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Großbanken Der Stellenabbau in der Dresdner Bank ist beendet

23.03.2005 ·  Nach Verlusten in Milliardenhöhe will die zur Allianz-Gruppe gehörende Dresdner Bank AG im laufenden Jahr einen hohen dreistelligen Millionengewinn erzielen.

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Nach Verlusten in Milliardenhöhe will die zur Allianz-Gruppe gehörende Dresdner Bank AG im laufenden Jahr einen hohen dreistelligen Millionengewinn erzielen. "Die erfreuliche Entwicklung in den ersten Monaten dieses Jahres stimmt uns mit Blick auf das Gesamtjahr zuversichtlich", sagte der Vorstandsvorsitzende Herbert Walter bei der Vorlage der Bilanz. Ziel für 2005 sei, die Kapitalkosten von 8,85 Prozent zu verdienen. Das entspräche nach Angaben der Muttergesellschaft Allianz einem Jahresgewinn von rund 700 Millionen Euro. Für 2004 weist das Institut vor Steuern einen Verlust von 69 Millionen Euro aus. Nach Steuern wurde ein Ergebnis von 85 Millionen Euro erwirtschaftet. 2002 und 2003 hatte die Bank insgesamt fast 3 Milliarden Euro Verlust gemacht.

"Wir haben die vergangenen beiden Jahre genutzt, die Bank fit zu machen. Jetzt verdienen wir wieder Geld", sagte Walter, der vor zwei Jahren auf dem Höhepunkt der Krise an die Spitze der Bank geholt wurde. Die Allianz hatte die Dresdner Bank 2001 für rund 23 Milliarden Euro übernommen. Nach der Sanierung, in deren Zuge fast ein Drittel der Arbeitsplätze abgebaut wurden, strebe die Bank nun profitables Wachstum vor allem durch eine Steigerung der Erträge an, sagte Walter. Ein weiterer Stellenabbau über die bereits angekündigten Maßnahmen hinaus sei nicht geplant. Ende 2004 hat die Bank noch rund 30000 Mitarbeiter beschäftigt. Die Dresdner Bank sei sicherlich auf gutem Wege, kommentierte Reiner Osbild, Bankenanalyst bei Sal. Oppenheim. Er bezweifle aber, daß die Bank in diesem Jahr den angestrebten Gewinn von rund 700 Millionen Euro erreiche.

2004 sind die operativen Erträge um 5 Prozent auf 6,4 Milliarden Euro geschrumpft. Walter stellte indes heraus, daß die Erträge im strategischen Geschäft nach Risikovorsorge im vergangenen Jahr leicht zugelegt hätten. Hintergrund ist, daß die Dresdner Bank ihr nichtstrategisches Geschäft in eine Umstrukturierungseinheit ausgelagert hat. Für die nächsten Jahre strebe man im strategischen Geschäft eine Steigerung der Erträge um durchschnittlich etwa 4 Prozent an, sagte Walter. Dazu beitragen soll nicht zuletzt eine stärkere Kooperation mit der Muttergesellschaft Allianz. Allein im laufenden Jahr soll die Allianz rund 300000 neue Kunden für die Dresdner Bank anwerben. Derzeit hat die Bank im Filialgeschäft 4,9 Millionen Kunden. Mit fast 950 Filialen habe sein Haus das dichteste Filialnetz unter den deutschen Großbanken, hob Walter hervor. Zusammen mit der Allianz habe man hierzulande 12000 Standorte. Zudem soll eine Partnerschaft mit dem französischen Ratenkreditspezialisten Cetelem für kräftiges Wachstum sorgen. 2004 hat das Filialgeschäft (Personal Banking) nur ein mageres operatives Ergebnis von 76 Millionen Euro erwirtschaftet.

Mit 506 Millionen Euro lieferte das Firmenkundengeschäft (Corporate Banking) im vergangenen Jahr den größten Ergebnisbeitrag. Zu den - leicht rückläufigen - Erträgen habe die Investmentbank Dresdner Kleinwort Wasserstein (DrKW) 20 Prozent beigesteuert, sagte Walter. Das belege die gute Zusammenarbeit der beiden Einheiten. Das operative Ergebnis der DrKW ging gegenüber dem Vorjahr allerdings von 343 auf 247 Millionen Euro zurück - während viele andere große Investmentbanken satte Gewinnzuwächse verzeichnet haben. Walter bestritt, daß dies mit der Abwanderung wichtiger Mitarbeiter zu tun habe. Der Rückgang erkläre sich vielmehr damit, daß man aus Vorsichtsgründen vergleichsweise wenig Risiken eingegangen sei. Das Geschäftsfeld "Private Banking & Business" steigerte das operative Ergebnis von 283 auf 336 Millionen Euro.

Die Zinsmarge habe sich gegenüber dem Vorjahr trotz des andauernd heftigen Wettbewerbs leicht verbessert, sagte Walter. Im Jahresvergleich ist der Zinsüberschuß dennoch um 12 Prozent auf 2,28 Milliarden Euro geschrumpft. Ein Grund dafür war, daß die Risikoaktiva um 6 Prozent auf 104,8 Milliarden Euro abgeschmolzen wurden. Die Risikovorsorge wurde von 1,0 Milliarden auf 337 Millionen Euro zurückgefahren, was erheblich zu dem positiven Ergebnis nach Steuern beigetragen hat. Für 2005 und die folgenden Jahre plane man - sehr vorsichtig - mit einer Risikovorsorge von 450 bis 500 Millionen Euro, sagte Walter. Der Provisionsüberschuß lag mit 2,6 Milliarden Euro auf der Höhe des Vorjahres; gleiches galt für das Handelsergebnis, das 2004 1,5 Milliarden Euro betrug. Die Aufwands-Ertrags-Quote ist um 3 Punkte auf 85 Prozent gesunken. Mittelfristig strebe man einen Wert von 75 Prozent an, sagte Walter. Dies solle vorwiegend über die Steigerung der Erträge erreicht werden.

Während die Bank die ersten drei Quartale 2004 mit Gewinn abschloß, hat sie im vierten Quartal nach Steuern 346 Millionen Euro Verlust gemacht. Im Vergleich zum gleichen Vorjahresquartal ging der Zinsüberschuß von 780 auf 516 Millionen Euro zurück. Teilweise ausgebügelt wurde dies dadurch, daß die volatile Gewinnkomponente Handelsergebnis einen Anstieg von 112 auf 344 Millionen Euro verbuchte. Der Provisionsüberschuß blieb mit rund 600 Millionen Euro konstant.

Mit einer Bilanzsumme von 524 Milliarden Euro (plus 9,8 Prozent) hat die Dresdner Bank die Hypo-Vereinsbank überflügelt und ist nun nach dieser Kennziffer Deutschlands zweitgrößte Geschäftsbank. Aufgrund unterschiedlicher Abgrenzungen weichen die Zahlen der Dresdner Bank und der Muttergesellschaft Allianz teilweise voneinander ab. (bf.)

Quelle: F.A.Z., 24.03.2005, Nr. 70 / Seite 18
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