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Internetkonzern : Google bereitet Hilfe für Bezahlinhalte vor

Googles News-Manager Richard Gingras will stärker mit Verlagen zusammenarbeiten. Bild: Picture-Alliance

Der Internetkonzern weitet die Zusammenarbeit mit Verlagen aus. Daten sollen besser ausgetauscht werden. Ziel ist, die Zahlungsbereitschaft der Nutzer zu testen.

          Der amerikanische Internetkonzern Alphabet versucht mit seiner Tochtergesellschaft Google und deren Suchmaschine journalistische Bezahlinhalte zu unterstützen. „Wir wollen Verlagen helfen, mehr Abonnenten im Internet zu finden“, sagt Googles Vizepräsident für News, Richard Gingras, im Gespräch mit der F.A.Z. Zum einem versucht sich das Unternehmen daran, das Entdecken und Ausprobieren kostenpflichtiger Online-Angebote von Verlagen zu erleichtern. Zum anderen will Google mit seinen Daten Verlagen ermöglichen, die Zahlungsbereitschaft der Nutzer zu erfahren und den Bestellvorgang zu erleichtern.

          Jan Hauser

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Wenn der Internetkonzern Informationen über den Nutzer wie die E-Mail-Adresse oder die Kreditkarte etwa durch ein Google-Konto kennt, sollen auch Verlage dies nutzen können. Dann müssten interessierte Nutzer weniger Daten eingeben und würden den Bezahlvorgang schneller abschließen. Mit dieser Hilfe dürfte es Google auch um eigene Einnahmen gehen, die größtenteils von Werbung abhängen und dazu besonders den Gebrauch der Suchmaschine benötigen. Der Konzern spürt den Druck durch Konkurrenten vor allem des sozialen Netzwerks Facebook, das ebenfalls auf digitale Werbeeinnahmen zielt. Von sich aus spricht Gingras den Nutzen für Google an.

          Dabei geht es ihm um den Wandel des Internets. „Uns ist wichtig, dass das Internet gesund bleibt und viel Wissen aufweist. Das ist nicht nur gut für die Gesellschaft, sondern auch für das Geschäft“, sagt er. Ihr Erfolg basiere auf dem offenen Internet: „Wir bei Google und auch die Verlage brauchen das offene Internet, um erfolgreich und wettbewerbsfähig zu sein.“ Die Zusammenarbeit mit den Verlagen umfasst verschiedene Felder und sei für den Konzern wichtig, weil sie nicht selbst Anbieter von Nachrichten seien. Die F.A.Z. ist an den Gesprächen als Founding Member der Digital News Initiative gemeinsam mit acht anderen europäischen Verlagen beteiligt.

          Gingras registriert die wachsende Bedeutung kostenpflichtiger Angebote. „Für Verlage spielen Einnahmen aus digitalen Abos eine größere Rolle“, sagt er. Der Manager leitet auch Google News, das in 72 Ländern Inhalte von Verlagen wiedergibt und auf deren Internetseiten verweist. Das Kennenlernen von Inhalten sei online genauso wichtig wie mit gedruckten Magazinen. „Wir wollen das Entdecken und Ausprobieren von Inhalten im Internet verbessern“, sagt er. Dabei gebe es Abonnentenprozesse, die 25 Schritte lang, aber nicht effektiv seien.

          Daten von Google sollen Verlagen beim Verwerten ihrer Inhalte helfen

          Die angestrebten Veränderungen erprobt Google noch. Details sollen wohl im Oktober verkündet werden. Mit den Zeitungen „Financial Times“ und „New York Times“ laufen schon länger Versuche. Generell sagt Gingras: „Wir arbeiten mit Verlagen an diesen Punkten seit geraumer Zeit zusammen, und ich erwarte, dass wir in den kommenden Wochen mit mehr Details herauskommen, was wir machen werden.“ Er erwähnt Fragen für die Zusammenarbeit: „Wie können wir helfen, wenn wir eine Kreditkarte für den Nutzer schon kennen?“ Oder: „Wie können wir mit unseren Daten Verlagen helfen, um zu erkennen, wer wie viel für die journalistischen Angebote bezahlen würde?“ Die Daten von Google sollen auch Aufschluss über Preismodelle bringen. „Damit können Verlage besser verstehen, welche Preise sie einzelnen potentiellen Abonnenten anbieten können“, sagt Gingras.

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