http://www.faz.net/-gqe-73vdu
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 25.10.2012, 12:02 Uhr

Formel 1 Bayern LB fordert offenbar 400 Millionen Dollar von Ecclestone

Angeblich haben Mitarbeiter der Landesbank unlängst neue Aussagen ihres ehemaligen Risikochefs Gribkowsky eingesehen. Ein Sprecher der Bank bestätigte ein Schreiben an Ecclestone.

© dpa Bernie Ecclestone

Die Bayern LB fordert Finanzkreisen zufolge mehr als 400 Millionen Dollar von Formel-1-Chef Bernie Ecclestone. Eine mit der Situation vertraute Person sagte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, die Bayern LB habe zuletzt die neuen Aussagen ihres ehemaligen Risikochefs Gerhard Gribkowsky gegenüber der Münchner Staatsanwaltschaft einsehen können.

Daraus ergäben sich neue Erkenntnisse, mit denen die Ansprüche belegt werden könnten. Demnach hätte die BayernLB beim Verkauf ihrer Beteiligung an der Formel 1 Ende 2005 einen besseren Preis erzielen können. Um den Schaden für die Bank auszugleichen, würden nun über 400 Millionen Dollar gefordert. Die Constantin Medien AG hat bereits Schadensersatz-Klage gegen Ecclestone und Gribkowsky eingereicht über 171 Millionen Dollar.

Mehr zum Thema

Landesbank bestätigt Schreiben an Ecclestone

„Wir haben ein Anspruchsschreiben an die Anwälte von Ecclestone versandt“, sagte ein Sprecher der Bayern LB am Donnerstag. Zum Inhalt wollte er jedoch keine Angaben machen. Auf das Schreiben kann Ecclestone nun antworten. Finanzkreisen zufolge wurde ihm keine Frist gesetzt. Eine Stellungnahme des Briten war zunächst nicht erhältlich. Eine Klage der Bayern LB gegen Ecclestone ist zwar denkbar, ergibt sich aber nicht automatisch aus der jetzigen Initiative.

Gribkowsky war Ende Juni vom Landgericht München wegen Bestechlichkeit, Untreue und Steuerhinterziehung zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Er hat beim Verkauf des Formel-1-Pakets an den britischen Finanzinvestor CVC in die eigene Tasche
gewirtschaftet. Ausgegangen war die Bestechung von Ecclestone, dem nach dem Gribkowsky-Geständnis selbst eine Anklage droht.

Erfolg fraglich

Ob die Bayern LB die gewünschte Summe bekommt, ist fraglich. Die Bank hat auch ihren kompletten Ex-Vorstand wegen des fatalen Kaufs der österreichischen Krisenbank HGAA vor Gericht gezehrt und will in diesem Fall mindestens 200 Millionen Euro Schadenersatz. Das Landgericht München hat zwar noch kein Urteil gefällt, machte aber bereits deutlich, dass höchstens Gribkowsky und Ex-Chef Werner Schmidt haftbar zu machen seien. Das Gericht brachte einen Vergleichsvorschlag von 25 Millionen Euro - also nur ein Bruchteil der Bayern LB-Forderung - ins Spiel.

Quelle: FAZ.NET/Reuters

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
S&K-Prozess Warum Betrüger immer so übertreiben müssen

In Frankfurt stehen zwei junge Männer vor Gericht, weil sie Anleger um 240 Millionen Euro gebracht und alles in Autos, Frauen und edelsteinbesetzte Hundenäpfe investiert haben sollen. Das konnte nicht gutgehen. Mehr Von Denise Peikert

17.05.2016, 12:53 Uhr | Gesellschaft
Bundesliga Bayern-Fans freuen sich auf Mats Hummels

Der bevorstehende Wechsel von Fußball-Weltmeister Mats Hummels von Borussia Dortmund zu Bayern München ist bei den Bayern-Fans gut aufgenommen worden. Hummels, der in München aufgewachsene und in der Jugend des FC Bayern ausgebildet wurde, soll in München einen Fünf-Jahresvertrag erhalten. Bayern zahlt für Hummels nach übereinstimmenden Medienangaben rund 35 Millionen Euro. Mehr

11.05.2016, 16:05 Uhr | Sport
Formel 1 und Social Media Rosberg und das inszenierte Leben

Lewis Hamilton ist der Social-Media-König der Formel 1. Grenzen überschreitet er dabei immer wieder. Nun intensiviert auch Nico Rosberg seine Aktivitäten – und lässt einen ganz nah an sich heran. Mehr Von Michael Wittershagen, Barcelona

14.05.2016, 11:48 Uhr | Sport
Betrugsvorwurf Freispruch für Deutsche-Bank-Chef und frühere Vorstände

Mit Freisprüchen für fünf ihrer prominentesten Manager endet für die Deutsche Bank ein wichtiges Kapitel im jahrelangen Streit über die Pleite der Kirch-Mediengruppe. Das Landgericht München sprach Co-Chef Jürgen Fitschen, dessen Vorgänger Josef Ackermann und Rolf Breuer sowie zwei weitere Ex-Vorstände vom Vorwurf des versuchten Betrugs frei. Mehr

25.04.2016, 18:03 Uhr | Wirtschaft
Hummels und Sanches Münchens Multimillionen-Offensive

Zwei Transfercoups an einem Tag: Mit der Verpflichtung von Mats Hummels und Renato Sanches untermauern die Bayern ihre Vormacht im deutschen Fußball. Wer soll da noch mithalten? Mehr Von Richard Leipold, Dortmund

10.05.2016, 12:40 Uhr | Sport

Schweizer Wäsche

Von Johannes Ritter

Eine Tessiner Privatbank wird aufgelöst, weil sie einem korrupten malaysischen Staatsfonds bei der Geldwäsche geholfen hat. Richtig so. Mehr 1 2


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Umfrage Zwei Drittel der Europäer für Grundeinkommen

Gute Idee oder schlicht Schwachsinn? Immer mehr Menschen diskutieren über ein bedingungsloses Grundeinkommen. Die Schweizer stimmen bald ab. Nun kommt eine überraschende Umfrage heraus. Mehr 58

Abonnieren Sie den Newsletter „Wirtschaft“

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden