Der indische Umweltminister Jairam Ramesh hat die Hersteller und Käufer von Luxuslimousinen scharf angegriffen. „Es ist kriminell, in einer Gesellschaft wie der indischen schwere Autos und insbesondere Geländelimousinen zu nutzen“, sagte Ramesh mit Blick auf den Verbrauch dieser Wagenklassen. Er wandte sich insbesondere gegen Fahrzeuge von „BMW und Benz“.
Die deutschen Luxushersteller verzeichnen in dem Land zweistellige Absatzsteigerungen. Denn dort wächst die Wirtschaft um 8 Prozent, wodurch eine breitere Mittelschicht entsteht. Auch die Oberschicht hat ihren Reichtum sprunghaft vermehrt. Gleichzeitig müssen weiterhin 650 Millionen Inder ihr Leben mit weniger als 2 Dollar täglich fristen, 60 Prozent der Inder bleiben von der krankenden Landwirtschaft abhängig. Ramesh forderte eine höhere Steuer für die Käufer von Luxusautomobilen.
„Wir sollten jene bestrafen, die solche Automobile fahren“
Sein Angriff insbesondere auf die Elite der deutschen Hersteller zwang Thomas Matussek, den deutschen Botschafter in Indien, zum Widerspruch: „Die deutsche Automobilindustrie besitzt herausragendes Fachwissen bei der Motorenentwicklung, und die deutsche Automobiltechnik ist sehr weit darin vorangeschritten, den Treibstoffverbrauch wie auch die Abgase zu verringern.“
Bislang ist Ramesh den Deutschen vor allem als Partner in der Umweltpolitik vertraut. Nun aber wandte er sich in seinen Äußerungen auf einer Konferenz der Vereinten Nationen gegen die Subventionen für Treibstoff in Indien. „Die wirklichen Nutznießer davon sind die Eigentümer von Automobilen von BMW, Benz und Honda.“ Indien will mit den Zuschüssen auf Treibstoff eigentlich seinen Bauern helfen. „Wir sollten jene bestrafen, die solche Automobile fahren, die wir auf unseren Straßen nicht sehen wollen - wie etwa SUV“, sagte der Umweltminister der größten Demokratie der Erde zu den bei Reichen beliebten Kreuzungen aus Limousine und Geländewagen (Sport Utility Vehicle). „Wir können die Menschen nicht zwingen, das eine oder das andere Auto zu kaufen. Aber durch eine entsprechende Besteuerung können wir ganz sicher einen Einfluss ausüben.“
BMW will bald Motorräder nach Indien bringen
Bislang ist Indien für die Automobilindustrie der zweite Hoffnungsmarkt nach China. Allerdings bewegen sich die Massenhersteller im Segment der Kleinfahrzeuge, um den Massenmarkt zu gewinnen. Doch legt das Luxussegment trotz hoher Preise sprunghaft zu. Im Oktober hatten praktisch alle Hersteller im Land Rekordverkäufe verbucht. Marktführer Suzuki, an dem nun auch Volkswagen beteiligt ist, verzeichnete einen Absatzzuwachs von 39 Prozent gegenüber dem Vorjahr, Tata Motors übertraf das Vorjahr um 22 Prozent. Mahindra, der größte Verkäufer von SUV in Indien, legte 34 Prozent auf 34 500 Einheiten zu.
Mercedes-Benz führt gerade die Großlimousine R-Klasse für 5,88 Millionen indische Rupien (96400 Euro) im Markt ein. Der Absatz der Stuttgarter stieg zwischen April und August um 84 Prozent auf 3500 Einheiten. BMW baut die Kapazität in seiner Fabrik in Chennai um 80 Prozent auf 5400 Einheiten jährlich aus. Die Münchner haben gerade ihr Finanzierungsgeschäft in Indien aufgenommen und wollen im Dezember ihre Motorräder nach Indien bringen. „Unser Erfolg zeigt, dass sich unsere Strategie, mit der Produktion dem Markt zu folgen, als richtig erweist - wie schon in Amerika und China“, sagte Produktionsvorstand Frank-Peter Arndt.
stellt sich doch nur die Frage...
Zeh Haans (sonderhai)
- 15.11.2010, 16:34 Uhr
2 Dollar täglich
Paul Rabe (heidelpaul)
- 15.11.2010, 16:36 Uhr
Der indische Umweltminister
Marvin Parsons (mapar)
- 15.11.2010, 17:06 Uhr
Welches Auto fährt eigentlich Sahib Ramesh?
(McKiri)
- 15.11.2010, 17:24 Uhr
Komischer Minister Ramesh
(Ak_Viersieben)
- 15.11.2010, 17:51 Uhr
