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Haribo verlässt Bonn Umzug der Goldbären

23.10.2007 ·  Aus Haribo wird Harirhein - zumindest geographisch: Der Süßwarenhersteller verlässt seinen Stammsitz Bonn und zieht wohl nach Rheinbach. Eigentlich müsste auch der Firmenname weichen. Denn „Ha-Ri-Bo“ steht für „Hans Riegel Bonn“. Weil keiner „Harirhein“ kennt bleibt's aber beim alten Namen.

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Der Süßwarenhersteller Haribo wird seinen traditionellen Stammsitz in Bonn verlassen und in das Umland nach Rheinbach ziehen.

Als neuer Standort sei nur noch Rheinbach in Nordrhein-Westfalen im Rennen, bestätigte Haribo-Sprecher Marco Alfter am Dienstag der Nachrichtenagentur DPA in Bonn. Eine endgültige Entscheidung sei aber noch nicht getroffen. Alles Weitere müsse in Gesprächen mit der Stadtverwaltung geklärt werden. Dem bisherigen Favoriten, der Gemeinde Grafschaft-Gelsdorf (Rheinland- Pfalz), gab Haribo-Chef Hans Riegel nach einem Rechtsstreit mit rheinland-pfälzischen Behörden hingegen einen Korb, wie die Zeitung „Express“ berichtete.

Der Name bleibt

Langfristig werde neben der Produktion voraussichtlich auch die Verwaltung aus dem Bonner Stadtgebiet nach Rheinbach verlagert, sagte Alfter. Für den Umzug sei auch eine hohe Gewerbesteuer in Bonn ausschlaggebend. Rheinbach soll für Haribo hingegen extra die Gewerbesteuer gesenkt haben. Alfter zitierte Riegels Absage an Grafschaft-Gelsdorf mit den Worten: „Rheinland-Pfalz kann sich den Standort Haribo abschminken.“

In Bonn arbeiten zur Zeit rund 1350 Beschäftigte. Der Fruchtgummi- Hersteller mit den „Goldbärchen“ hat in Deutschland und weltweit noch weitere Produktionsstätten. Haribo hat sogar seinen Namen mit der Stadt Bonn verbunden. Gründervater Hans Riegel nahm die Stadt in den 20er Jahren in den Firmennamen auf, den er aus den Anfangbuchstaben seines Namens und Bonn (Ha-Ri-Bo) zusammensetzte. Auch bei einem Wegzug aus Bonn werde es beim Namen Haribo, der weltweit bekannt sei, bleiben, sagte Alfter.

Streit mit Finanzbehörden

Auslöser für die Absage von Riegel an Grafschaft-Gelsdorf sei ein eskalierter Streit mit den Finanzbehörden in Rheinland-Pfalz gewesen, berichtete der „Express“. Dabei sei es um Riegels Hotel „Jakobsberg“ und seine Golfanlage in Boppard am Rhein gegangen. Die Finanzbehörden seien der Ansicht gewesen, dass Riegel das Hotel und den Golfplatz nur als Hobby betreibe und damit auch Verluste über das Objekt nicht mehr abschreiben könne.

Dabei habe ein Beamter bemerkt, der „Jakobsberg“ sei so etwas wie die Neverland Ranch des amerikanischen Popstars Michael Jackson. Das habe Riegel erzürnt. „Mich als Kinderwaren-Produzent in eine Ecke mit Michael Jackson zu stellen, dem Kindesmissbrauch vorgeworfen wird - einfach unerhört.“

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