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Französischer Versorger : Atomkonzern fordert Staatshilfe nach britischem Vorbild

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Im „Maschinenraum“ des französischen Atomkraftwerkes Nogent-Sur-Seine. Bild: Reuters

Der französische Energieversorger EDF betreibt viele Atomkraftwerke. Seine Führung setzt auf den neuen Präsidenten Macron - und eine Regelung, die in Britannien schon gilt.

          Die Führung des französische Energieversorgers EDF hofft auf bessere Geschäftsbedingungen für die Atomkraft-Aktivitäten des Unternehmens unter dem neuen Präsidenten Emmanuel Macron. EDF wolle die Regierung davon überzeugen, staatliche Beihilfen für neue Atomkraftwerke nach britischem Vorbild einzuführen, sagte Finanzchef Xavier Girre.

          Der mehrheitlich dem französischen Staat gehörende Versorger baut gerade zwei Atommeiler in Großbritannien und hat dazu mit der britischen Regierung vereinbart, den Strom für die Dauer von 35 Jahren zu einem festgelegten Preis verkaufen zu können. Liegt der Marktpreis oberhalb dieses Niveaus, gibt EDF die Differenz an die britische Regierung ab. Liegt der Marktpreis darunter, stockt ihn die Regierung auf.

          Girre sagte zudem, die Signale aus Macrons Wahlkampfteam, den Anteil an Atomstrom im französischen Strommix möglicherweise nicht so schnell wie zuletzt diskutiert abzuschmelzen, wären für EDF positiv. Aus dem Umfeld von Macrons Team hatte es vor der Wahl geheißen, es bleibe zwar das Ziel, den Anteil von Atomstrom auf 50 Prozent zu begrenzen. Allerdings könnte der Zeitplan gestreckt werden.

          Derzeit kommt der Atomstrom auf etwa 75 Prozent. Bislang ist das Jahr 2025 als Datum für eine Verringerung auf 50 Prozent avisiert. Eine mit der Sache vertraute Person hatte zudem gesagt, Macron erwäge Beihilfen für Atommeiler nach britischem Vorbild.

          Die Nachrichten hatten der EDF-Aktie einen Kurssprung von rund acht Prozent eingebracht. Der Konzern, der ohnehin unter Schulden ächzt, könnte dazu gezwungen sein, mehr als ein Dutzend seiner 58 Reaktoren abzuschalten, sollte die Reduzierung schon im Jahr 2025 kommen. Mäßige Geschäfte in Italien und das schwächere britische Pfund brockten EDF im ersten Quartal einen Umsatzrückgang von 1,5 Prozent auf 21,1 Milliarden Euro ein. Der Konzern bekräftigte aber seine Ziele für das Gesamtjahr.

          Quelle: ala./Reuters

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