http://www.faz.net/-gqe-76d8r
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 07.02.2013, 12:09 Uhr

Fusionsgespräche Amerikaner planen größte Fluggesellschaft der Welt

Auf dem Luftfahrtmarkt bahnt sich eine Mega-Fusion an. Einem Bericht zufolge befinden sich American Airlines und US Airways in fortgeschrittenen Gesprächen. American könnte sich damit aus der Insolvenz befreien.

von
© AFP American Airlines könnte sich durch die Fusion mit US Airways aus der Insolvenz befreien

Im amerikanischen Fluggeschäft zeichnet sich ein weiterer Konzentrationsschub ab. AMR Corp., der Mutterkonzern von American Airlines, und der Konkurrent US Airways sprechen offenbar über einen Zusammenschluss. Dadurch würde der größte Anbieter der Welt entstehen. Spätestens in zwei Wochen sollten Details zu der Transaktion feststehen, berichtete das „Wall Street Journal“ und berief sich dabei auf mit dem Vorgang vertraute Kreise.

Timo Kotowski Folgen:

Von dem Zusammenschluss könnte vor allem American Airlines profitieren und sich aus der Insolvenz befreien. 2011 hatte der Mutterkonzern AMR Insolvenz nach Chapter 11 des amerikanischen Insolvenzrechts angemeldet. Den letzten Anstoß für das Vorantrieben der Fusionspläne haben daher wohl die Gläubiger des Konzerns gegeben. Dem Bericht zufolge soll die Fusion rein über Aktien finanziert werden.

Mehr zum Thema

Uneinigkeit bestehe noch über die Aufteilung der Anteile am zusammengeschlossenen Unternehmen. Auch über die Verteilung von Posten im Management und im Verwaltungsrat liefen noch Gespräche der Vorstandsvorsitzenden von AMR UND US Airways, Tom Hurton und Doug Parker. So detailliert die Fusionspläne sind, aus informierten Kreisen verlautet auch, dass wegen der offenen Punkte ein Scheitern des Zusammenschlusses noch möglich sei.

Zuletzt hatte American Airlines stark auf seine Eigenständigkeit gepocht. Erst im Januar hatte die Gesellschaft ein neues Unternehmenslogo und eine neue Flugzeuglackierung vorgestellt. Im vergangenen Jahr hatte die Nummer drei der amerikanischen Luftfahrtgesellschaften einen Rekordumsatz von 24,9 Milliarden Dollar eingeflogen. Wegen der Sanierungskosten blieb unter dem Strich aber ein Fehlbetrag von 1,9 Milliarden Dollar.

Zu welchem Vielfliegerbündnis gehören die Fusionspartner?

Insgesamt beförderte der AMR-Konzern 2012 fast 108 Millionen Passagiere. US Airways, mit 52 Millionen Passagieren die Nummer fünf, hat die Phase finanzieller Schwierigkeiten bereits hinter sich. 2005 kam das Unternehmen durch eine Fusion mit American West aus der Insolvenz. Für 2012 meldete der Konzern ein Rekordergebnis von 537 Millionen Dollar, der Umsatz erreichte knapp 9 Milliarden Dollar.

Der mögliche Zusammenschluss wirft auch die Frage auf, welchem Vielfliegerbündnis das fusionierte Unternehmen angehören könnte. American Airlines ist Mitglied der Oneworld-Allianz um British Airways, der auch die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft Air Berlin angehört. US Airways ist hingegen der Star Alliance um die Deutsche Lufthansa angeschlossen.

Quelle: FAZ.NET

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Nun ist es offiziell Riesen-Übernahme: Bayer will Monsanto

Der deutsche Pharmakonzern Bayer will ein großes amerikanisches Unternehmen kaufen. Dessen Führung macht schon mal klar, wie sie das findet. Mehr

19.05.2016, 06:27 Uhr | Wirtschaft
Übernahme von Saatgutriesen Bayer will Monsanto für 62 Milliarden Dollar kaufen

Der deutsche Konzern Bayer will den amerikanischen Saatgutriesen Monsanto übernehmen und hofft auf Gegenliebe für seine umgerechnet 55 Milliarden Euro schwere Übernahmeofferte. Pro Monsanto-Aktie wolle man 122 Dollar zahlen, teilte das Leverkusener Unternehmen am Montag mit. Mehr

23.05.2016, 11:47 Uhr | Wirtschaft
Lufthansa Weniger Kündigungsschutz für langjähriges Personal

Wer sehr lange für die Lufthansa arbeitet, genießt einen besonderen Kündigungsschutz. Die Konzernführung will ihn lockern. Droht der nächste Arbeitskampf? Mehr

13.05.2016, 14:57 Uhr | Wirtschaft
Monsanto Übernahme Konjunkturdaten und Bayer verderben Anlegern die Laune

Monsanto steht als Entwickler des umstrittenen Unkrautvernichters Glyphosat, wegen gentechnisch veränderter Produkte und aggressiver Geschäftspraktiken seit längerem in der Kritik. Es wäre die bislang größte Übernahme durch ein deutsches Unternehmen: Bayer will für 62 Milliarden US-Dollar den Agrarkonzern Monsanto kaufen. Der neue Bayer-Chef Werner Baumann warb am Montag für den Zusammenschluss. Mehr

23.05.2016, 17:09 Uhr | Wirtschaft
Monsanto-Übernahme Bauern machen gegen Bayer mobil

Die geplante Übernahme von Monsanto stößt nicht nur in Deutschland auf Widerstand. Amerikas Bauern-Präsident erklärt im Gespräch mit der F.A.Z., warum das so ist. Mehr Von Roland Lindner, New York

25.05.2016, 20:03 Uhr | Wirtschaft

Bizarre Einigung über Griechenland

Von Werner Mussler, Brüssel

In den jüngsten Griechenland-Verhandlungen vollbringt Finanzminister Schäuble eine Meisterleistung. Der bizarre Kern soll im Dunkeln bleiben. Mehr 8 42


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Umfrage Zwei Drittel der Europäer für Grundeinkommen

Gute Idee oder schlicht Schwachsinn? Immer mehr Menschen diskutieren über ein bedingungsloses Grundeinkommen. Die Schweizer stimmen bald ab. Nun kommt eine überraschende Umfrage heraus. Mehr 68

Abonnieren Sie den Newsletter „Wirtschaft“

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden