03.05.2006 · Die schwächelnde Lebensmittelsparte hat abermals Quartalszahlen des Handelsriesen Metro getrübt. Das operative Ergebnis im Konzern sank um 4 Prozent auf 138 Millionen Euro.
Der Handelsriese Metro hat wegen der lahmenden Geschäfte seiner Real-Märkte in Deutschland im ersten Quartal 2006 weniger verdient als vor Jahresfrist. Metro-Chef Hans-Joachim Körber hat aber für das zweite Quartal Besserung angekündigt.
Im April habe das Wachstum über dem des ersten Quartals gelegen, in dem die Umsätze um 4,8 Prozent auf 13,3 Milliarden Euro kletterten, sagte Körber am Mittwoch in Düsseldorf. Das Ostergeschäft, das anders als 2005 im laufenden Jahr ins zweite Quartal fiel, sei besser als vor Jahresfrist ausgefallen. Auch bei der unter dem Wettbewerbsdruck der Discounter und einem Lebensmittel-Skandal aus dem Vorjahr leidenden Kette Real werde von April bis Juni ein verbessertes Ergebnis in den Büchern stehen. 2006 werde Real operativ Gewinn schreiben, bekräftigte er.
Operatives Ergebnis gesunken
Der operative Gewinn (Ebit) sei in den ersten drei Monaten 2006 „aufgrund der schwachen Ergebnisentwicklung bei Real“ auf 138 (144) Millionen Euro gesunken, teilte Metro mit. Die Umsätze steigerte der Konzern indes auf Grund seines rasanten Wachstums im Ausland auf 13,3 (12,7) Milliarden Euro. Allein in den asiatischen Wachstumsmärkten legte Metro 29 Prozent Umsatz zu. Der Auslandsanteil am Umsatz kletterte auf knapp 55 (50,7) Prozent.
Real verbuchte den Angaben zufolge in Deutschland einen Umsatzrückgang um 8,7 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro. Der operative Verlust der Supermarktkette weitete sich auf 40 (fünf) Millionen Euro aus. Körber hat „erheblichen Handlungsbedarf“ bei Real eingeräumt. Das Geschäft der Galeria-Kaufhof-Warenhäuser entwickelte sich dagegen stabil. Der Umsatz ging trotz des im Vergleich zum Vorjahr fehlenden Ostergeschäfts nur leicht auf 814 Millionen Euro zurück. Der operative Verlust reduzierte sich um elf Prozent auf 26 Millionen Euro. Zuwächse verbuchte der Konzern dagegen bei seinen traditionellen Zugpferden, den Cash& Carry-Märkten und den Elektrofachmärkten Media Markt/Saturn. Das Ebit der Cash&Carry-Märkte kletterte um 21 Prozent auf 90 Millionen Euro. Die Elektromärkte steigerten ihr operatives Ergebnis um 17 Prozent auf 64 Millionen Euro. Körber kündigte an, den Wachstumskurs mit der Eröffnung neuer Märkte fortsetzen zu wollen.
Die Quartalszahlen lagen leicht über den Erwartungen von Analysten. Von Reuters befragte Branchenexperten hatten im Mittel mit einem auf 13,2 Milliarden Euro gestiegenen Umsatz gerechnet. Den operativen Gewinn (Ebit) hatten sie bei 137 Millionen Euro erwartet. Die Metro-Aktie legte nach Vorlage der Zahlen 1,3 Prozent auf 45,49 Euro zu.
Metro hofft auf Fußball-WM
Der Handelskonzern bekräftigte seine Prognose für das Jahr: Metro erwarte weiterhin eine Steigerung des Umsatzes von vier bis sechs Prozent und des Ergebnisses je Aktie (EPS) um fünf bis acht Prozent. Im ersten Quartal sank das EPS auf zwei von drei Cent. Metro-Chef Körber erwartet ein Anziehen des Geschäfts in Deutschland. Er gehe davon aus, daß „die Fußballweltmeisterschaft und Vorzieheffekte im Zuge der geplanten Mehrwertsteuererhöhung im Jahresverlauf zu einer Belebung des Einzelhandelsgeschäfts beitragen werden“.
Im laufenden zweiten Quartal kann Metro auch die Erlöse aus dem Verkauf seiner verbliebenen Praktiker-Anteile und der Veräußerung von zwölf Kaufhof-Warenhäuse n in die Bücher nehmen. Für die Kaufhof-Immobilien hat Metro rund 250 Millionen Euro bekommen, der Veräußerungsgewinn bei Praktiker liege bei 143 Millionen Euro, teilte Metro mit. Weitere Immobilienverkäufe schloss Körber nicht aus. Wenn Metro glaube, daß es von Vorteil sei, werde der Konzern über die Veräußerung kleinerer Pakete nachdenken. Diese wären leicht zu platzieren, betonte er.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.394,15 | +1,26% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2467 | −0,17% |
| Rohöl Brent Crude | 106,34 $ | −0,48% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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