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„Goldener Windbeutel“ Hipp-Kindertees erhalten Negativ-Preis

 ·  „Dafür stehe ich mit meinem Namen“, sagt Claus Hipp in der Werbung. Doch passen Anspruch und Wirklichkeit immer zusammen? Drei Kindertees seiner Firma erhielten nun den „Goldenen Windbeutel“ für die dreisteste Werbelüge.

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Den „Goldenen Windbeutel“ für die dreisteste Werbelüge bekommt in diesem Jahr die Firma Hipp für ihre Instanttees für Kleinkinder. Bei einer Internetabstimmung entschieden sich 34,1 Prozent der rund 130.000 Teilnehmer für die Kinder-Tees auf Zuckergranulat-Basis, teilte die Verbraucherorganisation Foodwatch am Dienstag in Berlin mit. Hipp wies den Vorwurf, Etikettenschwindel zu betreiben, zurück.

„Zuckergranulat mit Wasser aufgegossen“

Laut Foodwatch enthalten die Instanttees „Früchte“, „Waldfrüchte“ und „Apfel-Melisse“ von Hipp pro 200-Milliliter-Tasse umgerechnet zweieinhalb Stück Würfelzucker. Empfohlen für Kleinkinder seien hingegen nur ungesüßte Getränke. „Zuckergranulat mit Wasser aufgegossen: Eltern ein solches Produkt für Kleinkinder zu empfehlen ist unverantwortlich“, kritisierte Oliver Huizinga von Foodwatch. Es passe „in keiner Weise zu dem Anspruch von Hipp, kindgerechte und gesunde Produkte anzubieten“.

Hipp hatte bereits im Mai angekündigt, seine zuckerhaltigen Granulat-Tees voraussichtlich bis Jahresende vom Markt zu nehmen und künftig Kinder-Tees mit dem zahnschonenden Zuckerersatzstoff Isomaltulose anzubieten. Für Kinder unter einem Jahr gibt es diese Tees bereits.

Hipp beklagt Verunsicherung der Verbraucher

Das Unternehmen reagierte mit Unverständnis auf die Verleihung des „Goldenen Windbeutels“ für die dreisteste Werbelüge. Auf der Verpackung werde „transparent und für den Verbraucher deutlich erkennbar der Zuckergehalt der Produkte angegeben“, hieß es in einer Stellungnahme. Zudem entsprächen die Tees den strengen Vorschriften der Diätverordnung, die alle Produkte für Kinder unter drei Jahren einhalten müssten. Hipp warf Foodwatch eine Verunsicherung der Verbraucher vor.

Auf dem zweiten Platz in der Foodwatch-Abstimmung landete mit 27,5 Prozent das „Viva Vital Hackfleisch“ vom Discounter Netto, das den Verbraucherschützern zufolge mit Wasser gestreckt ist. Platz drei belegte die laut Werbung den Cholesterinspiegel senkende Margarine „Becel pro-activ“ von Unilever, gefolgt von „Clausthaler Classic“ von Radeberger. Das als „alkoholfrei“ beworbene Bier enthält laut Foodwatch 0,45 Prozent Alkohol. Auf den fünften Platz wählten die Verbraucher in der Internetabstimmung den Tee „Landlust Mirabelle & Birne“ von Teekanne, laut Foodwatch ein Standard-Industrie-Früchtetee, der nur teurer verkauft werde.

Foodwatch wendet sich mit der Kampagne gegen irreführende Werbepraktiken von Lebensmittel-Herstellern. Dazu stellt die Organisation regelmäßig Produkte vor, die nach ihren Angaben nicht das halten, was sie versprechen. Fünf dieser Produkte hatte eine Jury nun im Internet zur Abstimmung gestellt, diese lief vom 22. Mai bis zum 18. Juni auf der Seite abgespeist.de.

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