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Gut versichert Hagelschäden in Württemberg kosten mehr als 500 Millionen Euro

Der Hagelsturm, der am vergangenen Sonntag über Württemberg hinweggezogen war, entwickelt sich zum zweitteuersten Hagel-Ereignis in Deutschland überhaupt. Nach fünf Tagen ist das Ausmaß der Schäden allmählich absehbar.

© dpa Vergrößern Dach eines Hauses in Reutlingen nach dem Hagel

Nach den Milliardenschäden der Flut im Osten und Süden kommen auf die Versicherer durch die Hagelschäden in Baden-Württemberg abermals immense Kosten zu. Das Unwetter vom vergangenen Wochenende hat im Südwesten nach neuesten Schätzungen einen Schaden von fast 600 Millionen Euro verursacht. Damit gilt das Unwetter als zweitschlimmstes Hagel-Ereignis in Deutschland.

So hat die SV Sparkassenversicherung (SV) ihre Schadenprognose kräftig nach oben geschraubt. Es werde allein für die SV-Versicherten mittlerweile mit insgesamt 60.000 Gebäudeschäden und einem Schadenaufwand von 260 Millionen Euro gerechnet, berichtete das Unternehmen am Freitag in Stuttgart. SV gilt als der Branchenprimus im Südwesten, weil bei dem ehemaligen Monopolisten etwa 70 Prozent der Wohngebäude in Baden-Württemberg versichert sind.

Vorstandschef Ulrich-Bernd Wolff von der Sahl sagte: „Damit ist es das größte Hagelereignis in der Geschichte der SV und das zweitgrößte in Deutschland nach dem Hagel in München 1984.“ Hinzu kämen 3500 Schäden an Autos mit einem geschätzten Aufwand von 13 Millionen Euro. In ersten Prognosen vom Wochenanfang war der SV-Schaden zunächst auf 100 Millionen Euro geschätzt worden. Von dem Hagel waren besonders die Landkreise Reutlingen und Tübingen, sowie Göppingen und Esslingen betroffen.

Golfballgroße Hagelkörner

„Die Hagelkörner waren außergewöhnlich groß und schnell, zudem fielen sie in einer bisher nicht dagewesenen Dichte“, erklärte SV-Vorstandsmitglied Klaus Zehner ergänzend. Am vergangenen Wochenende gingen zum Teil golfballgroße Hagelkörner nieder. Die Allianz schätzt ihre Belastungen aus dem Unwetter auf rund 200 Millionen Euro.

Infografik / Wie Hagel in einer Gewitterwolke entsteht © dpa Vergrößern Schematischer Aufbau einer Gewitterwolke

Die WGV-Versicherung geht von Schäden von mindestens 100 Millionen Euro aus, wie Vorstandsmitglied Achim Schweizer berichtete. Es wird mit 10.000 Gebäudeschäden und 30.000 beschädigten Autos gerechnet. Eine genauere Schadenprognose sei erst in ein bis zwei Wochen möglich. Die WGV Versicherung versichert nach eigenen Angaben Gebäude von fast allen Städten und Kommunen in Baden-Württemberg.

Die Württembergische Versicherung AG, Tochter des Finanzkonzerns W&W erwartet ein Schadensvolumen von über 30 Millionen Euro, wie das Unternehmen mitteilte. Die HUK-Coburg, einer der führenden Kfz-Versicherer, verzeichnete bis zu 12.000 Fahrzeug und 1000 Gebäudeschäden. Unterdessen bereiten sich die Hagelabwehrflieger im Südwesten auf ein heißes Wochenende vor: „Ab Samstagnachmittag wird es spannend, für den Abend sind Quellwolken und Unwetter vorhergesagt“, hatte Harald Knitter vom Landratsamt Rems-Murr-Kreis am Donnerstag in Waiblingen erklärt. Die Piloten fliegen in Hagelwolken und versprühen dort eine Lösung, die die Eisklumpen verkleinern soll.

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Quelle: dpa/Reuters

 
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