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Getränkeindustrie Radeberger schluckt Bionade

02.10.2009 ·  Die zum Oetker-Konzern gehörende Radeberger-Gruppe hat die Mehrheit des Getränke-Herstellers gekauft. Bionade soll zu einer internationalen Marke werden: „Wir wollen nicht, dass Bionade so etwas wie eine kleine Szene-Limo in Deutschland bleibt“, betonte Bionade-Gründer Kowalsky.

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Der Mischkonzern Oetker übernimmt die Mehrheit am Limonadenhersteller Bionade. Die bisher von Rhönsprudel gehaltene Beteiligung von 51 Prozent werde an den zu Oetker gehörenden Getränkehersteller Radeberger Gruppe mit Sitz in Frankfurt verkauft, sagte Rhönsprudel-Geschäftsführer Manfred Ziegler am Freitag. Radeberger hält somit künftig eine Mehrheit von 70 Prozent, die Bionade-Gründer Stephan und Peter Kowalsky bleiben mit 30 Prozent beteiligt, wie das Unternehmen auf einer Pressekonferenz in Hamburg am Freitag bekanntgab. Noch im Sommer hatte Rhönsprudel Berichten über einen Verkauf ihrer Anteile an Bionade widersprochen.

Die Keimzelle von Bionade ist eine kleine Familien-Brauerei im fränkischen Ostheim. Angesichts eines schwach laufenden Biergeschäfts setzte die Firma in den 90er Jahren auf die Gärlimonaden-Idee, an der Bionade-Erfinder Dieter Leipold jahrelang getüftelt hatte. 1995 wurden die ersten Flaschen abgefüllt. Die Limonade mit fünf Geschmacksrichtungen entwickelte sich zu einem großen Erfolg mit Bekanntheit in ganz Deutschland. Allein zwischen 2004 und 2008 sei die Zahl der abgefüllten Bionade-Flaschen von 4,7 Millionen auf 150 Millionen gestiegen.

„Wir haben Städte ausgesucht, die einen Trend auslösen können“

Einst als Idee einer Familienbrauerei gestartet, soll Bionade nun zu einer internationalen Marke werden: „Wir wollen nicht, dass Bionade so etwas wie eine kleine Szene-Limo in Deutschland bleibt“, betonte Bionade-Gründer Peter Kowalsky. Wie zu Beginn in Deutschland soll die gegorene Bio-Limonade
zunächst in trendigen Clubs und Bars europäischer Metropolen angeboten werden. „Wir haben Städte ausgesucht, die einen Trend auslösen können“, sagte Kowalsky. Dieses Marktingkonzept nehme zwar mindestens fünf Jahre in Anspruch, bewirke aber, dass sich der Titel nachhaltig festsetze. In Deutschland hat Bionade jedoch inzwischen mit einer Reihe von ähnlichen Konkurrenzprodukten zu kämpfen.

Die Bionade-Erfinder gehören weiterhin der Geschäftsführung an, bekommen aber von Radeberger einen dritten Manager für das Kaufmännische zur Seite gestellt. Peter Kowalsky, der für das Marketing und den Vertrieb zuständig bleibt, sagte, der bisherige Teilhaber Schindel sei „nicht an einer Internationalisierung interessiert“ gewesen.

Bionade ist nach eigenen Angaben die erste Limonade, die ökologisch hergestellt wird. Das Herstellungsprinzip ist ähnlich dem Gären beim Bierbrauen, nur dass es bei Bionade gelang, den Zucker nicht zu Alkohol vergären zu lassen. Für die Limonade werden biologisch angebaute Zutaten und natürliche Aromen verwendet.

Die GmbH Bionade beschäftigt 65 Mitarbeiter, weitere damit verbundene Firmen sind die Bionade International GmbH mit 9 Beschäftigten und die Bionade Abfüll GmbH mit 17 Mitarbeitern.

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