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Handel Genreis: Aldi Nord reagiert

12.09.2006 ·  Der Discounter Aldi Nord hat eine Reissorte aus seinen Regalen genommen, die angeblich gentechnisch verändert wurde. Greenpeace sieht in dem Vorgang mehr als einen Einzelfall und fordert den Handel auf, alle verdächtigen Lieferungen aus dem Sortiment zu nehmen.

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Der Discounter Aldi Nord hat eine Reissorte aus seinen Regalen genommen, die im Verdacht steht, gentechnisch verändert zu sein. Alle Kunden könnten das Produkt in den Filialen von Aldi Nord zurückgeben und würden den Kaufpreis zurückerhalten, sagte eine Sprecherin des Essener Unternehmens am Dienstag.

„Wir haben die Reissorte vorsorglich aus den Regalen genommen, obwohl die von uns veranlaßten Tests bislang keinerlei Belastung mit angeblich gentechnisch verändertem Reis ergeben haben“, sagte die Sprecherin. Es handele sich um Lieferungen für die Aldi-Reismarke Bon-Ri, wobei aber nur einer von vier Lieferanten im Verdacht stehe, den gentechnisch veränderten Reis mit einer Lieferung aus den Vereinigten Staaten erhalten zu haben. Importeur des mutmaßlich belasteten Reises sei die Reiskontor Handels GmbH, eine Tochter der Euryza GmbH, sagte die Sprecherin.

Greenpeace: Ein Flächenbrand

Mit diesem Reis seien acht der insgesamt 35 Verkaufsregionen von Aldi Nord beliefert worden. Dennoch nehme Aldi Nord in allen Regionen sämtliche Bon-Ri-Packungen zurück, um die Verbraucher nicht zu verunsichern. Die Sprecherin bedauerte, daß die gesamte Marke Bon-Ri unter dem Gentechnik-Verdacht leide. „Wir müssen uns jetzt überlegen, eventuell mit einer neuen Marke anzutreten.“

Die Umweltorganisation Greenpeace forderte den Lebensmittelhandel auf, alle verdächtigen Lieferungen aus dem Sortiment zu nehmen. „Es handelt sich hier nicht um ein einzelnes Feuer, sondern um einen Flächenbrand,“ sagte die Greenpeace-Gentechnik-Expertin Ulrike Brendel. Rund 20 Prozent der von der Industrie untersuchten Produkte seien mit illegalem Gen-Reis belastet. Der Lebensmittelhandel müsse sofort reagieren und amerikanischen Langkornreis sowie alle Produkte, die diesen Reis enthalten, aus den Regalen räumen.

Kritik an Bayer

Scharfe Kritik übte Greenpeace an dem Chemie- und Pharmakonzern Bayer. „Wer so verantwortungslos mit Gen-Saaten umgeht, muß gebremst werden. Bayer darf daher für einen weiteren Gen-Reis, den 'LL 62', keine Zulassung für den menschlichen Verzehr in der EU erhalten“, forderte Brendel. Die EU-Kommission hatte am Montag mitgeteilt, daß in 33 von 162 getesteten Proben Genreis der Sorte “LL Rice 601“ gefunden wurde. Bislang ist in der EU noch keine Genreis-Sorte zum Import oder zum Verkauf zugelassen.

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Von Heike Göbel

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