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Frozen-Yogurt-Kette Kalte Biene

 ·  Was sich in New York großer Popularität erfreut, will jetzt in London groß rauskommen: Frozen Yogurt. Die Gründer von Bee Me suchen derzeit Investoren, um nach Deutschland zu expandieren.

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© Unternehmen Die Bee Me Gründer Roman Lentz und Paul Kaliszewski vor ihrer Filiale in der Portobello Road

Kein Unternehmen ist vor externen Schocks gefeit. Für die Gründer von Bee Me kam ein solcher im vergangenen Monat. Es war der Juni mit dem meisten Regen in London seit dem Beginn der Wetteraufzeichnung. Alles andere als ein ideales Umfeld, wenn man sein Geld mit dem Verkauf von Joghurteis verdient.

Ein nasser Dämpfer für den 28 Jahre alten Paul Kaliszewski, den 26 Jahre alten Roman Lentz und den 27 Jahre alten Rüdiger Salzmann mit ihrer Geschäftsidee einer Frozen-Yogurt-Kette, die sich irgendwann einmal von London aus international ausbreiten soll. Vorerst bleibt es also bei der kleinen Keimzelle des vor zwei Jahren gegründeten Unternehmens an der Portobello Road im beliebten Stadtteil Notting Hill - die erste Filiale, die potentiellen Investoren zeigt, welches Potential in der Idee schlummert.

Die Herstellung ist relativ einfach und deshalb margenträchtig: Getrocknetes Joghurtpulver wird mit Milch in einer Maschine vermischt und gekühlt. Das Ergebnis ist ein Softeis, das deutlich weniger Kalorien als das klassische Speiseeis aufweist, aber wie im Fall von Bee Me genauso gut schmeckt. Hergerichtet mit viel frischem Obst, kommt es dem Geschmack einer urbanen Käuferschicht entgegen, die gesund leben will und neuen Trends gegenüber aufgeschlossen ist. Im Englischen gibt es dafür den Begriff „Healthy Lifestyle“.

Eine amerikanische Idee und ein erfrischender Name

Die drei Jungunternehmer gehören eigentlich einer Generation an, die lukrative Geschäftsmodelle eher im Internet vermutet. Lentz und Salzmann haben sich an der European Business School (EBS) in Oestrich-Winkel im deutschen Rheingau kennengelernt, wo sie drei Jahre lang gemeinsam Betriebswirtschaftslehre studierten.

Lentz und der Kanadier Kaliszewski, der in Oxford Politik studierte, schlossen wiederum Bekanntschaft während eines gemeinsamen Praktikums bei der Schweizer Großbank UBS in London. Wer aber mit offenen Augen durch die Welt läuft - was Kaliszewski, Lentz und Salzmann offensichtlich tun -, findet auch schon mal eine gute Geschäftsidee außerhalb der virtuellen Online-Welt.

So fiel Kaliszewski als der treibenden Kraft hinter Bee Me auf, dass in New York ein Laden nach dem anderen eröffnete, der Frozen Yogurt feilbot. Die Nachfrage erschien ihm groß und stabil genug, um die gesunde Alternative zum klassischen Speiseeis auf die Alte Welt zu übertragen. Zunächst wurde die Suche nach dem passenden Markennamen mit großem Aufwand betrieben. „Erfrischend, sozial, gesund, fröhlich und trendig sollte es sein“, lautete die Vorgabe. Ursprünglich war ein Elefant im Gespräch. Aber dann setzte sich doch die Biene als idealere Besetzung für die gesuchten Eigenschaften durch. Das Anhängsel „Me“ soll wiederum für die „Me-Time“, die Auszeit aus dem Alltag, stehen.

Die geplante Expansion kommt nicht in Gang

Doch auch das Produkt selbst durfte nichts zu wünschen übrig lassen. Fast ein ganzes Jahr begab sich Kaliszewski auf die Suche nach dem idealen Rezept, war viel auf Messen unterwegs, unterhielt sich mit Lieferanten, bis er mit dem Ergebnis endlich zufrieden war. Trotz der einfachen Herstellung sind durchaus größere Unterschiede in der Geschmacksrichtung wie auch der Konsistenz des Eises möglich.

Die Wahl des ersten Standorts fiel letztlich auf London, weil diese Stadt nach Ansicht der drei Gründer mit New York und der dort schon zu beobachtenden Erfolgsgeschichte des Frozen Yogurt am ehesten vergleichbar ist. Der kleine Laden in 251 Portobello Road gegenüber von Shannon’s Market Bar sorgt für die direkte Nähe zum Zielpublikum. Als 250.000 Pfund von sieben Geldgebern zusammengekommen waren, wurde er im August 2010 eröffnet.

Derzeit sind die Aufgaben so aufgeteilt, dass Kaliszewski und Lentz den Laden in London in Schwung halten, während Salzmann neben seinem Hauptberuf in Deutschland als Vertriebsleiter von Kofler Energies Ausschau nach Investoren hält. Trotz erster Erfolge - auf der diesjährigen Royal Chelsea Flower Show war Bee Me der umsatzstärkste Kiosk - kommt die geplante Expansion nicht in Gang, weil das Kapital dazu fehlt.

Eine Million Pfund wären notwendig

„Wir haben viele Ideen, die wir ausprobieren wollen“, erzählen die Gründer. Von Kioskgeschäften an Bahnhöfen und Flughäfen ist dann die Rede, auch vom ersten Bee-Me-Laden in Deutschland. Allein - sie finden sich in den Gesprächen mit potentiellen Geldgebern immer zwischen allen Stühlen wieder.

Eine Million Pfund steht als notwendige Größenordnung im Raum. Doch dem einen Investor ist dies eine zu kleine Losgröße. Ein anderer wiederum empfindet den Zeitpunkt für eine Investition als zu früh. „In einige sinnlose Internet-Geschäftsideen fließt so viel Geld“, zeigt sich Salzmann enttäuscht. „Wir haben dagegen einen realen Laden, ein reales Geschäftsmodell, einen realen Cashflow - und müssen uns dahinter anstellen.“

Eine Expansion würde vieles einfacher machen. Die Fixkosten ließen sich auf eine breitere Umsatzbasis stellen. Und auch ein nasser Juni ließe sich dann leichter verkraften. So werden erst einmal weiter Erfahrungen gesammelt im Herstellungsprozess wie im Kundengeschmack - immer in der Hoffnung, dass sich das irgendwann einmal als Vorsprung vor der Konkurrenz auszahlen wird.

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