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Hartmut Mehdorn BER verschiebt Ankündigung der Ankündigung

Der BER-Chef Hartmut Mehdorn will spätestens im August einen neuen Eröffnungstermin für den Pannenflughafen nennen. Die Geschäftsführung denke nun über eine schrittweise Inbetriebnahme nach, heißt es in einem Papier, das der F.A.Z. vorliegt.

© dpa Hartmut Mehdorn will nun im Juli oder August einen Veröffentlichungstermin nennen.

Der Berliner Flughafenchef Hartmut Mehdorn will spätestens im August einen neuen Eröffnungstermin für den Hauptstadtflughafen BER nennen. Die Geschäftsführung der Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg (FBB) sei sich darüber im Klaren, dass sie sowohl im Hinblick auf den Termin als auch auf die Kosten „nur noch einen Schuss frei habe“, sagte Mehdorn als deren Vorsitzender der Sonderkommission des Bundesverkehrsministeriums (Soko BER). Bis Juli oder August werde, was den neuen Eröffnungstermin angehe, Klarheit herrschen. Danach könne man im Herbst eine belastbare Kostenprognose erstellen, wird Mehdorn in dem Soko-Protokoll der Sitzung vom 18. April zitiert, das der F.A.Z. vorliegt.

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In der Sitzung sagte Mehdorn weiter, die Geschäftsführung denke über eine Teilinbetriebnahme des neuen Flughafens nach, der südlich des alten DDR-Flughafens Schönefeld liegt. So sei die Südbahn schon fertig, es fehle nur die Betriebserlaubnis. Mit ihrer Nutzung könne man „eine Ausweichmöglichkeit bei Schäden, Unfällen oder Blockaden gewinnen“.

Aufsichtsrat holt Finanzgeschäftsführerin ins Boot

Auf dem langen Weg zur Eröffnung holt sich der Aufsichtsrat nun erstmals auch eine Finanzgeschäfsführerin für die Betreibergesellschaft. Diesen Posten soll informierten Kreisen zufolge die 52 Jahre alte Heike Fölster bekommen, die zwischen 2003 und 2008 die Finanzen des Hamburger Flughafens verantwortete. Dagegen muss Mehdorn auf den Ingenieur Hany Azer verzichten, der als Bauleiter unter Mehdorn als ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn den Berliner Hauptbahnhof 2006 pünktlich vor der Fußballweltmeisterschaft fertig stellte. Flughafensprecher Ralf Kunkel sagte der F.A.Z., man habe sich mit Azer nicht einigen können.

Der Soko BER versicherte Mehdorn, im laufenden Jahr werde man wie geplant mit 650 Millionen Euro auskommen. Die Gesamtkosten des Flughafens werden derzeit mit 4,3 Milliarden Euro veranschlagt. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) hat die Sonderkommission unter der Leitung von Staatssekretär Michael Odenwald vor einem Jahr gebildet, unmittelbar nach der Verschiebung des Eröffnungstermins am 3. Juni 2012. Der Bund hält an der Flughafengesellschaft 26 Prozent, jeweils 37 Prozent gehören den Ländern Berlin und Brandenburg.

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Die Bestimmung eines neuen Eröffnungstermins wird nach den Worten Mehdorns durch die „bestehenden Komplexitäten und Abhängigkeiten der zentralen technischen Systeme“ erschwert. So sei festzustellen, dass viele Teilsysteme schon fertig seien. Die Herausforderung bestehe nun darin, diese Teilsysteme so miteinander zu verknüpfen, dass sie zusammen funktionierten. In den Tests gehe man nach der „Versuch- und Irrtum-Methode“ vor. Am Ende müssten die Prüfbehörden die „Gesamtfunktionalitäten“ abnehmen. Anfang Mai hat das neue Projektmanagement im Rahmen des von Mehdorn initiierten „BER-Beschleunigungsprojekts Sprint“ zu arbeiten begonnen. Es soll in den nächsten Monaten die bisher erarbeiteten Details der Bestandsaufnahme in Arbeitspakete einteilen und auf der Baustelle deren Realisierung überwachen. Zugleich soll mit Genehmigungsbehörden und Sachverständigen wie dem TÜV die Gesamtinbetriebnahme des Flughafens geplant und umgesetzt werden. Zur Lösung neu auftauchender „Spezialproblemen“ hat Mehdorn aus handverlesenen Spezialisten eine „Kompetenzgruppe“ gebildet. Der Flughafen-Aufsichtsrat rechnet in Kürze mit einem Rechtsgutachten, das eine mögliche Haftung der alten Geschäftsführung von Rainer Schwarz und Manfred Körtgen für die Auswirkungen der Eröffnungsabsage klären soll.

Mehdorn bekräftigte ferner den Vorschlag, den Flughafen Tegel nach der BER-Eröffnung länger als für eine sechsmonatige Übergangsfrist offen zu halten. Der ursprünglich gefasste Beschluss müsse noch einmal überdacht worden, sagte er. Der Betrieb in Tegel müsse „keine Dauerlösung“ sein. Eine längere Übergangsfrist sei aber sinnvoll. Letztlich sei dies eine Frage des politischen Willens.

Quelle: F.A.Z.

 
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