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Mittwoch, 19. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Forschen mit dem Staat Staatsgelder für Stromautos

 ·  Die deutsche Autoindustrie verdient prächtig. Trotzdem lässt sie sich Forschung und Erprobung neuer Elektrofahrzeuge vom Steuerzahler bezuschussen.

Artikel Bilder (3) Lesermeinungen (17)

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Wolfgang Richter

Jagd auf die Fördertöpfe

Elektroautos sind aufgrund der unzureichenden Batterietechnik nur für den städtischen Verkehr geeignet. Aber aus öko/klima-ideologischen Gründen soll dieses Nischenprodukt als Allheilmittel verkauft werden.
Klar, daß alle Autohersteller versuchen, wenigstens möglichst viel Geld aus den Fördertöpfen zu ergattern, um das aus political correctness und dem Grün-Image (und den nächsten Machthabern zuliebe?) benötigte Elektro-Auto, das niemand will, auf die Beine zu stellen.
Als Zweitauto für Kurzstreckenverkehr, besonders stop and go, in Ballungsräumen durchaus sinnvoll, versagt dieses Mangelwesen schon bei den einfachsten Überland-Transportaufgaben.
Realismus ist angesagt. Man darf hier nicht Milliarden verbrennen, die dem Bürger und Steuerzahler gehören.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 26.07.2012 09:14 Uhr
Klaus Ermecke

"nur für den städtischen Verkehr geeignet"

Danke, Herr Richter, für Ihre klare Ansage! Trotzdem ein Einwand: Elektroautos seien "für den städtischen Verkehr geeignet" - das hört man oft, und es scheint eine Art Konsens zwischen den Anbetern und den meisten Kritikern dieses Produktes zu sein. Aber selbst diese Aussage muß verworfen werden. Die meisten Einwohner größerer Städte haben nämlich gar keinen festen Parkplatz, und selbst wenn sie einen haben, ist der meist nicht vor fremdem Zugriff geschützt. Ein Elektroauto müßte aber - um überhaupt betriebsbereit zu bleiben, jeden Tag viele Stunden an einer Ladestation angeschlossen sein, mit einem speziellen Hochleistungskabel mit speziellen Steckern. Diese Stationen bzw. Anschlußsäulen gibt es aber nirgendwo. Um sie aufzubauen, müßten in der gesamten Republik sämtliche Straßen oder Bürgersteige aufgerissen werden, um neue Kabel zu versehen und überall Anschlußsäulen zu errichten. Das allein würde Hunderte von Milliarden Euro kosten - wenn nicht mehr. Es ist einfach QUATSCH !

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Klaus Ermecke

"Jedes Unternehmen versucht, möglichst viel von den Geldern abzubekommen"

Genau das ist es - das Geheimnis der Begeisterung der deutschen Autobauer für die "Elektromobilität". Jeder regelmäßige Autofahrer weiß inzwischen, daß das "Wort "Elektro" in Verbindung mit dem fahrbahren Untersatz "Immobilität" bedeutet - einen drastischen Rückschritt hinsichtlich Flexibilität, Komfort und Sicherheit z.B. gegenüber einem modernen Dieselfahrzeug. Deshalb geht es auch gar nicht um die Kunden. Es geht um den Kuchen - den nämlich, den ideologiegetriebene Politiker spendiert haben. Damit können sie die Industrie kaufen, damit sie in ihren Propagandachor einstimmt, und den Bürgern können sie es dann in Form von steigenden Steuern in Rechnung stellen.

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Lukas Durand

Kann die Aufregung beim besten Willen nicht verstehen.

Es geht hier um Forschungsförderung. Diese macht Sinn, da Forschung wichtig ist, aber man nicht immer absehen kann, ob die Ergebnisse den Aufwand wieder einspielen können.

Forschungsförderung gibt es für Unternehmen und Hochschulen. Wer hier das Ende dieser "Subventionen" fordert, will dem Bildungsstandort Deutschland schaden.
Eine Unterscheidung zwischen Hochschulen und Unternehmen macht hier keinen Sinn, da diese häufig sehr eng bei Forschungsprojekten zusammenarbeiten.

Wer gefördert wird, das richtet sich nach Innovationskraft und Verwertbarkeit des Projekts. Es ist nicht relevant, ob der Geförderte arm ist oder nicht. Und das ist auch richtig so, gutes Wirtschaften sollte nicht bestraft werden - das ist im Gegensatz zur Gleichmacherei marktwirtschaftlich.

Es gibt übrigens beim BMBF einen Förderkatalog, wo alle geförderten Projekte mit Laufzeit, Fördersumme und Zuwendungsempfänger eingetragen sind. Auch online. Soviel zum Thema mangelnde Transparenz.

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Johannes Eckstein
Johannes Eckstein (dc-3) - 25.07.2012 11:17 Uhr

Subventionen

sind immer falsch, denn sie fördern Projekte, die der Steuerzahler nicht freiwillig bezahlen würde, weil er sie nicht braucht oder weil sie ihm im Verhältnis zum Nutzen zu teuer sind. - Beim Elektroauto sind sie besonders falsch, weil hier eine technische Sackgasse finanziert wird. E-Autos sind wegen ihres hohen Gewichts und ihrer Kosten physikalisch und ökonomisch nicht konkurrenzfähig. Und solange der Strom für sie nicht aus umweltfreundlicher Erzeugung stammt, bringen sie auch für die Umwelt nichts. Aber die veröffentlichte Meinung hebt ihr Image in den Himmel, so dass die Autokonzerne wider besseres Wissen auf diesen Zug aufspringen - und sich die Imagepflege kräftig subventionieren lassen. Wie war das noch - gegen Dummheit kämpfen selbst die Götter vergebens. Scheint wahr zu sein.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 25.07.2012 18:23 Uhr
Klaus Ermecke

"Strom aus umweltfreundlicher Erzeugung"

Schon das Wort "Umwelt" ist begrifflicher Unsinn und dient nur dazu, die Bevölkerung auf ideologische Konzepte festzulegen. Wer gewohnt ist, scharf nachzudenken und sich nicht vor irgendeinen Agit-Prop-Karren spannen zu lassen, sollte Begriffe wie "Umwelt", "Nachhaltigkeit", "Klimaschutz", "biologischer Anbau" vermeiden.

Was ist "Umwelt"? Und wie ist man zur "Umwelt" freundlich? Würde man den Begriff durch "Natur" ersetzen und dann "Natur" durch "Tiere und Pflanzen", würde man zum Beispiel rasch lernen, daß Kohlekraftwerke Pflanzennahrung ausstoßen. Windmühlen schreddern Vögel und Fledermäuse und erhöhen dadurch das Nahrungsangebot von Kleinraubtieren, die dann die Kadaver fressen. Vieles hat zwei Seiten. Es sind allein die Hohenpriester in grün, die alles ganz genau wissen. Sie lieben es, wenn wir ihre Terminologie benutzen, denn dann unterwerfen wir uns auch ihren Denkweisen.

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Hermann Rampf

..werden vom deutschen Steuerzahler subventioniert,...

...der dann zur zusätzlichen Strafe auch noch die Geräte zu völlig überteuerten Preise kaufen muss. Das ist ja schon mit normalen Autos Praxis, die im Ausland meist wesentlich billiger sind, als hierzulande.
Ausgerechnet die reichsten deutschen Firmen bekommen Subventionen.
Ich verlange von der Politik die Abschaffung ALLER Subventionen und RADIKALSTE Vereinfachung des Steuerrechts.
Der Zeitpunkt war eigentlich nie günstiger.

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Ralf  Wagner
Ralf Wagner (elweb) - 24.07.2012 23:54 Uhr

Kein Geld für die Erfahrungsträger

Leider nicht ein Euro Fördergeld für mich als Betreiber einer seit 1998 privat finanzierten Infoseite zu Elektrofahrzeugen und zeitweise des größten deutschsprachigen Forums zu Elektrofahrzeugen. - privat und zu klein -

Leute die sich bereits 20 Jahre mit Elektrofahrzeugen befassen und diese er-fahren wurden nicht gefragt nach ihren Erfahrungen. Stattdesen werden viele Dinge mit Fördergeld neu erfunden. Wenn man sieht dass Themen wie die Position des Ladeanschlusspunktes am Fahrzeug wieder neu "erforscht" werden, tuts einem leid ums Steuergeld.
Ralf Wagner

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Jürgen Wenz
Jürgen Wenz (satyrffm) - 24.07.2012 18:30 Uhr

Subventionen abschaffen, Steuersystem vereinfachen, radikal.

Wer dann wirklich Hilfe braucht, damit ist nicht das Abkassieren von Subventionen gemeint, weil sie einem hinten rein geblasen werden, der kann in sehr gut begründeten Fällen auch Geld bekommen. So verroht wie viele deutsche Berufspolitiker sind die normalen Steuerzahler nämlich nicht.

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Gerhard Haßlocher

Riecht nach Korruption

Nicht verwunderlich, dass die Superreichen auch noch mit Steuergeldern gemästet werden. Ein kleines Unternehmen bekäme sicher keine solchen Beträge, selbst wenn es gute Ideen hätte. Vermutlich wird manches wieder in Form von Parteispenden zurückfließen, denn der Volksmund weiß doch, dass derjenige gut fährt, der gut schmiert - siehe die Finanzwirtschaft.

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Frank Marx
Frank Marx (NoGreen) - 24.07.2012 17:53 Uhr

Spitze

Und das ist nur die Spitze des Eisbergs der Subventionen - Lobbyismus macht es möglich, nur der Steuerzahler hat keine Lobby.
Die Forderung von Herrn Zinser finde ich gut, alle Subventionen mit Höhe, Empfänger und Begründung im Internet veröffentlichen. Schließlich ist es unser Geld, da kann man doch wohl ein kleines Recht ableiten zu erfahren, wer unser Geld bekommt.
Solange das nicht stattfindet, spielen Politiker und Beamte mit unserem Geld Weihnachtsmann. Da bekommt auch der die größten Geschenke, der besonders brav war/ist.

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Keith Emerson

Typisch deutsche Schizophrenie-Politik

Die Vermögenden werden sich verständlicherweise kein Elektroauto kaufen. Und Otto Normalverbraucher wird sich auch keines kaufen, weil er bei unseren Strompreisen sein Auto nicht an die Steckdose hängen kann ohne seinen wirtschaftlichen Ruin herbeizuführen. Die CDU kann der Stromgerechtigkeitsdebatte nicht davon laufen; sie wird kommen und einmal mehr beweisen, daß es letztlich wieder einmal der kleine, wehrlose Bürger ist, der den Preis für die politische, undurchdachte Experimentierfreude unserer Politiker zu tragen hat.

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Edda Kuhlmann

Ei oder Henne?

Wer ist jetzt schuld - Deutschland, dass durch Subventionen immer mehr den freien Markt ausschaltet oder die Unternehmen, die das scheinbar kostenlose Geld von der Strasse aufsammeln, bevor es jemand anders tut? Nur der Verlierer steht fest: Subventionen verdraengen den freien Markt und verlagern das unternehmerische Risiko auf den Steuerzahler.

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K Zinser

Wer hat diese Gelder genehmigt ? - Name und Gesetzesgrundlage, Offenlegung

Die Autohersteller wären ja dumm wenn diese innovativ voranpreschen. Es scheint viel sinnvoller mit Entwicklungen hinter dem Busch zu halten und herumzujammern.

Andererseits, dieser Schuss kann auch nach hinten losgehen. Habe mir einen vollelektrischen Renault gekauft. Die Batterie des vollelektrischen Nissan Leaf ist in 30 Minute wieder zu 80% geladen (FAZ Technik und Motor). In einer Kaffepause !

Die deutsche Autoindustrie wird von mir, wenn es sich irgendwie vermeiden lässt, die nächsten Jahre nicht mehr mit einem Neuwagen unterstützt.

Solange wir Leute wie Anette Schavan in den, für Technische Innvationen zuständigen, Ministerien haben kann da nichts taugliches herauskommen.

Alle Subventionen gehören in einem zentralen Register im Detail offengelegt. Mit einer Gesetzesänderung ginge das auch bei den Agrarsubventionen (als Antwort auf den Beschluss eines EU Gerichtes diese Zahlen nicht mehr offenzulegen).

Auch wäre es schön zu sehen wie viele Steuern die Unternehmen bezahlen

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 24.07.2012 18:10 Uhr
Rolf Helbig
Rolf Helbig (rodot) - 24.07.2012 18:10 Uhr

"Die Batterie des vollelektrischen Nissan Leaf ist in 30 Minute wieder zu 80% geladen"

Vielleicht bei fabrikneuer Batterie - ich bin mir aber nicht sicher, ob dass nach einem halben Jahr, geschweige denn nach 3-4 Jahren immer noch so ist, um es diplomatisch auszudrücken. Wenn dieses Verschleißteil dann bei Erneuerung so viel kostet wie ein neuer Verbrennungsmotor eines Kleinwagens, der ein Autoleben lang hält, bekomme ich da meine Zweifel. Von der "ökologischen" Entsorgung und Herstellung ganz zu schweigen.

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Gerhard Dünnhaupt

Subventionsparadies Deutschland

Ohne Subventionen der Steuerzahler läuft nichts mehr, egal ob es sich um eine Autofirma oder ein Opernhaus handelt. Das ist eine Gefahr, denn selbst der Leiter einer Pleitefirma der Solarindustrie gestand nach dem Bankrott ein, dass man sich zu sehr "an die Subventionen gewöhnt hatte".

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Nikolaus Neininger

Kontinuierlicher Mißbrauch

Neu ist das Thema eigentlich nicht, nur die jeweilige Ausrichtung wechselt: Für den G-Lader mußte VW in den 80-ern neue Werkzeugmaschinen entwickeln, was sie sich mit reichlich staatlichen Fördergeldern subventionieren ließen. Damit diese sensible Technik nicht in falsche Hände geraten konnte, wurde sie natürlich patentiert - von und für VW....
Manche Aussagen sollte man regelmäßig wiederholen (...ceterum censeo...)

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Jahrgang 1972, Redakteur in der Wirtschaft.

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