01.04.2009 · Schon dreimal ist eine Fusion der beiden genossenschaftlichen Spitzeninstitute DZ Bank und WGZ Bank gescheitert. Seit Sommer des vergangenen Jahres haben die beiden genossenschaftlichen Zentralbanken nochmals verhandelt. Nun haben sie die Fusion abermals abgeblasen
Die genossenschaftlichen Zentralbanken DZ Bank und WGZ Bank haben in letzter Minute die seit Mitte vergangenen Jahres vorbereitete Fusion abgeblasen. In einer Erklärung der beiden Banken heißt es, man sei übereingekommen, die Fusionsgespräche „derzeit nicht weiter zu verfolgen“. Als maßgeblicher Grund wurde die Situation an den internationalen Finanzmärkten angeführt, die zu einem hohen Maß an Verunsicherung geführt habe.
DZ Bank und WGZ Bank würden jedoch ihre gute bisherige Zusammenarbeit weiter ausbauen und dabei wichtige Projekte sowohl für die beiden Häuser als auch für den Verbund realisieren.
Problem: die Frage der Altlasten
Die beiden Banken sind die Zentralstellen von rund 1200 Volks- und Raiffeisenbanken, die auch die Eigentümer sind. Zudem gehören zur DZ Bank auch die Bausparkasse Schwäbisch Hall oder die R&V-Versicherung. Neben Privatbanken und Sparkassen bilden die Genossenschaftsbanken die dritte große Säule im deutschen Bankensektor. Mit der Fusion sollte nur noch ein Spitzeninstitut für den gesamten Bereich zuständig sein.
Hintergrund des Scheiterns der Fusion war nach Angaben aus Kreisen der DZ Bank der Widerstand der Eigentümer der WGZ Bank. Diese hätten zuletzt gefordert, dass die Eigentümer jedes Instituts für mögliche Altlasten in seinen jeweiligen Wertpapierbeständen haften sollte. „Das widerspricht aber dem Geist einer Verschmelzung“, sagte ein DZ- Bank-Mitarbeiter.
Kein Stellenabbau geplant
Für das laufende Geschäft der DZ Bank soll das Platzen der Fusion keine Folgen haben. So sei etwa kein Stellenabbau geplant, hieß es. Auch wolle die DZ Bank wie geplant eine Kapitalerhöhung vornehmen. Derzeit gebe es keine Pläne, Staatshilfe in Anspruch zu nehmen. Allerdings werde dies auch nicht grundsätzlich ausgeschlossen. Die DZ-Bank-Gruppe hat insgesamt rund 20.000 Mitarbeiter.
Beide Spitzeninstitute hatten im vergangenen Jahr unter der Finanzkrise zu leiden. Die DZ Bank in Frankfurt wies einen Verlust von rund einer Milliarde Euro aus. Die wesentlich kleinere WGZ Bank in Düsseldorf will ihre Bilanz an diesem Donnerstag vorstellen. Nach Angaben aus Finanzkreisen wird hier mit einem Verlust von etwa 200 Millionen Euro gerechnet. Allerdings hat die WGZ nach eigenen Angaben keinen Kapitalbedarf.
Die beiden genossenschaftlichen Zentralbanken hatten seit Juni über ihr Zusammengehen verhandelt. Damit sollten Einsparungen von 120 Millionen Euro jährlich verbunden sein. Noch bei Vorlage ihrer Bilanz am 4. März hatte die DZ Bank erklärt, die Pläne zur Fusion seien in der Umsetzung. Am 9. April sollten die Verschmelzungsverträge unterschrieben werden. Der Versuch zum Zusammenschluss von DZ (Frankfurt) und WGZ (Düsseldorf) war zuvor bereits dreimal gescheitert.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.319,85 | −3,26% |
| Dow Jones | 12.118,60 | −2,22% |
| EUR/USD | 1,2433 | +0,58% |
| Rohöl Brent Crude | 98,82 $ | −2,76% |
| Gold | 1.606,00 $ | +3,08% |
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