http://www.faz.net/-gqe-8wccs

Zwei Jahre nach dem Unglück : Familien der Absturzopfer verklagen Germanwings

  • Aktualisiert am

Angehörige gedachten am Freitag der Opfer der Germanwings-Katastrophe im französischen Vernet. Bild: AFP

Einem offiziellen Bericht zufolge liegt die Schuld für das Germanwings-Unglück vor zwei Jahren allein beim Piloten. Doch die Familien sehen auch Germanwings in der Pflicht. Das System habe versagt.

          Zwei Jahre nach der Germanwings-Katastrophe haben in Spanien sechs Opferfamilien die Kölner Fluggesellschaft, den Mutterkonzern Lufthansa und mehrere Versicherer verklagt. Die Klagen auf Schmerzensgeld wurden vor einem Handelsgericht in Barcelona eingereicht, wie Sprecher der Familien am Montag in der spanischen Metropole mitteilten.

          Am Freitag war in Le Vernet in den französischen Alpen am zweiten Jahrestag der Katastrophe bei einem Treffen von rund 500 Hinterbliebenen der Opfer gedacht worden. Dem offiziellen Untersuchungsbericht zufolge hatte Copilot Andreas Lubitz auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf den Airbus absichtlich gegen einen Berg gesteuert. Alle 150 Menschen an Bord starben.

          „Das System hat versagt und zugelassen, dass eine unqualifizierte Person ein Flugzeug mit 140 Passagieren steuert“, sagte vor Journalisten der Sprecher der sechs Familien, Narcís Motjé, der beim Unglück seinen Sohn Jordi (37) verloren hat. „Wir wollen, dass die ganze Wahrheit und alle Verantwortlichen ermittelt werden, damit so etwas nie wieder passiert.“

          Die Höhe der geforderten Schmerzensgelder wollte man nicht bekanntgeben. Die angebotenen Beträge seien aber beleidigend, so der Anwalt der Familien aus Spanien, Paraguay und Großbritannien. Motjé beklagte zudem, Sim-Karten möglicherweise mit Information zum Ablauf der Katastrophe seien vor der Rückgabe der Handys an die Familien entfernt worden. Lubitz’ Familie hatte zum zweiten Jahrestag Zweifel an der Alleinschuld des Copiloten angemeldet.

          Quelle: hade./dpa

          Weitere Themen

          Helfer vereinen Familien wieder Video-Seite öffnen

          Verlorene Kinder aus Myanmar : Helfer vereinen Familien wieder

          Mehr als eine halbe Million Rohingya sind aus ihren Dörfern in Myanmar ins benachbarte Bangladesch geflüchtet. Im Chaos der Flüchtlingslager werden viele von ihren Familien getrennt. Helfer versuchen die Familien wieder zu vereinen.

          Emotionale Erbstücke Video-Seite öffnen

          Uhr, Gitarre, Gartenlaube : Emotionale Erbstücke

          Wir haben unsere Fotografen gebeten, nach Erbstücken zu suchen. Was Vätern ihren Kindern schenken, ist oft seit Generationen im Besitz der Familien. Schön? Hässlich? Kommt es darauf an? Natürlich nicht. Hier geht es um den ideellen Wert. Ein Blick in Schränke, Keller, Rumpelkammern und Garagen.

          Topmeldungen

          Hier gibt ein Dolmetscher des Bamf zu Testzwecken eine arabische Sprachprobe ab.

          F.A.Z. exklusiv : Wenn der Dialekt die wahre Herkunft verrät

          Was tun, wenn Asylbewerber keinen gültigen Ausweis haben? Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge setzt nach eigener Auskunft weltweit einzigartige biometrische Sprachsoftware ein. Sie soll die Herkunft von Asylbewerbern eindeutig ermitteln.
          Warren Buffett

          IBM-Aktie im Plus : Hat Warren Buffett einen Fehler gemacht?

          Kursfeuerwerk beim Börsenflop: Der Aktienkurs des Technologieriesen IBM ist in dieser Woche deutlich gestiegen. Andere prominente Aktien gingen dagegen auf Talfahrt – obwohl dem Produkt ein „Superzyklus“ prognostiziert wird.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.