17.07.2007 · Das Chemieunternehmen BASF darf die Kartoffel „Amflora“ in Deutschland aussäen. Die High-Tech-Kartoffel ist gegen zwei Antibiotika resistent und kann zur Herstellung von Klebstoff und Papier verwendet werden. Kritiker fürchten, dass das Gen auf Menschen oder Tiere übertragen wird.
Der Weg für die Aussaat der umstrittenen genveränderten Kartoffel "Amflora" in der Europäischen Union ist frei. Die 27 Agrarminister einigten sich am Montag in Brüssel nicht darauf, ob sie die Kartoffel des deutschen Chemieunternehmens BASF zulassen wollten oder nicht. Damit kann die Europäische Kommission alleine darüber entscheiden. Die EU-Behörde hatte im Vorfeld geurteilt, dass die Aussaat der Kartoffel unbedenklich sei, auch da sie nur für industrielle Zwecke genutzt werden soll. Deutschland stimmte mit den Niederlanden, Schweden und Großbritannien für die Zulassung. Länder wie Italien, Polen und Österreich votierten dagegen. BASF will die Amflora-Kartoffel vor allem in Deutschland aussäen. Derzeit gibt es hier schon auf 155 Hektar Testpflanzungen.
Die gegen Antibiotika resistente Kartoffel enthält besonders viel Stärke und ist unter anderem für die Herstellung von Klebstoff oder Papier interessant. Die Erlaubnis für die Aussaat des gentechnisch veränderten Nahrungsmittels ist die erste seit neun Jahren. In den Jahren 1998 bis 2004 hatte die EU die Zulassung gentechnisch veränderter Güter ausgesetzt. Seither hat die EU nur die Einfuhr solcher Produkte erlaubt, etwa als Futtermittel.
Kartoffel nur als Industrieprodukt
Umweltschutzverbände hatten im Vorfeld gegen die Zulassung protestiert, weil BASF die Kartoffel mit einem gegen zwei Antibiotika resistenten Gen versehen hat. Das erlaubt es, die Amflora-Kartoffel von anderen zu unterscheiden. Kritiker von Greenpeace und dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) befürchten, dass das Gen auf den Menschen oder Tiere übertragen wird. Dadurch könnten wichtige Antibiotika ihre Wirksamkeit verlieren. Diese Einschätzung werde von der Weltgesundheitsorganisation geteilt, teilte der BUND mit. Eine Sprecherin der Kommission sagte, die Europäische Agentur für Lebensmittelsicherheit (EFSA) habe die Kartoffel für unbedenklich erklärt. Die Kartoffel werde nicht in den Lebensmittelkreislauf gelangen.
Der deutsche Landwirtschaftsminister Horst Seehofer (CSU) zeigte sich über das Ergebnis des Rates erfreut. "Da die Zulassung unter der Maßgabe erteilt wurde, dass diese Kartoffel nur als Industrieprodukt genutzt wird, konnten wir zustimmen", sagte Seehofer. Die Regierung in Berlin werde darauf achten, dass die Kartoffel nur so angepflanzt werde, dass sie sich nicht mit anderen Kartoffeln vermische. Auch werde Deutschland genau beobachten lassen, ob der Boden, auf dem die Kartoffel angepflanzt werde, sich verändere. Es bleibe für Deutschland die oberste Priorität, antibiotikaresistente Gene aus der Lebensmittel- und Futtermittelkette fernzuhalten, sagte Seehofer. Dies könnte noch in diesem Jahr relevant werden. BASF hat auch die Nutzung der Amflora-Kartoffel als Futter beantragt. Die EU-Kommission hat dazu noch keine Stellung bezogen. Eine Sprecherin von BASF sagte, der Konzern gehe davon aus, auch diese Zulassung zu erhalten, weil die EFSA keine Bedenken habe.
Na Toll! Deutschland stimmt dafür...
Hein Fietenbrink (HeinFiete)
- 17.07.2007, 16:04 Uhr
Wuerden Sie Gene essen??
Gerd Bungartz (gerdbungartz)
- 17.07.2007, 17:24 Uhr
@Bungartz: Die Frage bleibt: was bringts????
Hein Fietenbrink (HeinFiete)
- 17.07.2007, 18:28 Uhr
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