http://www.faz.net/-gqe-qdkx

Fotografie : Agfa-Photo GmbH insolvent

  • Aktualisiert am

Bild: dpa

Die Agfa-Photo GmbH mit Sitz in Leverkusen hat nach eigenen Angaben Insolvenz angemeldet. Der Antrag sei beim Amtsgericht Köln eingereicht worden, sagte ein Unternehmenssprecher am Freitag.

          Die Agfa-Photo GmbH mit Sitz in Leverkusen hat nach eigenen Angaben Insolvenz angemeldet. Der Antrag sei beim Amtsgericht Köln eingereicht worden, sagte ein Unternehmenssprecher am Freitag. Grund sei die Zahlungsunfähigkeit des Unternehmens, das insgesamt rund 1.900 Mitarbeiter beschäftige. Rund 800 davon arbeiteten am Stammsitz in Leverkusen. Der Betriebsratschef Bernhard Dykstra sagte dem WDR, der Betriebsrat sei von der Insolvenz völlig überrascht worden. Das Gremium kam am Morgen zu einer Dringlichkeitssitzung zusammen.

          Der Foto- und Grafikspezialist Agfa Gevaert aus Belgien hatte sich im vergangenen August von seiner Fotofilmsparte getrennt. Die Sparte, die unter anderem Filme, Fotopapiere und Fotochemikalien herstellt und bereits damals unter dem starken Wettbewerb der Digitalfotografie litt, ging den damaligen Angaben zufolge für 175,5 Millionen Euro an das Management.

          Agfa-Gevaert teilte mit, die Insolvenzanmeldung werde sich auf die ehemalige Muttergesellschaft wohl nicht wesentlich auswirken. Agfa-Gevaert unterstützt AgfaPhoto vereinbarungsgemäß noch bis Ende dieses Jahres im Vertrieb, der Auftragsbearbeitung und im Service.

          Insolvent: Aus für Agfa.
          Insolvent: Aus für Agfa. : Bild: Agfa

          Die Geschichte von Agfa reicht bis in das Jahr 1867 zurück. Agfa brachte 1936 den ersten modernen Farbfilm auf den Markt. Das seit 1897 eingetragene Warenzeichen ist eine Kurzbezeichnung aus den Wörtern „Actien-Gesellschaft für Anilin- Fabrikationen“. Das erste Agfa-Fotoprodukt war 1889 ein Entwickler. Im Jahr 1964 schloss sich die deutsche Agfa mit der belgischen Gevaert Photo-Producten zur Agfa-Gevaert-Gruppe zusammen.

          Im ersten Halbjahr 2004 rutschte die Fotosparte tiefer in die roten Zahlen. Der Spartenumsatz ging angesichts des Digitalbooms und eines Preisverfalls um fast 18 Prozent auf 363 Millionen Euro zurück. Im November 2004 verkaufte Agfa-Gevaert seine Foto-Stammsparte mit Fotopapier, Fotochemikalien und Laborgeräten für 175,5 Millionen Euro. Das neue, selbstständige Unternehmen AgfaPhoto GmbH mit Hauptsitz Leverkusen gehört Finanzinvestoren und Managern. Die Agfa-Gevaert-Zentrale zog mit dem Börsengang 1999 nach Belgien um. Mehrheitseigentümer der AgfaPhoto GmbH wurde mit 55 Prozent die Nanno Beteiligungsholding um den Geschäftsmann Hartmut Emans. 25 Prozent halten Manager und den Rest US-Finanzinvestoren.

          Weitere Themen

          Trump trifft sich mit Japan für Handelsabkommen Video-Seite öffnen

          Neue Verhandlungen : Trump trifft sich mit Japan für Handelsabkommen

          Der japanische Ministerpräsident Abe besuchte Trump in Florida, um die Handelsgespräche zwischen beiden Ländern zu intensivieren. Trump bekräftigte, er ziehe ein Abkommen zum Abbau des US-Handelsdefizits vor. Den Verantwortlichen für das Handelsdefizit will Trump auch schon ausgemacht haben.

          Topmeldungen

          Bamf-Dependance in Berlin (Symbolbild)

          Bundesamt für Flüchtlinge : Verdacht auf Korruption im Bamf

          Eine Bremer Mitarbeiterin des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge hat nach einem Medienbericht mehr als 1200 Asylanträge angenommen, obwohl sie dafür gar nicht zuständig war. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

          Judenhass im Rap : Reim dich, oder ich fress dich

          Die ARD hat eine Doku über die deutsche Rap-Szene wiederholt. Die Autorin geht der Frage nach, ob es im deutschen Hip-Hop eine Spur des Antisemitismus gibt. Die Antwort ist eindeutig.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.