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Veröffentlicht: 11.07.2017, 18:44 Uhr

Flughäfen Fluggesellschaften klagen über zu hohe Landegebühren

Die Fluggesellschaften werfen den Flughäfen vor, „Monopolrenditen“ zu erwirtschaften. Der Flughafenverband kontert, die Vorwürfe seien „vollkommen haltlos“.

von
© Kerstin Papon Eine Boeing 747 auf dem Vorfeld des Frankfurter Flughafens

Kaum haben sich die Deutsche Lufthansa und der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport verständigt, ihren Streit über Flughafengebühren nicht weiter öffentlich auszufechten, kocht der Dauerkonflikt über die Entgelte an anderer Stelle hoch. Diesmal streiten sich zwei Branchenverbände. Die europäische Fluggesellschaftenvertretung Airlines For Europe (A4E) wirft Flughäfen vor, auf Kosten von Gesellschaften und Passagieren „Monopolrenditen“ zu erwirtschaften. Der deutsche Flughafenverband ADV kontert, die Vorwürfe seien „haltlos“ und dienten bloß der „Verunsicherung von Politik und Öffentlichkeit“.

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Die von A4E vertretenen Fluggesellschaften – darunter Lufthansa, British Airways, Air France und Ryanair – drängen nun auf eine Korrektur der EU-Flughafenrichtlinie, um niedrigere Kosten und mehr Transparenz bei der Entgeltfestsetzung zu bekommen. Die Richtlinie sei „mangelhaftes Recht, es muss dringend überarbeitet werden“, sagte A4E-Geschäftsführer Thomas Reynaert. Die deutschen Flughäfen weisen dieses Ansinnen zurück. „Kein einziger deutscher Flughafen kann derzeit kostendeckende Entgelte am Markt durchsetzen. Alle Flughäfen zahlen zirka 10 bis 50 Prozent der Kosten drauf“, sagte ADV-Präsident Michael Garvens, der auch Chef des Flughafens Köln ist. Flughäfen müssten ihr strukturelles Defizit aus der Flugzeugabfertigung durch andere Einnahmen aus dem Vermieten von Läden und dem Betreiben von Parkhäusern ausgleichen. Nur 11 der 22 internationalen Flughäfen in Deutschland gelinge das.

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Genau auf diese Zusatzeinnahmen haben es die Fluggesellschaften nun abgesehen. A4E will die gängige Praxis beenden, dass Flughäfen beim Ermitteln ihrer Kosten die Einnahmen aus ihren Nebengeschäften herausrechnen und somit niedrigere Abfertigungsentgelte verhindern. Dabei werde ignoriert, dass die Zusatzeinnahmen ohne Flüge und Passagiere nie erzielt würden. Flughäfen, die den in der Branche Dual-Till genannten Berechnungsgrundsatz für Entgelte anwendeten, erzielten zudem fünfmal höhere Gewinne als Flughäfen, die gemäß eines Single-Till-Ansatzes nicht zwischen Abfertigung und Nebengeschäften unterschieden. ADV-Präsident Garvens macht eine Gegenrechnung auf: „Wenn sich Airlines immer weiter aus der Nutzerfinanzierung zurückziehen, muss das Geld aus anderen Bereichen kommen, und am Ende einer solchen Kette steht der Steuerzahler.“

Mit dem Zoff der Verbände steigt das Dauerstreitthema der Luftfahrt von der Ebene der Auseinandersetzungen an einzelnen Flughäfen auf eine übergeordnete europäische Ebene. Umso harscher fallen die gegenseitigen Anwürfe aus. Während die Flughafenorganisation mit den zahlreichen unterm Strich unprofitablen kleineren Flughäfen argumentiert, hat A4E die profitablen großen Drehkreuze wie Frankfurt, München oder Paris im Blick. Für die EU-Flughafenrichtlinie steht turnusgemäß im zweiten Halbjahr eine Überprüfung an.

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