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Gruner + Jahr Julia Jäkel wird Deutschland-Chefin

 ·  Vorstandschef Bernd Buchholz verlässt Gruner + Jahr. Der Zeitschriftenverlag wird künftig von einem Triumvirat geleitet. Den von Buchholz geführten Bereich übernimmt Julia Jäkel, die bei Gruner + Jahr eine Bilderbuchkarriere gemacht hat.

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© Gruner + Jahr Julia Jäkel tritt als Deutschland-Chefin die Nachfolge von Bernd Buchholz an

Der Zeitschriftenverlag Gruner + Jahr wird künftig nicht mehr von einem Vorstandschef allein, sondern von einem Triumvirat geleitet. Der bisherige Vorsitzende Bernd Buchholz, dessen Demission sich abgezeichnet hatte, verlässt das Unternehmen. Den von ihm betreuten Bereich Gruner + Jahr Deutschland, mit zahlreichen Zeitschriften, Magazinen und Digitalgeschäften, übernimmt Julia Jäkel.

Sie führte bislang die Bereiche „Exclusive & Living“, „Frauen, Familie und People“, zu denen rund zwanzig Magazinen gehören (unter anderem „Brigitte“, „Schöner Wohnen“ oder „Essen & Trinken“). Neben Julia Jäkel ist im Gruner + Jahr-Vorstand Torsten-Jörn Klein für das Auslandsgeschäft zuständig, Achim Twardy verantwortet die Bereiche Finanzen, Druck, Beteiligungen, Corporate Services und „Operations“.

Bernd Buchholz hatte seinen Sitz im Vorstand des Mutterkonzerns Bertelsmann kürzlich geräumt, sein Abgang bei Gruner + Jahr erschien seither nur noch als eine Frage von Tagen. „Ich bedanke mich bei Gesellschaftern und Aufsichtsrat, vor allem aber bei meinen Vorstandskollegen, den Führungskräften sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für viele Jahre der Zusammenarbeit, die ich als großes Privileg empfunden habe“, sagte er.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Thomas Rabe, Vorstandschef von Bertelsmann, bedankte sich bei Buchholz „für die erfolgreiche und engagierte Arbeit in den vergangenen Jahren, auf die der neu zusammengesetzte Vorstand nun gesamtverantwortlich aufbauen wird.“

Der offiziellen Verlautbarung zum Trotz galt das Verhältnis zwischen Buchholz und Rabe seit einiger Zeit als zerrüttet – mit seinen Plänen kam der Gruner + Jahr-Chef bei Bertelsmann nicht mehr durch, der Vertrauensentzug wurde spürbar, zumal der operative Gewinn von Gruner + Jahr zuletzt deutlich geschrumpft war.

„Schöner Wohnen“ legte stark zu

Die vierzig Jahre alte Julia Jäkel, die mit dem ehemaligen „Tagesthemen“-Moderator und Publizisten Ulrich Wickert verheiratet ist, hat bei Gruner + Jahr eine Bilderbuchkarriere gemacht. Sie begann 1999 als geschäftsführende Redakteurin bei der Zeitschrift „Gala“, zählt zum Gründungsteam der „FTD“, übernahm als Verlagsleiterin die „Brigitte“ und schließlich 2004 und 2008 in zwei Schritten große Teile des deutschen Zeitschriftengeschäfts von Gruner + Jahr. Sie gilt als entscheidungsfreudig und vermittelnd zugleich, als Motivatorin und Mannschaftsspielerin.

Am Beispiel des Magazins „Schöner Wohnen“, das zwischen 2010 und 2012 in der Auflage und dem Anzeigenaufkommen nach stark zulegte, konnte man sehen, was Julia Jäkel im Verein mit dem Chefredakteur Stephan Schäfer, der inzwischen auch die „Brigitte“ führt, zu leisten im Stande ist.

„Ein Team erfahrener Verlagsmanager“

„Mit Julia Jäkel“, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende Thomas Rabe, „haben wir eine hervorragende Managerin mit hoher verlegerischer Kompetenz für das Zeitschriften- und Digitalgeschäft in Deutschland gefunden“. „Mit ihr, Torsten-Jörn Klein und Achim Twardy“ werde Gruner + Jahr „nun von einem Team erfahrener Verlagsmanager geführt“, mit der neuen Struktur, also der paritätisch führenden Konzernspitze, sei Gruner + Jahr „bestens aufgestellt“.

Zuletzt hatte es Spekulationen gegeben, dass Bertelsmann, das die Minderheitsanteile der Jahr-Familie (25,25 Prozent) gegen eigenen Aktien tauschen und damit den Verlag ganz übernehmen will, Gruner + Jahr danach ganz oder in Teilen verkaufen könnte. Dem scheint die Verpflichtung von Julia Jäkel zu widersprechen. Und auch die offizielle Mitteilung zum Tage klingt zwar etwas kryptisch, aber nicht nach einem Verkauf von Gruner + Jahr: „Bertelsmann und die Familie Jahr“, heißt es dort, „werden sich als Gesellschafter dafür einsetzen, dass sich Gruner + Jahr erfolgreich weiterentwickeln kann.“

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Jahrgang 1965, Redakteur im Feuilleton, zuständig für „Medien“.

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