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HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Genossenschaftsbanken Kreditgenossen heben stille Reserven

Volksbanken bringen aus steuerlichen Gründen die DZ Bank in eigens gegründete Holdings ein

Viele Genossenschaftsbanken in Hessen, Rheinland-Pfalz, Thüringen und dem Saarland haben ihre Beteiligung an der DZ Bank als Sacheinlage in drei eigens dafür gegründete Holdings eingebracht. Auf diese Weise tauschten die Banken zum Jahresende ihre Beteiligung an der DZ Bank in eine Beteiligung an einer Holding und erzielen einen außerordentlichen steuerfreien Ertrag, da die Anteile zum doppelten bis dreifachen Buchwert eingebracht wurden.

Die DZ Bank ist im Sommer 2001 aus der DG Bank und der GZ-Bank hervorgegangen. Damals wurde den Aktionären erlaubt, ihre Anteile zum Nennwert zu bilanzieren. Dadurch wurde für einige Banken schon eine hohe Wertaufholung möglich. Der Nennwert lag jedoch deutlich unter dem Verkehrswert. Die DZ Bank ging mit einem Grundkapital von 2,67 Milliarden Euro an den Start und wurde von Wirtschaftsprüfern mit insgesamt 12 Milliarden Euro bewertet. Derzeit durchläuft die DZ Bank eine Sanierung und Restrukturierung, in der im Herbst eine Kapitalerhöhung vorgenommen wurde.

Mit Blick auf die tief gefallenen Börsenkurse anderer Banken überrascht es, daß Volksbanken und Raiffeisenbanken nun nochmals für die DZ Bank eine Wertaufholung in ihre Bilanz einstellen dürfen. "Wir haben ein steuerlich induziertes Wertgutachten von einem externen Wirtschaftsprüfer angefordert", sagt der Präsident des Genossenschaftsverbandes Frankfurt, Klaus Lambert, der auch im Aufsichtsrat der DZ Bank ist. Man habe den Ortsbanken dann erlaubt, ihre Anteile zum halben Verkehrswert in die Holdings einzubringen. Das Heben der stillen Reserven sei im Geschäftsjahr 2002 ohne Auswirkungen auf die Gewinn-und-Verlust-Rechnung der Ortsbanken. Vielmehr sei deren Eigenkapitalbasis gestärkt, weil die gehobenen stillen Reserven den Rücklagen (Vorsorge für allgemeine Bankrisiken) zugeführt worden seien.

Lambert gab zu, er sei stets dafür gewesen, daß Volksbanken und Raiffeisenbanken ihre Anteile direkt halten. Das steuerliche Argument, insbesondere die Gefahr, daß eine neue Bundesregierung die Veräußerungserlöse von Beteiligungen wieder der Steuer unterwerfen könnte, habe ihn der Gründung der Holdings zustimmen lassen. Der Genossenschaftsverband Frankfurt setzt sich nun dafür ein, daß die Ortsbanken ihr Stimmrecht auf der Hauptversammlung der DZ Bank von den Holdings "zurückbekommen" können. (ham.)

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