Nach dem Fund weiterer Risse an Tragflächen des Airbus A380 hat die europäische Luftsicherheitsbehörde eine vorsorgliche Überprüfung der Großraumflieger angeordnet. Die neue Art der Risse sei erheblicher und könnte die bauliche Struktur der Flugzeuge beeinträchtigen, teilte die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) am Freitag in Köln mit. Die Anweisung zur Kontrolle der Großraummaschinen sei eine vorläufige Maßnahme. Mehrere Fluglinien, darunter Singapore Airlines und Australiens Qantas Airways, hatten zuvor bereits zusätzliche Überprüfungen ihrer A380-Flotte angekündigt.
Die Untersuchung solle innerhalb von sechs Wochen abgeschlossen sein, hieß es am Freitag. Eine Handvoll an Flugzeugen, die besonders stark eingesetzt würden, sollten innerhalb weniger Tage untersucht werden. Der Flugzeughersteller Airbus hatte am Donnerstag mitgeteilt, erneut Haarrisse an den Tragflächen von zwei seiner Riesen-Jumbos entdeckt zu haben. Es bestehe aber keine Gefahr für die Flugsicherheit, so die EADS-Tochter. Eine Airbus-Sprecherin hatte am Donnerstag erklärt, die Risse seien bei Routine-Untersuchungen, die alle zwei Jahre stattfänden, entdeckt worden. Welche Fluggesellschaften betroffen sind, sagte sie nicht. Lufthansa hat nach Aussagen eines Sprechers bislang keine derartigen Risse an seinen acht A380 bemerkt.
Bislang hat Airbus 68 Riesen-Jumbos ausgeliefert. Zu den ersten Kunden zählten Singapore Airlines, Emirates aus Dubai und die australische Qantas. Mittlerweile haben auch Air France, Korean Airlines und China Southern den A380 in der Flotte. Erst vor zwei Wochen wurden Haarrisse an Tragflächen von A380-Flugzeugen entdeckt. Die Tragflächen sind so groß, dass darauf 70 Autos parken könnten. Die Spannweite beträgt fast 80 Meter.
Grenzen der Physik
Hartmut Rencker (Hartmut-Rencker-Mainz)
- 20.01.2012, 16:24 Uhr
