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Haben wir die richtigen Chefs? „Ich verlange mehr Demut“

 ·  Anselm Bilgri, Unternehmensberater und ehemaliger Benediktinermönch, über die Skandale der Deutschen Bank, hohe Managergehälter und die Zehn Gebote.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (11)
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Rolf-Dirk Maehler

Wenn mich etwas mistrauisch macht, dann ist es die Kombination Unternehmensberater und ...

--- kirchlich geprägte Vergangenheit, weil beides darauf schliessen lässt, dass mit der Wahrheit nachlässig umgegangen wird.
"Anselm Bilgri, Unternehmensberater und ehemaliger Benediktinermönch, über die Skandale der Deutschen Bank, hohe Managergehälter und die Zehn Gebote." = eine prikelnde Kombination -
Fehlen nur noch politische Ambitionen, weil das das Bild perfektionieren würde.
Was an dem 17-Millionen-Euro-Gehalt von Volkswagen-Chef Martin Winterkorn anstössig sein soll kann ich nicht nachvollziehen. Oder ist der Volkswagenkonzern nicht eins der erfolgreichsten Unternehmen und schafft fortgesetzt immer wieder neue Arbeitsplätze. Und unsere Politik zerstört genau solche Arbeitsplätze oder/und wenn sie den welche "schafft" dann nur über Subventionen mit unseren Steuergeldern. Was also sollen uns solche Interviews nahebringen? Vielleicht dass beten besser ist als beherztes Handeln? Na wenn man meint dann bitte schön.

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gerd hodina
gerd hodina (hodger) - 22.12.2012 15:46 Uhr

Ethik und Zielvorgaben...

....beides gehört zum "Standard-Programm" der teuren Aus-und Weiterbildungsangebote für Führungskräfte. Was wohl fehlt, ist die "innere Einsicht" - vom Herrn Bilgri als "Demut" bezeichnet. Welcher Manager, welche Führungskraft nimmt sich heute noch die Zeit zur Muße und inneren Selbstreflexion? Das Termin-und Themen-hopping ist üblich, wer sich mehr als zehn Minuten mit einem Thema aufhält gilt als "Low-Performer" und wird abserviert. Nach der Teilnahme an Managementgipfeln und Business-Meetings von Hamburg bis Davos bleibt meist nur die ausgebeulte Sakkotasche mit neuen Visitenkarten und Kontakten. Die anschließende Aufbereitung und inhaltliche Auseinandersetzung mit neuen Anregungen? Fehlanzeige. Umsetzung neuer und zielführender Ideen von den Top-Etagen bis in die Kellerräume der Unternehmen? Irrtum. Schließlich gilt die Orientierung an Quartalszahlen und das Shareholder-Value. Manager-Mikado. Wer sich bewegt, wird entsorgt. Meistens aber sorgenfrei mit "goldenem Handschlag".

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franz  feldmann

@Herr Keller et al.: Demut ist nicht nur ein persönlicher, sondern auch eine systemischer Wert

Es ist falsch "Demut" moralistisch auf den Bereich einer Privat-"Moral" zu beschränken.
Demut ist ein zutiefst sozialer Wert. Dh.: es ergibt mehr als Sinn, diesen Wert in einer Gemeinschaft einzufordern. Demut heißt: Mut zum Dienen. Und das ist doch dann eine sehr revolutionäre Forderung in einer Gesellschaft, die gerne in sozialdarwinistischem Missverstehen das "Recht des Stärkeren" affirmativ wie negierend propagiert, eriner Gesellschaft also, in der es v.a. um die Konstante "Herrschaft" geht.
Wenn die "Ermächtigung des Subjektes" nicht in Dienst an der Gesellschaft/ Gemeinschaft mündet, dann wirft sie das Krebsgeschwür auf, in dem die Strukturen einer sozialen Marktwirtschaft in den letzten 25 A zunehmend versunken sind.

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Roland Wagner

"Demut verlangen" doch eigentlich nur

Feudalherrscher, dachte ich immer. Aber die eigenen Fehler findet man ja an den Anderen immer am schlimmsten, warum sollte Herr Bilgri da die Ausnahme bilden?

