04.01.2005 · TUI will demnächst Urlauber nach Sri Lanka und auf die Ferieninsel Phuket bringen, die Malediven werden ohnehin schon wieder von vielen Gesellschaften angeflogen. Nur die wenigsten Touristen stornieren ihre Reise.
Nach Einschätzung der Schäden an Ferienanlagen durch die Flutkatastrophe in Südasien wollen deutsche Reiseveranstalter ihre Flüge in die Region zügig wieder aufnehmen. Europas größter Tourismuskonzern TUI werde ab Februar wieder Urlauber nach Sri Lanka und auf die thailändische Ferieninsel Phuket bringen, sagte Sprecher Mario Köpers am Dienstag in Hannover.
Die Malediven werden bereits wieder von zahlreichen Gesellschaften angeflogen. Die Urlauber werden dabei in unversehrte Gebiete umgeleitet. Der Reisebüro und Reiseveranstalter Verband (DRV) rief die Deutschen auf, die auf den Tourismus angewiesene Region weiter in ihre Urlaubsplanung einzubeziehen.
TUI: Viele Regionen gänzlich unversehrt
„Die Flutkatastrophe ist eine menschliche Tragödie unvorstellbaren Ausmaßes“, erklärte DRV-Präsident Klaus Laepple. „Wenn nun die betroffenen Reiseländer auch noch generell von Touristen geschnitten würden, wäre dies ein zweiter katastrophaler Schlag für die so hart getroffene Bevölkerung.“
TUI wolle so schnell wie möglich zur Normalität zurückzukehren und die Länder nicht von der touristischen Landkarte streichen, erklärte der Deutschland-Geschäftsführer des Konzerns, Volker Böttcher. Viele Regionen seien gänzlich unversehrt geblieben. Diese Gebiete abseits der betroffenen Küstenregionen könnten ohne Einschränkungen bereist werden.
Thomas Cook setzt Reisen nach Phuket aus
Auf den vergleichsweise wenig in Mitleidenschaft gezogenen Malediven seien 85 Prozent der Hotels intakt, sagte TUI-Sprecher Köpers. Im thailändischen Phuket stünden dagegen nur noch die Hälfte der Hotelkapazitäten zur Verfügung, auf Sri Lanka rund 40 Prozent. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes sind das Stadtgebiet von Colombo, die nördliche Küste und das Binnenland Sri Lankas nicht von den Folgen der Flut betroffen. Im thailändischen Taucherparadies Khao Lak, 60 Kilometer nördlich von Phuket, sei jedoch alles zerstört, sagte Köpers. Das Gebiet ist offiziell gesperrt.
Die Ferienfluggesellschaft LTU fliegt nach kurzer Unterbrechung bereits wieder zwei mal die Woche Touristen nach Colombo auf Sri Lanka, wie Sprecher Marco Dadomo sagte. Phuket werde in Absprache mit den großen Reiseveranstaltern jedoch frühestens im Februar wieder ins Programm genommen. Diese haben die thailändische Insel vorerst bis Ende Januar aus dem Programm gestrichen. Einzig vorsichtig zeigte sich Thomas Cook. Die Tochter von Lufthansa und Karstadt-Quelle will Reisen nach Phuket nach jetzigem Stand noch bis Ende April aussetzen.
Nur wenige stornieren und verlangen Geld zurück
Urlauber, die ihre bis 31. Oktober 2005 gebuchte Reisen nach Sri Lanka, Phuket oder auf die Malediven dennoch nicht antreten möchten, können bei TUI bis zum 31. Januar kostenlos auf andere Ziele umbuchen. Gäste von Thomas Cook, Neckermann und Bucher, die Urlaub auf Sri Lanka gebucht haben, können gleichfalls bis Ende Januar kostenlos umbuchen oder stornieren. Malediven-Reisende können sich bis zum 16. Januar ohne Mehrkosten für ein anderes Ziel entscheiden.
Bis jetzt scheint die Naturkatastrophe keine negativen Auswirkungen auf die Reiseveranstalter zu haben. Der größte Teil der Asienurlauber nutze die Möglichkeit zur Umbuchung, meist sogar innerhalb der Region, sagte ein Thomas-Cook-Sprecher. Lediglich fünf Prozent würden ihre Reise stornieren und das Geld zurückverlangen. Auch TUI spürt nach eigenen Angaben keine Einbußen - im Gegenteil: Aktuell liege das Buchungsplus bei Fernreisen insgesamt bei 14 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, sagte Köpers. Auch bei Reisen nach Asien gebe es weiter einen Anstieg.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.394,15 | +1,26% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2469 | −0,15% |
| Rohöl Brent Crude | 106,24 $ | −0,57% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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