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Frankfurter Privatbank Metzler geht optimistisch ins 336. Geschäftsjahr

25.05.2009 ·  Dem Bankhaus Metzler hat das Krisenjahr 2008 kaum geschadet. Hausherr Friedrich von Metzler ist auch für 2009 zuversichtlich. Er selbst hat zwar keine operativen Aufgaben mehr – ans Aufhören denkt er aber noch nicht.

Von Tim Kanning
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Friedrich von Metzler hat viel von seinem Vater gelernt. Über die Wirtschaftskrise der dreißiger Jahre zum Beispiel hätten die beiden häufig beim Mittagessen gesprochen. Er habe ihm den Stolz darüber weitergegeben, dass die Bank diese schwere Zeit aus eigener Kraft überstanden habe – und damals nicht, wie viele andere Häuser, auf staatliche Hilfe habe zurückgreifen müssen. Verständlich, dass Metzler diesen Teil der Geschichte gerne wiederholen würde.

Beim Jahrespressegespräch in Frankfurt zeigte er sich diesbezüglich zuversichtlich. Zwar ist auch die exquisite Privatbank nicht davor gefeit, dass wichtige institutionelle Investoren zurückhaltender agieren und die Portfolios vieler Kunden im Strudel der Aktienmärkte mit absacken. Doch es gebe auch Unternehmen, die gerade jetzt, da größere Banken strauchelten, zu der Privatbank kämen. 2008 konnte das Provisionsergebnis sogar leicht gesteigert und das Zinsergebnis konstant gehalten werden. Die Kernkapitalquote liegt bei traumhaften 15,1 Prozent. Und Metzler berichtet, dass die Bank auch in diesen Zeiten viel mehr Kapital habe, als sie für das Bankgeschäft benötige. Die Mitarbeiterzahl wurde – anders als bei den meisten anderen Banken – im vergangenen Jahr erhöht, von 732 auf 770. 670 von ihnen arbeiten in Frankfurt.

Dividende für Familienaktionäre

Doch die meisten Zahlen, die das Haus vorlegt, sind kaum vergleichbar. Die fünf Familienaktionäre, die die Anteile am Bankhaus halten, verlangen Jahr für Jahr nach einer Dividende von 2,31 Millionen Euro. Dieser Betrag wird als Bilanzgewinn ausgewiesen. Alles, was darüber hinaus erwirtschaftet wird, fließt stillen Reserven zu. Ob es dem Haus unterm Strich nun also besser oder schlechter geht als im Vorjahr oder auch im Vergleich zur Konkurrenz, das ist dem Zahlenwerk kaum zu entnehmen.

Viel Kapital zurückzulegen, damit man für Krisen gewappnet ist – auch das habe er von seinem Vater gelernt, sagt Metzler: „Denn Krisen kommen immer wieder, und sie kommen immer über Nacht.“

Stille Reserven sollen still bleiben

Wie hoch die stillen Reserven sind, will man nach wie vor nicht veröffentlichen. „Wir finden das nicht so interessant, wenn stille Reserven nicht mehr still sind“, kommentiert Emmerich Müller, einer der persönlich haftenden Gesellschafter der Bank, der im Partnerkreis das Privatkundengeschäft verantwortet (siehe Grafik). Müller spricht viel bei diesem Pressegespräch. An ihn verweist Metzler auch die Fragen über die Zukunftsaussichten, mit den Worten: „Meine Partner halten mich immer für zu optimistisch, deswegen gebe ich jetzt an den Realisten Müller weiter.“

Metzler hat gerade sein Mandat als Aufsichtsratsmitglied der Deutschen Börse niedergelegt, der er seit ihrer Gründung als Aktiengesellschaft beigestanden hatte. Und in der Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer sitzt seit der jüngsten Wahl vor wenigen Wochen nicht mehr Metzler, sondern Müller. Doch ob Müller schon als Nachfolger für den mittlerweile 66 Jahre alten Hausherrn ausgemacht ist, dazu will sich Metzler nicht äußern. Er denke noch nicht an seinen Rückzug aus der Bank. Operative Funktionen bekleide er schon seit einigen Jahren nicht mehr, sondern sei für die strategischen Entscheidungen zuständig. Für die verschiedenen Geschäftsfelder habe er acht kompetente Partner, die alle die Führung übernehmen könnten.

Bank-Vorläufer 1684 gegründet

Die Familie sei sich einig darüber, dass im Partnerkreis – also der operativen Führung – nicht unbedingt ein Metzler vertreten sein müsse. Wichtiger sei es, die neue Generation davon zu überzeugen, Gesellschafter der Bank zu werden, sich also am Kapital zu beteiligen. Daran arbeite man, sagte Metzler. Im März ist der 33 Jahre alte Leo von Metzler als Gesellschafter in die Bank eingetreten. Er hat als Direktor im Privatkundengeschäft zugleich operative Aufgaben übernommen. Leo ist der Sohn von Renate und Christoph von Metzler, der in den achtziger Jahren gemeinsam mit Friedrich das Haus grundlegend neu aufgestellt hatte. Auch die beiden Kinder von Friedrich und Sylvia von Metzler sind gerade in der Bank-Ausbildung.

Kein Metzler im Partnerkreis – das wäre ein Zustand, den es in der 335 Jahre währenden Geschichte des Hauses erst einmal gegeben hat. Nach dem Tod Benjamin Metzlers, der den ersten Vorläufer der Bank 1674 in Frankfurt gründete, hatte es sieben Jahre gedauert, bis dessen Sohn alt genug war, Partner zu werden.

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