Northern Santa Fe reichen. Dazu verwaltet Berkshire ein Wertpapierportfolio von zuletzt knapp 88 Milliarden Dollar, zu dem bedeutende Anteile an dem Getränkehersteller Coca-Cola, den Finanzdienstleistern American Express und Wells Fargo, sowie dem Technologiekonzern IBM gehören. Am deutschen Rückversicherer Munich Re hält Berkshire ein Zehntel der Anteile.

Getrieben von den Versicherungssparten kletterte der operative Gewinn von Berkshire, der die Wertpapieranlagen unberücksichtigt lässt, im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 42 Prozent auf 3,8 Milliarden Dollar. Für die amerikanische Wirtschaft prognostiziert Buffett im kommenden Jahr einen weiterhin mäßigen Aufschwung. Es werde „keine Woge, aber auch keinen Stillstand“ geben. „Wir sehen eine Erholung der Häuserpreise, was psychologisch wichtig ist“, sagte Buffett. Rund 65 Prozent der amerikanischen Haushalte besitzen eine Immobilie, die ein wichtiger Teil der Altersvorsorge und des Vermögensaufbaus ist. Mehrere Tochtergesellschaften von Berkshire wie der Baumaterialienhersteller Acme Brick sind zudem vom Häusermarkt abhängig, dessen Preisverfall die schwere Finanz- und Wirtschaftskrise der Jahre 2008 und 2009 ausgelöst hatte.

Der Aktienkurs von Berkshire  Hathaway war in den vergangen zwölf Monaten um 34 Prozent auf 162904 Dollar gestiegen – fast doppelt so stark wie der breitgefasste Aktienindex S&P 500, der um 18 Prozent zulegte. Das sorgte unter den schätzungsweise mehr als 40000 Aktionären auf der Hauptversammlung für gute Stimmung. „Es ist immer gut, wenn ein Milliardär sich so stark für Dich ins Zeug legt“, sagte die Aktionärin Gaye Watkins.

Buffett hatte zwei Tage vor dem Aktionärstreffen auch mit seinem ersten Eintrag auf dem populären Kurznachrichtendienst Twitter für Aufsehen gesorgt. Auf der Hauptversammlung war Buffett jedoch nicht mehr so sicher, ob er das neue Medium verwenden soll - trotz der mittlerweile 365.000 Nutzer, die ihm bereits auf Twitter folgen. „Ich habe das noch nicht herausgefunden“, sagte Buffett auf die Frage eines Aktionärs, was er bei Twitter mache. Buffett kritisierte zudem die Entscheidung der Börsenaufsicht SEC, Unternehmen die Verbreitung kursrelevanter Informationen über Twitter oder andere soziale Netzwerke zu erlauben. Die Informationen müssten gleichzeitig per Presseerklärung veröffentlicht werden, um die Information aller Aktionäre zu gewährleisten, meinte Buffett. Zu Berkshire gehört der auf Pressemitteilungen spezialisierte Dienstleister Business Wire. Buffetts Kompagnon Munger hatte eine unverblümte Antwort: „Ich meide Twitter wie die Pest.“

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