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Auch Google steigt ein : Mit künstlicher Intelligenz gegen den Terror

  • Aktualisiert am

Mit künstlicher Intelligenz gegen Terror-Inhalte im Netz: Auch Google reagiert auf den immer größer werdenden politischen Druck. Bild: dpa

Schon länger fordert die Politik von Internetkonzernen, mehr gegen die Verbreitung von Terror-Propaganda im Netz zu unternehmen. Nun kündigt Google eine Initiative an.

          Nach Facebook hat auch Google angekündigt, den Kampf gegen terroristische Inhalte im Netz mit künstlicher Intelligenz zu verstärken. Der Internet-Konzern werde dafür mehr Entwickler und seine modernste Technologie im Bereich der selbstlernenden Maschinen einsetzen, kündigte Google-Chefjurist Kent Walker am Sonntag an. Gleichzeitig will Google aber auch verstärkt auf Hilfe von Experten setzen.

          Damit sollen unter anderem bei der Videoplattform Youtube automatisch mehr Clips mit Terrorpropaganda aufgespürt werden. Auch die Zahl der Experten, die über als verdächtig markierte Videos entscheiden, werde stark erhöht, schrieb Walker in einem Beitrag in der Londoner Zeitung „Financial Times“.

          Google setzt dabei auf „Trusted Flagger“, das sind Einzelpersonen oder Organisationen, denen Google vertraut, wenn sie anstößige oder rechtswidrige Inhalte anzeigen. Das können auch Strafverfolgungsbehörden sein.

          „Es muss noch mehr getan werden. Jetzt.“

          Walker betonte, Google, Youtube und andere Internet-Firmen arbeiteten zwar schon seit Jahren daran, solche Inhalte zu finden und zu löschen. Aber „die unbequeme Wahrheit ist, dass wir als Industrie eingestehen müssen, dass noch mehr getan werden muss. Jetzt.“

          Google setze bereits auf die Analyse von Videobildern, um Terror-Propaganda auch ohne Hinweisen von Nutzern zu entdecken, betonte Walker. Mehr als die Hälfte der gelöschten Inhalte in den vergangenen sechs Monaten sei so gefunden worden. Entwickler des Internet-Konzerns hätten auch Technologie entwickelt, die ein wiederholtes Hochladen bereits bekannter terroristischer Videos verhindere.

          Auch Facebook gab vor wenigen Tagen bekannt, dass selbstlernende Maschinen stärker dafür eingesetzt werden, solche Inhalte gar nicht erst wieder auf die Plattform durchzulassen. Zudem werde an einem Algorithmus gearbeitet, der durch Textanalyse terroristische Propaganda erkennen solle.

          Internet-Unternehmen stehen in Europa unter wachsendem Druck aus der Politik, härter gegen Terror-Inhalte vorzugehen. So erklärte die britische Premierministerin Theresa May nach dem jüngsten Attentat auf der London Bridge, Extremismus finde im Netz eine sichere Brutstätte - und die großen Internetunternehmen ließen dies zu. In Deutschland sieht ein Gesetzentwurf von Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) Strafen von bis zu 50 Millionen Euro vor, wenn Internet-Firmen illegale Inhalte nicht schnell genug löschen.

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