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Geldwäsche-Ermittlungen Vatikanbank spricht von gezieltem Angriff

 ·  Mitte September wurde bekannt, dass die römische Staatsanwaltschaft wegen Verdachts auf Geldwäsche gegen den Chef der Vatikanbank ermittelt. Jetzt wehrt sich der Beschuldigte vehement: Ein Formfehler werde als Vorwand für eine Kampagne gegen die Bank und den Vatikan benutzt.

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Der Vatikan hat die Geldwäsche-Ermittlungen gegen seine Staatsbank als gezielten Angriff zurückgewiesen. „Ein Verfahrensfehler wird dafür ausgenutzt, um das Institut, seinen Präsidenten und den Vatikan insgesamt zu attackieren“, sagte Bank-Präsident Ettore Gotti Tedeschi in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview der italienischen Finanzzeitung „Il Sole 24 Ore“.

Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor die Vatikanbank wegen möglicher Verstöße gegen das Geldwäschegestz ins Visier genommen (siehe Vatikanbank-Chef gerät ins Visier von Ermittlern): Nach Auffassung der Ermittler wurden über mehrere Finanzgeschäfte unzureichende Angaben über Herkunft und Verbleib von Geldern gemacht. Die Staatsanwaltschaft sieht darin einen Verstoß gegen die Bestimmungen zur Auskunftspflicht. Im Zentrum der Ermittlungen steht ein Geldtransfer nach Deutschland. Im Ganzen geht es um Transaktionen von 23 Millionen Euro, davon 20 Millionen an J.P. Morgan in Frankfurt und drei Millionen an eine Filiale der italienischen Banca del Fucino. Die Gesamtsumme wurde unterdessen von der Staatsanwaltschaft bei der Bank Credito Artigiano blockiert.

Der Chef der Vatikanbank Tedeschi spricht von einem „Verfahrensfehler“, der sich beim Geldtransfer innerhalb des Instituts ereignet habe. Die umstrittene Überweisung sei eine normale Transaktion. Bei der betreffenden Überweiung von 20 Millionen Euro an die Frankfurter Filiale von J.P. Morgan mit Hilfe der italienischen Bank Credito Artigiano habe es sich um eine Investition auf eigene Rechnung des IOR gehandelt. Ähnliche Investmentgeschäfte fänden laufend auch mit anderen Instituten statt. „Die Operation ist sonnenklar, es gibt nicht Verborgenes und nichts zu verbergen“, sagte Tedeschi, der unter anderem lange Jahre den italienischen Zweig der spanischen Santander-Bank leitete und als Berater für McKinsey arbeitete.

Tedeschi erklärte, er fühle sich von den Ermittlungen der italienischen Polizei gedemütigt. Er empfinde „Verbitterung und Demütigung“ angesichts der Anschuldigungen. Er sei bei der Vatikanbank mit dem ausdrücklichen Auftrag des Papstes angetreten, für mehr Transparenz zu sorgen und die Normen gegen Geldwäsche zu beachten. In den vergangenen zehn Monaten habe die Bank „alle internen Verfahren so aktualisiert, dass sie mit den internationalen Standards für Transparenz übereinstimmen“.

Neben Tedeschi ermittelt die römische Staatsanwaltschaft auch gegen den Generaldirektor der Vatikanbank, Paolo Cipriani. Es handelt sich nicht um die erste Ermittlung dieser Art gegen das Geldinstitut des Papstes. Die Vatikanbank war in der Vergangenheit wiederholt wegen
undurchsichtiger Geschäfte in die Schlagzeilen geraten. Vor einem Jahr hatten Medien über ähnliche Ermittlungen wegen undurchsichtiger Konto-Verbindungen der Vatikanbank zur Großbank UniCredit berichtet.

Gotti Tedeschi ist seit September 2009 Präsident der Vatikanbank. Sie ist die Hausbank der römisch-katholischen Kirche und zahlreicher religiöser Institutionen, darunter auch Wohlfahrtsverbände. Ihren Sitz hat die Bank im Festungsturm „Niccolo V.“ hinter den vatikanischen Mauern. Geschäftsberichte veröffentlicht das Institut nicht.

Quelle: FAZ.NET mit Reuters und KNA
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