26.04.2012 · Auch das Krankenhausgeschäft bietet Chancen, um Geld zu verdienen. Die Übernahme der Rhön-Kliniken durch den Gesundheitskonzern Fresenius ist das beste Beispiel.
Von Michael PsottaRichtlinien für Lesermeinungen
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Die Profitabilität von Krankenhäusern soll sich also daran zeigen, dass Fresenius Rhön kauft - eine bestechende Logik. Dann müssten auch amerikanische Hypothekenschrottpapiere ein spitzen Geschäft sein, sonst hätten sich die ja nicht so viele kluge Banker weltweit andrehen lassen. Guter Wirtschaftsjournalismus hätte sich vielleicht mal die Frage gestellt, wieso die Rhön-Aktionäre dann eigentlich verkaufen. Und vielleicht sogar mal in diese Richtung recherchiert.
Der beabsichtigte Helios-Rhön- Zusammenschluss ist Strategie pur. Mit diesem Zusammenschluss ist die "kritische Masse" erreicht, um künftig bezahlbare Gesundheitsversorgung aus einer Hand für den normalen Bürger machen zu können. Ich empfehle das aufmerksame Lesen des Vortragsmanuskripts des Rhön-Gründers Eugen Muench vom 18.04.2012 (Iges-Tagung in Berlin). Es ist an der Zeit, dass sich Bürger und Klinikunternehmen endlich zusammentun, um die hilflose Gesundheitspolitik und die Krankenkassen, die bisher keine hilfreichen Antworten auf die demographischen Herausforderungen geben, zu schieben. Das kann derzeit nur ein großes privates Klinikunternehmen mit guten und klugen Unternehmerköpfen. Dagegen verharren die meisten kommunalen Kliniken, aber auch Teile der freigemeinnuetzigen Kliniken, noch in Strukturen, die dem Untergang geweiht sind.
Es bleibt zu hoffen, daß nicht vom Kartellamt Sand ins Getriebe kommt. Wichtig ist, daß Kliniken aus der Hand kommunaler Kirchtumspolitiker verschwinden und die Kliniken Schritt für Schritt alle privatisiert werden.
Übernahmen sind nicht immer rational begründet und schon gar
nicht per se von Erfolg gekrönt - siehe Daimler, Siemens oder BMW.
Selbst wenn man Fresenius in diesem Fall
„Übernahmeerfahrung“ unterstellt. Diese hatten weitaus
größere Unternehmen auch.
Ob Fresenius damit später „gutes“ Geld verdient bleibt
fraglich. Ist es nicht eher schlechtes Geld, wenn es mit engen
Personalplänen und mangelnder Hygiene verdient wird?
Ist Asklepios in Hamburg nicht ein ist ein ähnlicher Fall? Viele
Mitarbeiter muss die Hansestadt wieder übernehmen – nicht
weil dort die Mitarbeiter eben nicht „gutes“ Geld verdienen.
Es ist grundsätzlich eine Sauerei,
wenn auch das Krankenhausgeschäft Chancen bietet, um Geld zu verdienen. Krankenhäuser gehören in die Hand der Bundesländer und sind an den Bedürfnissen der Bevölkerung auszurichten und nicht an den Bedürfnissen von Geschäftemachern.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 27.04.2012 10:02 Uhrgrundsätzliches und tatsächliches
Leider scheint die grundsätzliche These falsch zu sein, dass privat betriebene Krankenhäuser schlechter arbeiten und sich weniger an den Bedürfnissen der Patienten orientieren. Leider scheint auch die These, dass größerer finanzieller Aufwand bei Krankenhäusern in öffentlicher Hand, sich grundsätzlich zum Wohl der Patienten auswirkt. Meine Erfahrung mit Krankenhäusern spricht leider dafür, dass tatsächlich das Gegenteil der Fall zu sein scheint (keinesfall jedoch grundsätzlich)
Ich befürchte das am Ende die kostenträchtigen Patienten in den Städtischen Häusern bleiben.
wenn ich mich zB auf planbare Operationen konzentriere kann ich das fast
wie in der Autofabrik organisieren. Die Frage ist dann: wer versorgt zB
die Notfallpatienten für die ich Personal 24 Stunden am Tag an 365
Tagen im Jahr benötige. Ich kann mir auch sehr schöne
Geburtshäuser vorstellen die bei Mehrlingsgeburten und bei ohnehin
notwendigen Kaiserschnitten oder HIV positiven Müttern abwinken.
Rosinenpickerei funktioniert auch im Krankenhausbereich.
Michael Psotta Jahrgang 1957, Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für den Immobilienteil.
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