22.08.2007 · Nach der Zinssenkung in Amerika hatten viele Fachleute damit gerechnet, dass die Europäische Zentralbank von ihrer geplanten Zinserhöhung im Herbst Abstand nimmt. Doch die Notenbank will offenbar daran festhalten. Gleichzeitig pumpt die EZB weitere Milliarden in den Geldmarkt.
Die Europäische Zentralbank (EZB) hält trotz der Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten an ihrer geplanten Zinserhöhung im September fest. Die geldpolitische Strategie der Notenbank orientiere sich nach wie vor an den letzten Aussagen von EZB-Präsident Jean-Claude Trichet von Anfang August, teilte die EZB am Mittwoch mit. Trichet hatte damals betont, die Notenbank beobachte die Inflationsrisiken mit „besonderer Wachsamkeit“. Dies gilt als Schlüsselformulierung für eine Zinsanhebung im nächsten Monat. Der Leitzins im Euro-Raum wird somit am 6. September voraussichtlich von 4,0 auf 4,25 Prozent steigen.
Gleichzeitig wird die EZB weitere Milliarden in den Geldmarkt pumpen, um die Märkte weiter zu stabilisieren. Die Notenbank kündigte eine zusätzliche Finanzspritze mit einem angestrebten Volumen von 40 Milliarden Euro an. Der sogenannte Tender habe eine Laufzeit von 91 Tagen und ende am 23. November.
Mehrfach zusätzliche Milliardenbeträge
Bei Europas Banken war es infolge der amerikanische Immobilienkrise zum Teil zu Geldnot gekommen, weil sich die Institute untereinander weniger Kredite gewähren als üblich. Die EZB und andere Notenbanken hatten den Geschäftsbanken daraufhin mehrfach Milliardenbeträge zusätzlich zur Verfügung gestellt. Zuletzt hatten die Notenbanken von einer Entspannung an den Märkten berichtet.
Volkswirte hatten noch Anfang dieser Woche gezweifelt, dass die EZB ihren Zinsschritt vollzieht, weil die Märkte wegen der amerikanische Immobilienkrise weltweit in Aufruhr geraten waren. Die Commerzbank hatte beispielsweise geschrieben: „Wenn die Turbulenzen anhalten, dürfte die EZB die Zinsanhebung wohl absagen.“ Bislang hatten die Experten wegen des wirtschaftlichen Aufschwungs und der damit verbundenen Inflationsgefahren mit einer Anhebung im September und im Dezember auf dann 4,5 Prozent gerechnet. Die Finanzkrise hatte Unsicherheit über die Aussichten für das Wirtschaftswachstum genährt.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.692,96 | −1,41% |
| FAZ-INDEX | 1.495,13 | −1,32% |
| TecDAX | 769,89 | −0,43% |
| MDAX | 10.249,10 | −1,04% |
| SDAX | 4.985,13 | −0,71% |
| REX | 421,06 | −0,02% |
| Eurostoxx 50 | 2.480,76 | −1,65% |
| F.A.Z. EURO INDEX | 80,01 | −1,60% |
| Dow Jones | 12.801,20 | −0,69% |
| Nasdaq 100 | 2.547,32 | −0,65% |
| S&P500 | 1.342,64 | −0,69% |
| Nikkei225 | 8.999,87 | +0,59% |
| EUR/USD | 1,3239 | +0,01% |
| Rohöl Brent Crude | 118,24 $ | +0,29% |
| Gold | 1.711,50 $ | −2,09% |
| Bund Future | 138,62 € | +1,01% |