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Fünf Jahre nach der Lehman–Pleite Trichet: Es ist noch nicht vorbei

Auch fünf Jahre nach der Pleite der Investmentbank Lehman sind die Folgen nach Ansicht des einstigen EZB-Präsidenten Trichet nicht bewältigt. „Wir leben immer noch im Schatten von Lehman“, sagte Trichet der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

© dapd Vergrößern Als Folge der Lehman-Pleite erlebte die Weltwirtschaft ihre schwerste Rezession der Nachkriegszeit.

Fünf Jahre nach der Insolvenz der amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers sind die Folgen aus Sicht führender Notenbanker noch nicht bewältigt. „Wir leben immer noch im Schatten von Lehman“, sagte der einstige Präsident der Europäischen Zentralbank Jean-Claude Trichet der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Er kritisierte die damals allzu optimistische Wahrnehmung der Amerikaner: „Die erste Einschätzung, dass der Lehman-Bankrott keine schweren Konsequenzen hätte, war falsch“. Trotzdem sei die Entscheidung, Lehman pleite gehen zu lassen, kein Fehler gewesen. „Man kann ein Problem nicht endlos mit einer Folge von Rettungen angehen“, sagte er der F.A.S.

Jörg Asmussen, Mitglied im aktuellen EZB-Direktorium, lobte die Folgen der Lehman-Pleite für die Bankenregulierung. „Hätte man Lehman gerettet, wäre die Bankenregulierung heute sicher nicht schärfer als 2008“, sagte er der F.A.S. „In diesem Sinne hat Lehman auch etwas Gutes gehabt.“ Dass das Erreichte aber ausreicht, um eine Wiederholung der Katastrophe zu verhindern, bezweifelte er. „Wenn es feste Abläufe gibt, Banken-Testamente und einen europäischen Abwicklungsfond, dann ist es hoffentlich nicht mehr so dramatisch, eine große Bank vom Markt zu nehmen“, sagte er der F.A.S. „Letztgültig wissen wir das allerdings nie.“

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hält eine Wiederholung der Ereignisse für unwahrscheinlich. „Eine einzelne Bank könnte heute nicht mehr das ganze System zum Einsturz bringen. Dafür haben die Banken inzwischen Vorsorge getroffen und die Politik dementsprechende Leitplanken eingezogen“, sagte Schäuble der „Welt am Sonntag“.

Die Banken hätten zwar zum Teil aus der Krise gelernt. Der Finanzminister ermahnte die Finanzhäuser aber, nicht über Überregulierung zu lamentieren. „Die Klagen aus dem Finanzsektor sind nicht meine große Sorge. Die kehren mal lieber vor ihrer eigenen Tür“, meinte Schäuble. Europa habe in den vergangenen Jahren viel erreicht und einen neuen Ordnungsrahmen für die Finanzmärkte geschaffen. Mit der geplanten Bankenunion sei eine wichtige Aufgabe aber noch nicht abgeschlossen.

Am 15. September 2008 schockte die von der amerikanischen Regierung nicht verhinderte Pleite der Wall-Street-Bank Lehman die Finanzwelt. Die durch faule Immobilienkredite ausgelöste Krise erreichte ihren Höhepunkt. Als Folge erlebte die Weltwirtschaft ihre schwerste Rezession der Nachkriegszeit.

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Quelle: F.A.Z.

 
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Veröffentlicht: 07.09.2013, 16:09 Uhr

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