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Handel Weihnachtsgeschäft ohne Jubel

28.11.2005 ·  Der Einzelhandel hat nach dem ersten Adventssamstag gedämpften Optimismus gezeigt. In Hessen, Baden-Württemberg, Sachsen oder Bayern berichteten die Landesverbände von einem recht zufriedenstellenden Start.

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Der Einzelhandel hat nach dem ersten Adventssamstag gedämpften Optimismus gezeigt. In Hessen, Baden-Württemberg, Sachsen oder Bayern berichteten die Landesverbände von einem recht zufriedenstellenden Start. Grund zum Jubilieren gebe es allerdings noch nicht, sagte der Geschäftsführer des bayerischen Einzelhandelsverbandes.

Der kräftige Wintereinbruch, der vor allem Städte in Nordrhein-Westfalen traf, sorgte zwar für vorweihnachtliche Stimmung, hielt aber zumindest am früheren Vormittag manchen Kunden davon ab, in die Innenstädte zu fahren. Immerhin machte das kalte Wetter aber mehr Lust auf warme Bekleidung und Wintersportartikel, sagte Hubertus Pellengahr, Sprecher des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels (HDE), am Sonntag der F.A.Z.; verläßliche Daten zum ersten Adventwochenende will der Verband an diesem Montag liefern, zumal in rund 200 Städten und Einkaufszentren die Läden auch am Sonntag nachmittag noch geöffnet waren. Jörg Howe, Unternehmenssprecher des Essener Karstadt-Quelle-Konzerns, wertete den Adventssamstag als erfolgreich, obwohl viele Kunden wegen des frühen Termins noch nicht über ihr Weihnachtsgeld verfügten. "Die Erwartungen an diesen wichtigen Einkaufstag haben sich erfüllt", sagte Howe.

Besonderes Interesse galt zum Auftakt der Adventszeit den Weihnachtsmärkten und Dekorationsartikeln. Die Buchabteilungen profitieren unter anderem von der Nachfrage nach Harry-Potter-Büchern. Gefragt waren zudem kleinere Geschenke wie Parfums und Süßigkeiten, war zu hören. Die bevorstehende Fußballweltmeisterschaft beflügelt nach Angaben von Bernhard Taubenberger, dem Sprecher des Elektronikmarktes Media Markt/Saturn, schon jetzt stark die Nachfrage nach Plasma- und Flachbildschirmfernsehern. Auch bei Festplattenrekordern, MP3-Playern und digitalen Kameras verzeichnete die Tochtergesellschaft der Metro großes Kundeninteresse.

Die Erwartungen der Einzelhandelsbranche an das diesjährige Weihnachtsgeschäft sind nicht übermäßig hoch gesteckt. Der HDE hielte es angesichts der bisherigen Branchenentwicklung bereits für einen Erfolg, wenn die Umsätze die Vorjahreshöhe erreichen würden. Im vergangenen Jahr hatte der Einzelhandel in den Monaten November und Dezember 68,1 Milliarden Euro umgesetzt, weniger als in den beiden Vorjahren. Nach einer Umfrage der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Deloitte wollen viele Menschen beim diesjährigen Weihnachtseinkauf sparen. Üblicherweise machen die Geschäftsleute in den beiden letzten Monaten des Jahres knapp ein Fünftel ihres Jahresumsatzes. Nach Angaben des HDE liegt in einzelnen Branchen wie bei Spielwaren, Schmuck oder Büchern der Umsatzanteil sogar bei bis zu einem Drittel. Wegen der anhaltenden Konsumflaute prognostiziert der Verband für dieses Jahr insgesamt einen Umsatzrückgang von 1 Prozent gegenüber dem ohnehin schon schwachen Vorjahr.

Quelle: B.K., F.A.Z., 28.11.2005, Nr. 277 / Seite 13
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