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Gute Geschäfte : Die Deutschen kaufen und kaufen bei Ikea

Ikeas Deutschland-Zentrale in Hofheim-Wallau. Bild: dpa

Das schwedische Möbelhaus Ikea spielt in der Bundesrepublik jeden siebten Euro ein – so viel wie nirgendwo sonst. Weitere Filialen in Deutschland sind schon im Plan.

          Weil die Deutschen in munterer Kauflaune sind und viele zuletzt real mehr Gehalt bezogen, geben sie mehr für Möbel und andere Dinge in der Wohnung aus. Das merkt die Branche insgesamt, und so berichtet auch der Marktführer Ikea, dass der Euro lockerer in der Tasche sitzt bei den Kunden. Die gaben im Geschäftsjahr 2014/15 (bis Ende August) im Schnitt 86,90 Euro aus, wenn sie eine der 50 Ikea-Filialen in Deutschland aufsuchten. Das sind 4 Prozent mehr als im Vorjahr, wie Deutschlandchef Peter Betzel am Mittwoch bei der Vorlage von Jahreszahlen im hessischen Hofheim berichtete. Noch deutlicher stieg der Umsatz in Deutschland insgesamt.

          Klaus Max  Smolka

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die Wohnung schön einzurichten – das ist kein Muss in der privaten Budgetplanung. An der Miete lässt sich nichts ändern, außer man zieht um, und auch die Kosten für Strom und Wasser, Medikamente und Lebensmittel sind nur begrenzt zu beeinflussen. Dagegen ist der Kauf des neuen Kleiderschranks oder der neuen Gardine leicht zu verschieben, wenn das Geld knapp wird. So schrumpfte der Markt für Heimeinrichtung beispielsweise in der Wirtschaftskrise 2009 in Deutschland deutlich; seitdem hat er sich wieder erholt, allerdings das Niveau von 2005 noch nicht wieder erreicht.

          Neue Filialen

          Ikea hat seinen Umsatz in all den Jahren dennoch kontinuierlich gesteigert, und das ging 2014/15 so weiter. Die Kunden gaben für „Pax“-Schränke und „Billy“-Regale, Lampen und Teppiche und all das andere Wohnungszubehör 8 Prozent mehr aus, nämlich knapp 4,4 Milliarden Euro. Zwei Filialen eröffneten neu, in Bremerhaven und Kaiserslautern. Rechnet man das Neugeschäft heraus – vergleicht also die Erlöse aus den bestehenden Filialen –, betrug das Plus immer noch knapp 6 Prozent.

          Ikea hat denn auch den Marktanteil nach eigenen Angaben noch einmal leicht gesteigert, auf 13,4 Prozent. Der liegt damit beinahe doppelt so hoch wie vor zehn Jahren. Ikea sieht sich hierzulande als Marktführer vor den Möbelhäusern Höffner, XXXL Lutz, Portal und Segmüller. Deutschland ist der wichtigste Markt für den schwedischen Anbieter, der darauf setzt, dass die Kunden ihre Möbel gerne selbst zusammenbauen.Beinahe jeden siebten Euro seines konzernweiten Umsatzes spielt Ikea hier ein. Nach den Deutschen lassen Nordamerikaner und die Franzosen am meisten Geld in den Häusern der Einrichtungskette.

          2016 soll ein weiterer Markt in Wuppertal eröffnen, über das kommende Jahr hinaus sind „verschiedene Häuser“ in Planung, wie Betzel sagte. Konkret sind bislang die Standorte Wetzlar, Karlsruhe und Magdeburg benannt. „Mittelfristig“ will Ikea 70 Häuser in Deutschland betreiben, also 20 mehr als jetzt. Der Online-Handel machte zuletzt rund 4 Prozent des Umsatzes in Deutschland aus, wuchs aber mit mehr als 30 Prozent Plus deutlich überproportional. 8000 von 9500 Artikeln sind online erhältlich.

          Nicht nur für Einrichtungsgegenstände gaben die Kunden mehr aus, auch für das Essen vor und nach dem Einkauf oder auch währenddessen: In den Gaststätten der Kette ließen sie 204 Millionen Euro, 7 Prozent mehr als im Vorjahr.

          Angaben zum Gewinn verweigerte Ikea Deutschland, wie immer. Für das neue Geschäftsjahr zeigte sich Betzel optimistisch. „Der Start im September war gut“, sagte er. Allerdings verwies er auf die Krisenherde der Welt, auf politische Unsicherheit. Die Deutschen würden da schnell nervös, was sich auf die Kauflaune auswirken könnte. Er hofft aber, dass der Umsatz in ähnlicher Höhe anzieht wie im abgelaufenen Jahr.

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