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GM Chinesen wollen Hummer kaufen

03.06.2009 ·  Kurz nach seinem Insolvenzantrag hat der amerikanische Autobauer GM einen Käufer für seine Geländewagen-Marke Hummer gefunden. Nach einer gemeinsamen Erklärung geht die Sparte an den Spezialmaschinen-Hersteller Tengzhong.

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Kurz nach seinem Insolvenzantrag hat der amerikanische Autobauer General Motors (GM) bereits einen Käufer für seine Geländewagen-Marke Hummer gefunden. Nach einer gemeinsam veröffentlichten Erklärung geht die Sparte an den chinesischen Spezialmaschinen-Hersteller Sichuan Tengzhong Heavy Industrial Machinery.

Der Verkauf der einstigen Kultmarke soll bis September abgeschlossen sein, erklärte GM am Dienstag (Ortszeit). Analysten gingen davon aus, dass der Verkaufspreis unter den von GM vormals angestrebten 500 Millionen Dollar (rund 349 Millionen Euro) liegen werde. Zunächst hatte GM die Identität des Kaufinteressenten geheimgehalten.

Nach Ablauf eines Ultimatums des amerikanischen Präsident Barack Obama hatte GM am Montag als letzte Überlebenschance die Insolvenz beantragt. Der Autogigant will sich gut hundert Jahre nach seiner Gründung in der Insolvenz neu strukturieren. Elf Werke in den Vereinigten Staaten sollen geschlossen werden, Tausende der 92.000 Stellen fallen dabei weg. Zudem will der einst größte Autobauer weitere Marken abstoßen oder einstellen.

15 Milliarden Dollar Sofortkredit

Zudem bekommt GM nach seinem Insolvenzantrag einen staatlichen Sofortkredit über 15 Milliarden Dollar. Bei den Bemühungen um eine Rettung des Automobilkonzerns sei Zeit von kritischer Bedeutung, sagte Insolvenzrichter Robert Gerber am Montag bei der Bewilligung der Finanzhilfe. Damit soll innerhalb der nächsten drei Wochen der Umbau des Konzerns vorangetrieben werden.

Insgesamt sollen 33,3 Milliarden Dollar an staatlichen Mitteln für die Rettung des insolventen Industrieunternehmens bereitgestellt werden. Über die Bewilligung der weiteren Mittel will der Insolvenzrichter am 25. Juni entscheiden. Für den 30. Juni setzte er eine Anhörung über den geplanten Verkauf von Vermögenswerten und Unternehmensteilen an. Der Zeitplan setzt außerdem eine Frist für mögliche Einwände von Gläubigern bis zum 19. Juni.

Neues Unternehmen unter Staatsführung

Der Umstrukturierungsplan für GM sieht vor, dass der Großteil der Vermögenswerte in ein neues Unternehmen ausgelagert wird. Die amerikanische Regierung soll 60 Prozent davon übernehmen, die kanadische Regierung 12,5 Prozent. 17,5 Prozent gehen an die Automobilarbeitergewerkschaft UAW und 10 Prozent an die Inhaber von Firmenanleihen der bisherigen GM.

Das Insolvenzverfahren für General Motors folgt einem ähnlichen Schema wie das bereits Anfang Mai eingeleitete Verfahren für Chrysler. In diesem Fall genehmigte der Insolvenzrichter am Sonntagabend einen Verkauf der meisten Chrysler-Vermögenswerte an den italienischen Fiat-Konzern.

Statt Kultfahrzeug nur noch „Spritfresser“

Noch vor wenigen Jahren galt der Hummer, den GM 1999 vom Militär-Fahrzeug-Hersteller AM General kaufte, als Kultfahrzeug. Arnold Schwarzenegger, aber auch Schauspieler und Musiker in Deutschland, drehten mit dem Geländewagen, der auf 100 Kilometer zum Teil mehr als 25 Liter Benzin schluckt, ihre Runden. 2002 druckte die „New York Times“ unter der Überschrift „Detroits heißester Verkaufsschlager“ Liebesbekundungen von Hummer-Fans ab. Inzwischen haben viele prominente Hummer-Fahrer dem Riesenauto bereits den Rücken gekehrt. Kaliforniens Gouverneur Arnold Schwarzenegger, einst stolzer Besitzer von acht Hummers, hat einen Großteil seiner Flotte schon vor längerer Zeit abgestoßen.

Besonders im Heimatmarkt, wo GM 2007 über 80 Prozent seiner 66.000 Hummers verkaufte, brach der Absatz dramatisch ein. Deshalb galt es unter Experten bereits als ausgeschlossen, dass GM in Amerika oder Europa einen Käufer für den Spritschlucker finden werde.

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Von Heike Göbel

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