Home
http://www.faz.net/-gqi-78wy0
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
Digitale Exzellenz

Hartmut Mehdorn BER verschiebt Ankündigung der Ankündigung

Der BER-Chef Hartmut Mehdorn will spätestens im August einen neuen Eröffnungstermin für den Pannenflughafen nennen. Die Geschäftsführung denke nun über eine schrittweise Inbetriebnahme nach, heißt es in einem Papier, das der F.A.Z. vorliegt.

© dpa Vergrößern Hartmut Mehdorn will nun im Juli oder August einen Veröffentlichungstermin nennen.

Der Berliner Flughafenchef Hartmut Mehdorn will spätestens im August einen neuen Eröffnungstermin für den Hauptstadtflughafen BER nennen. Die Geschäftsführung der Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg (FBB) sei sich darüber im Klaren, dass sie sowohl im Hinblick auf den Termin als auch auf die Kosten „nur noch einen Schuss frei habe“, sagte Mehdorn als deren Vorsitzender der Sonderkommission des Bundesverkehrsministeriums (Soko BER). Bis Juli oder August werde, was den neuen Eröffnungstermin angehe, Klarheit herrschen. Danach könne man im Herbst eine belastbare Kostenprognose erstellen, wird Mehdorn in dem Soko-Protokoll der Sitzung vom 18. April zitiert, das der F.A.Z. vorliegt.

Kerstin Schwenn Folgen:    

In der Sitzung sagte Mehdorn weiter, die Geschäftsführung denke über eine Teilinbetriebnahme des neuen Flughafens nach, der südlich des alten DDR-Flughafens Schönefeld liegt. So sei die Südbahn schon fertig, es fehle nur die Betriebserlaubnis. Mit ihrer Nutzung könne man „eine Ausweichmöglichkeit bei Schäden, Unfällen oder Blockaden gewinnen“.

Aufsichtsrat holt Finanzgeschäftsführerin ins Boot

Auf dem langen Weg zur Eröffnung holt sich der Aufsichtsrat nun erstmals auch eine Finanzgeschäfsführerin für die Betreibergesellschaft. Diesen Posten soll informierten Kreisen zufolge die 52 Jahre alte Heike Fölster bekommen, die zwischen 2003 und 2008 die Finanzen des Hamburger Flughafens verantwortete. Dagegen muss Mehdorn auf den Ingenieur Hany Azer verzichten, der als Bauleiter unter Mehdorn als ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn den Berliner Hauptbahnhof 2006 pünktlich vor der Fußballweltmeisterschaft fertig stellte. Flughafensprecher Ralf Kunkel sagte der F.A.Z., man habe sich mit Azer nicht einigen können.

Der Soko BER versicherte Mehdorn, im laufenden Jahr werde man wie geplant mit 650 Millionen Euro auskommen. Die Gesamtkosten des Flughafens werden derzeit mit 4,3 Milliarden Euro veranschlagt. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) hat die Sonderkommission unter der Leitung von Staatssekretär Michael Odenwald vor einem Jahr gebildet, unmittelbar nach der Verschiebung des Eröffnungstermins am 3. Juni 2012. Der Bund hält an der Flughafengesellschaft 26 Prozent, jeweils 37 Prozent gehören den Ländern Berlin und Brandenburg.

