25.03.2010 · Die Deutsche Bahn hat 2009 deutliche Einbußen hinnehmen müssen: Der Umsatz sank um 12,3 Prozent auf 29,3 Milliarden Euro. Der Gewinn schrumpfte um 37,2 Prozent auf 830 Millionen Euro. Die Krise war´s, sagt der Bahnchef, benennt aber auch die hausgemachten Probleme.
Die Deutsche Bahn hat im Krisenjahr 2009 deutlich schwarze Zahlen geschrieben. Der Nettogewinn schrumpfte allerdings um fast ein Drittel auf 830 Millionen Euro, wie Bahn-Chef Rüdiger Grube am Donnerstag in Frankfurt erklärte. Der Einbruch im Güterverkehr auf Schiene und Straße von rund einem Fünftel führte zu einem Umsatzeinbruch im Konzern um zwölf Prozent auf 29 Milliarden Euro. Nur im Güterverkehr auf der Schiene habe die Bahn operativ Verluste geschrieben. Im laufenden Jahr soll der Umsatz auf vergleichbarer Basis um fünf Prozent zulegen, auch der Gewinn soll wieder steigen.
Die Krise im Güterverkehr habe die Bahn im vergangenen Jahr stärker getroffen als andere, sagte der scheidende Finanzchef Diethelm Sack. Schlüsselkunden aus dem Bergbau, der Auto- und Chemieindustrie hätten Nachfrageeinbrüche erlebt. Damit macht die Tochter DB Schenker nur noch 51 (58) Prozent des Umsatzes aus. „Auch im optimistischsten Fall rechnen wir damit, dass wir im Güterverkehr die Verkehrsvolumina der Jahres 2007 und 2008 nicht vor 2014 wieder erreichen werden“, sagte Grube.
„Wir werden das Eisenbahngeschäft in Deutschland in Ordnung bringen“
Expandieren will die Bahn vor allem im Ausland. Grube sagte, in Europa blieben voraussichtlich etwa fünf große Bahn-Unternehmen übrig, die Auslese sei vor allem im Personenverkehr im Gang. „Hier können und wollen wir nicht kampflos zuschauen.“ Deshalb sei die Bahn auf die britische Busgesellschaft Arriva zugegangen (Deutsche Bahn geht in Großbritannien auf Einkaufstour ). „Ob wir ein Übernahmeangebot abgeben werden, steht derzeit noch nicht fest“, schränkte der Bahn-Chef ein. Das börsennotierte Unternehmen würde Marktschätzungen zufolge rund 1,8 Milliarden Euro kosten. Der Bahn-Chef beklagte aber unfaire Wettbewerbsbedingungen in abgeschotteten Märkten wie Frankreich und Italien. Hier hoffe er auf die Bundesregierung.
Das bereinigte operative Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) lag im vergangenen Jahr mit 1,7 (2,5) Milliarden Euro ein Drittel unter Vorjahr. Darin nicht berücksichtigt sind Kosten für Restrukturierung von 450 Millionen Euro, aber auch 600 Millionen Euro aufgelöste Rückstellungen für Öko-Altlasten und Grundstückserträge aus dem Projekt „Stuttgart 21“, dem geplanten unterirdischen Bahnhof für Stuttgart (Dickes Fell: Stuttgart schändet seinen Bahnhof).
Wegen der massiven Ausfälle von ICE-Zügen im Winter (Kommentar: Eiskalt erwischt) und bei der Berliner S-Bahn (Schwere technische Mängel und Missmanagement) ging die Verkehrsleistung im Personenverkehr um 1,6 Prozent zurück. Bei den Radsätzen der ICEs habe sich die Bahn mit den Herstellern Siemens, Bombardier und Alstom geeinigt (Bahn einigt sich mit Alstom über neue Achsen). Der Austausch werde sich aber bis 2013 hinziehen. „Wir werden das Eisenbahngeschäft in Deutschland in Ordnung bringen“, versprach Grube. Die Ausschreibung für bis zu 300 neue IC-, EC- und ICE-Züge läuft. Die Verträge sollen bis zum 16. Juni stehen. Insgesamt werde die Bahn bis 2014 in neue Züge, die Infrastruktur und Bahnhöfe rund 40 Milliarden Euro investieren.
| Name | Kurs | Prozent |
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