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Mittwoch, 19. Juni 2013
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Genfer Autosalon VW spricht wieder vom Drei-Liter-Auto

 ·  Jedes neu entwickelte Auto soll bei Volkswagen künftig weniger Kraftstoff verbrauchen als sein Vorgängermodell, kündigt der Konzern beim Genfer Autosalon an. Ein neuer Polo soll ein gutes Beispiel geben.

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Volkswagen will den Kraftstoffverbrauch seiner Autos senken und damit im harten Wettbewerb punkten. VW-Chef Bernd Pischetsrieder sagte vor Beginn des Genfer Autosalons, in Zukunft solle jedes neue Modell des Konzerns weniger Kraftstoff verbrauchen als das Vorgängerauto.

Bei der Sanierung der ertragsschwachen Konzern-Kernmarke VW wird es nach den Worten Pischetsrieders keine „Hire-and-Fire-Politik“ („anheuern und feuern“) geben. Unterdessen wies Audi-Chef Martin Winterkorn Spekulationen über einen Wechsel an die VW-Spitze zurück.

Drei-Liter-Polo

VW präsentiert in Genf ein Drei-Liter-Modell des Polo. Trotz des Mißerfolgs beim Drei-Liter-Auto Lupo halte der Autobauer an dem Ziel fest, „das Drei-Liter-Auto zu popularisieren“, hieß es. Auch auf Motorenseite nehme der Konzern die Rohstoffkrise sehr ernst. Bis Ende 2010 sollen alle Motoren in der Lage sein, sowohl mit traditionellen Kraftstoffen als auch mit erneuerbaren Antriebsmöglichkeiten (Biomasse, Ethanol) zu fahren. Kritiker werfen VW vor, über Jahre kleinere Autos mit geringem Verbrauch vernachlässigt zu haben.

Zur Sanierung der Kernmarke VW hatte VW-Markenchef Wolfgang Bernhard bereits eine Modelloffensive angekündigt. An 20 Modellen werde gearbeitet, die Hälfte davon seien völlig neue Autos in Segmenten, in denen VW bisher noch nicht vertreten sei, sagte Bernhard Mitte Februar. Vor mehr als zwei Wochen hatte die Konzernspitze ein tiefgreifendes Restrukturierungsprogramm für die Kernmarke VW angekündigt, von dem in den kommenden drei Jahren rund 20.000 Beschäftigte betroffen sein könnten. Schwerpunkte des Programms sind geringere Arbeitskosten, eine volle Auslastung der Werke auch durch eine Kapazitätsanpassung sowie eine Neuordnung der Komponentenfertigung. VW lotet derzeit in Gesprächen mit den Arbeitnehmervertretern mögliche Maßnahmen aus.

Der Tarifvertrag von November 2004 für die 100.000 Beschäftigten der sechs westdeutschen Werke schließt betriebsbedingte Kündigungen bis 2011 aus. Bernhard sagte in Genf, Gespräche mit dem Betriebsrat über das Sanierungsprogramm liefen „sehr gut“ und einvernehmlich. Einzelheiten nannte er nicht. Die Gewerkschaft IG Metall hatte den VW-Vorstand am Montag davor gewarnt, den Haustarif in Frage zu stellen. Bezirksleiter Hartmut Meine erteilte neuen Lohnmodellen und längeren Arbeitszeiten eine Absage. „Die wahren Probleme liegen in Produktivitätsnachteilen gegenüber dem Wettbewerb durch zu aufwendige Konstruktion und mangelhafte Abläufe in den Werken.“

Winterkorn bleibt bei Audi

Unterdessen wies Pischetsrieder Spekulationen zurück, der geplante Bau eines neuen Werkes in Rußland könnte in Frage stehen. Das Projekt sei nicht grundsätzlich gefährdet. Es gebe zwar eine Verzögerung, in den nächsten drei Monaten sollte die Sache aber geklärt sein. Pischetsrieder wies zudem einen Medienbericht zurück, nach dem der Chef der spanischen VW-Tochter Seat, Andreas Schleef, seinen Posten an der Spitze des Autobauers schon bald räumen müsse. Schleef werde nicht vorzeitig abgelöst. Es gebe allerdings seit längerem eine „Vereinbarung“ mit Schleef, sagte Pischetsrieder. Über diese wolle er jedoch nicht sprechen.

Audi-Chef Winterkorn sagte am Dienstag in Genf zu Spekulationen über einen Wechsel an die Spitze von VW: „Ich bleibe bei Audi.“ Bei der Ingolstädter Tochter könne er VW am meisten helfen. Er habe hier viel angestoßen und wolle nun in den nächsten Jahren auch die Erfolge ernten. In den vergangenen Wochen waren immer wieder Spekulationen aufgekommen, Winterkorn wolle an die VW-Spitze rücken, falls der Vertrag von Pischetsrieder nicht verlängert werden sollte.

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