Mehr zum Thema

Die Bestimmung eines neuen Eröffnungstermins wird nach den Worten Mehdorns durch die „bestehenden Komplexitäten und Abhängigkeiten der zentralen technischen Systeme“ erschwert. So sei festzustellen, dass viele Teilsysteme schon fertig seien. Die Herausforderung bestehe nun darin, diese Teilsysteme so miteinander zu verknüpfen, dass sie zusammen funktionierten. In den Tests gehe man nach der „Versuch- und Irrtum-Methode“ vor. Am Ende müssten die Prüfbehörden die „Gesamtfunktionalitäten“ abnehmen. Anfang Mai hat das neue Projektmanagement im Rahmen des von Mehdorn initiierten „BER-Beschleunigungsprojekts Sprint“ zu arbeiten begonnen. Es soll in den nächsten Monaten die bisher erarbeiteten Details der Bestandsaufnahme in Arbeitspakete einteilen und auf der Baustelle deren Realisierung überwachen. Zugleich soll mit Genehmigungsbehörden und Sachverständigen wie dem TÜV die Gesamtinbetriebnahme des Flughafens geplant und umgesetzt werden. Zur Lösung neu auftauchender „Spezialproblemen“ hat Mehdorn aus handverlesenen Spezialisten eine „Kompetenzgruppe“ gebildet. Der Flughafen-Aufsichtsrat rechnet in Kürze mit einem Rechtsgutachten, das eine mögliche Haftung der alten Geschäftsführung von Rainer Schwarz und Manfred Körtgen für die Auswirkungen der Eröffnungsabsage klären soll.

Mehdorn bekräftigte ferner den Vorschlag, den Flughafen Tegel nach der BER-Eröffnung länger als für eine sechsmonatige Übergangsfrist offen zu halten. Der ursprünglich gefasste Beschluss müsse noch einmal überdacht worden, sagte er. Der Betrieb in Tegel müsse „keine Dauerlösung“ sein. Eine längere Übergangsfrist sei aber sinnvoll. Letztlich sei dies eine Frage des politischen Willens.

Quelle: F.A.Z.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Michael Müller Berliner Bürgermeister plant Rückzug aus Flughafen-Aufsichtsrat

Den Berliner Flughafen beaufsichtigen? Das muss nicht unbedingt der Bürgermeister tun. So denkt Berlins neuer Verwaltungschef Michael Müller. Und will vielleicht noch diese Woche zurücktreten. Mehr

15.02.2015, 09:48 Uhr | Wirtschaft
Berliner Flughafen Mehdorn kündigt Rücktritt an

Der Chef der Berliner Flughafengesellschaft, Hartmut Mehdorn, wird sein Amt spätestens zum 30. Juni 2015 niederlegen. Er selbst sagte, er bedaure seinen Rücktritt sehr. Mehr

15.12.2014, 16:33 Uhr | Wirtschaft
Hauptstadtflughafen Ex-Rolls-Royce-Manager wird BER-Chef

Der bisherige Flughafenchef Hartmut Mehdorn will spätestens Ende Juni den Chefposten aufgeben. Neuer Chef wird der frühere Rolls-Royce-Manager Karsten Mühlenfeld. Mehr

20.02.2015, 18:06 Uhr | Wirtschaft
Landtagswahl Brandenburg Woidke hat die Wahl

Der SPD-Spitzenpolitiker kann in Brandenburg weiter regieren - und sich den Koalitionspartner aussuchen. Entweder setzt er das Bündnis mit den Linken fort oder bildet mit der CDU eine Regierung. Mehr

14.09.2014, 22:03 Uhr | Politik
Weitere Nachrichten Währungsturbulenzen in Venezuela kosten Telefonica Milliarden

Anhaltende Währungsturbulenzen rund um den venezolanischen Bolivar verhageln dem spanischen Telefonriesen Telefonica die Bilanz und bei Tarifverhandlungen für die rund 15.000 Mitarbeiter von Vattenfall in Deutschland liegt eine Einigung in weiter Ferne. Mehr

17.02.2015, 06:34 Uhr | Wirtschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 05.05.2013, 16:30 Uhr

Arbeit, bei Licht betrachtet

Von Heike Göbel

Auf dem Arbeitsmarkt könnte es nicht besser laufen für Arbeitsministerin Andrea Nahles. Doch mit einem anderen Projekt bekommt sie Probleme. Mehr 1 11


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Grafik des Tages Länger krank

Die Grippewelle macht Deutschlands Betrieben zu schaffen. Doch normalerweise sind es nicht die Infekte, die den Unternehmen Schwierigkeiten bereiten. Mehr 1

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden