01.04.2008 · Die Deutsche Post verkauft einen Teil ihres Immobilieneigentums an den amerikanischen Investor Lone Star. Das Geschäft umfast rund 1300 Liegenschaften, der größte Teil davon in Deutschland. Es geht um frühere Postämter, Filialen und kleinere Sortiereinrichtungen in sogenannten Ib-Lagen.
Von Helmut BünderDie Deutsche Post verkauft einen Teil ihres Immobilieneigentums für 1 Milliarde Euro in bar an den amerikanischen Investor Lone Star. Wie der Konzern mitteilte, umfasst das Geschäft rund 1300 Liegenschaften, der größte Teil davon in Deutschland. Dabei handele es sich meistens um frühere Postämter, Filialen und kleinere Sortiereinrichtungen in sogenannten Ib-Lagen, sagte eine Sprecherin.
Das Portfolio besteht zu knapp einem Drittel aus Altbauten, die bis 1940 errichtet worden sind. Nur 10 Prozent stammten aus der Zeit seit 1990. Von der Post weiterhin benötigte Gebäude und Grundstücke werden von Lone Star zurückgemietet. Von etwa 30 Prozent des Bestandes wird sich der Konzern vollständig trennen. Dazu gehören unter anderem frühere Filialen, die zwischenzeitlich geschlossen oder in Partneragenturen umgewandelt worden sind, aber auch andere ganz oder teilweise leerstehende Immobilien. Nach Ablauf von fünf Jahren erlaubt eine Kündigungsklausel der Post, sich für weitere Teile des Portfolios aus dem Mietvertrag zurückzuziehen.
Post betreibt derzeit noch 800 Niederlassungen selbst
Dadurch kann sich die Post weiterer Filialen entledigen: Bis 2011 will sie 700 ihrer 800 Niederlassungen, die sie noch mit eigenem Personal betreibt, ebenfalls schließen und in Partnerfilialen umwandeln. Von diesen 700 seien allerdings jetzt schon rund 500 von anderen Immobiliengesellschaften geleast, erläuterte die Sprecherin. Der Vertrag mit Lone Star wird zum 1. Juli wirksam. Dann wird auch eine erste Tranche des Kaufpreises fällig. Der größte Teil der Erlöse soll der Post aber erst Ende des Jahres zufließen. Erst dann soll auch über die Verwendung der Einnahmen entschieden werden.
Denkbar seien sowohl eine Sonderdividende als auch ein Aktienrückkauf, sagte die Sprecherin. Unter dem Strich werde sich der Abschluss im laufenden Jahr nicht nennenswert auf das Betriebsergebnis niederschlagen. Auch die Ergebnisprognose für 2008 werde sich nicht ändern. Erst in den Folgejahren schlügen die Effekte durch. Der Immobilienverkauf ist Teil eines im November angekündigten Kapitalmarktprogramms, mit dem der Konzern den Kurs der Postaktie nach oben treiben will.
Die Aktie der Post reagierte zunächst nicht sonderlich auffällig. Mit einem Plus von knapp zwei Prozent entwickelte sich ihr Kurs etwa im Durchschnitt des Dax. Zusammen mit den bereits im vorigen Jahr vereinbarten Immobilienverkäufen im Wert von 350 Millionen Euro hat die Post ihr Ziel schon übererfüllt, bis 2009 mindestens 1 Milliarde Euro an Immobilienverkaufserlösen einzunehmen. Eine weitere „Optimierung“ des Bestandes bleibe dennoch auf der Tagesordnung.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.394,15 | +1,26% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2468 | −0,16% |
| Rohöl Brent Crude | 106,24 $ | −0,57% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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