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Wolfgang Richter

Auf einmal

Kaum ist etwas Gras über diverse Skandale des Herrn Bilgri gewachsen, dann kommt er schon - pünktlich vor Weihnachten - als die hohe moralische Instanz daher und will seine Manager-Kollegen schulmeistern.
Erst einmal soll er vor der eigenen Hütte kehren. Da ist nämlich noch ziemlich viel zu tun.

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Thomas Müller
Thomas Müller (tholer) - 21.12.2012 18:37 Uhr

Demut immer nur für andere...

war es je anders?

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Jürgen Wenz
Jürgen Wenz (satyrffm) - 21.12.2012 18:24 Uhr

Blablabla.

Was wir brauchen sind ganz genaue, eng ausgelegte Regeln und knallharte Strafen schon
bei den kleinsten Verstößen. Es muss weh tun, sonst wirkt es nicht. Das ist so wie ein Besuch bei der Domina.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 22.12.2012 16:14 Uhr
Carolus Doomdey
Carolus Doomdey (Domday) - 22.12.2012 16:14 Uhr

Besuch bei der Domina?

Die Bereitschaft, sich in die Hände einer Domina zu begeben, scheint in Ihren Augen, werter SATYRFFM, eine conditio sine qua non zu sein. Nun, ja, doch: Systemimmanent ist, dass der Genuß erst dem Bruch der Regeln folgt. Was erwarten Sie nun von den entsprechend geneigten Herrschaften? Sollen sie in ewiger Vorfreude verharren?

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Ali Özdemir

Ganz recht

Außerdem eine gesetzliche Höchsteinkommensgrenze von, sagen wir, dem 20fachen dessen, was der kleinste Angestellte/Arbeiter der betreffenden Firma verdient. Damit wäre das Shareholder-Value-Prinzip endlich durchbrochen, und die Manager hätten wieder das Interesse (und Einkommen) ihrer Arbeiterschaft im Blick (und sei es - wie anders - aus Eigennutz).

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Herold Binsack
Herold Binsack (Devin08) - 21.12.2012 17:34 Uhr

Faule Kritik

Mit der Finanzkrise ist es in Mode gekommen, „die“ Banker, „die“ Manager in die Pflicht zu nehmen („sie haben Vorbildfunktion“), wo längst die Kritik an der Gesellschaft – die Selbstkritik – angezeigt wäre. Oder ist es nicht so, dass die Gesellschaft ihre Wertvorstellungen in die Managergehälter projiziert? Das ist nicht nur eine faule Kritik, sondern für die „Manager“ selbst meist folgenlos. Denn es schützt sie das Getue um die sog. Leistungsträger. Ein zudem schwammiger Begriff, der nicht klärt, worin die Leistung eigentlich besteht. Dienst an sich selbst (mit Anspruch auf eine höhere Bezahlung), oder Dienst an der Gesellschaft (mit Verpflichtung zu höheren Steuern)! So scheint es niemanden zu stören, dass die, die höhere Gehälter erheischen, nicht selten, dank eben dieser Leistungsideologie, eigentlich nur die wohlfeileren Steuern bezahlen (wollen), oder gar keine. Wo die Gesellschaft solche Werte in den Fokus der Kritik zieht, wird sie auch mit ihren Platzhirschen fertig.

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Das Thema stimmt!

Vielen Dank, Herr Peitsmeier, für das Interview. Hier werden die richtigen Themen angesprochen.
Wir brauchen wieder eine Rückbesinnung zu christlichen Werten.
Unternehmen sind für die Menschen da und nicht andersrum.
Und man möge mir nicht erzählen, mit einem ethisch gut geführten Unternehmen könne man keine Ziele erreichen.
Im Gegenteil, was Bestand haben will, muss auf solidem Fundament gebaut werden.
Vielleicht wächst man nicht ganz so schnell, aber auf jeden Fall nachhaltiger.
Die falschen Türme jedenfalls, fangen irgendwann zu wackeln an.

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20.12.2012, 16:50 Uhr

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