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Kinderbetreuung : Arbeitgeber-Präsident Dulger für 24-Stunden-Kitas

  • Aktualisiert am

Rainer Dulger Bild: dpa

Der Staat müsse die ganztägige Kinderbetreuung viel stärker ausbauen, findet Arbeitgeber-Präsident Dulger. Er beklagt „eine völlig verkrampfte Haltung im Umgang mit Müttern“.

          Der Präsident des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall, Rainer Dulger, hat den Ausbau von 24-Stunden-Kitas zur Entlastung arbeitender Mütter gefordert. „Der Staat muss die ganztägige Kinderbetreuung viel stärker ausbauen“, sagte Dulger der „Welt“. Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) habe völlig recht mit dem Ansatz, 24-Stunden-Kitas zu fördern, erklärte er weiter. Schwesig hatte vor kurzem ein derartiges Förderprogramm über 100 Millionen Euro angekündigt.

          Der Gesamtmetall-Präsident beklagte ein verkrampftes Familienbild und „eine völlig verkrampfte Haltung im Umgang mit Müttern“. Nach Meinung Dulgers sollte Müttern gesagt werden: „Es ist in Ordnung, wenn Du Dein Kind mal für 24 Stunden in einer Kita abgibst.“

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          Eine Mutter, die eine Dienstreise unternehme, werde zuerst gefragt: „Wo ist Dein Kind? Wer kümmert sich?“ Wenn die Frau dann antworte, dass das Kind in der Kita übernachtet, dann springe die Mehrheit der Deutschen auf und rufe: „Rabenmutter!“ Das deutsche Mutterbild sei viel zu überfrachtet.

          „Die Kinder nehmen es, wie es kommt“

          Natürlich ließen keine Mutter und kein Vater gern ein Kind auch nur eine Nacht in der Kita. „Aber so etwas muss mal möglich sein. Wir müssen uns von erlernten Weltbildern verabschieden, ich sage das aus eigener Erfahrung“, erklärte er. Dulger zeigte sich überzeugt, dass die Frage nach dem Kindeswohl „in dieser seltsamen Debatte oft genug vorgeschoben“ werde.

          Als Vater von zwei Kindern sage er, „die Kinder nehmen es, wie es kommt“. Der Gesamtmetall-Präsident bekräftigte zugleich die Haltung der Arbeitgeber, den Acht-Stunden-Arbeitstag abschaffen zu wollen. Es gehe um die Frage, wie man mehr Flexibilität möglich mache: „Dass Beschäftigte beispielsweise entscheiden können, statt täglich starr sieben Stunden heute mal neun und morgen elf Stunden arbeiten, dafür dann aber übermorgen zu Hause zu bleiben“, so Dulger. Das gehe aber rechtlich nicht. Deshalb sei der Vorschlag sinnvoll, „von einer täglichen auf eine wöchentliche Grenze zu gehen“.

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