Die Lufthansa streicht zwei Drittel ihrer für Freitag geplanten Flüge wegen der Arbeitsniederlegungen ihrer Flugbegleiter. Das gab das Unternehmen am Mittwochabend bekannt.
Die Gewerkschaft UFO hat für Freitag einen 24 Stunden dauernden Ausstand an allen deutschen Flughäfen angekündigt. Von 1800 Flügen werden nach Konzernangaben nur rund 600 garantiert starten, die von Regionalpartnern geflogen würden. Der Konzern will in der Nacht zum Donnerstag einen Notflugplan im Internet veröffentlichen.
Die Chancen, die bislang umfangreichste Arbeitsniederlegung der Flugbegleiter noch abzuwenden, stehen schlecht. Zwar lehnt der Konzern eine vom UFO-Vorsitzenden Nicoley Baublies geforderte Schlichtung nicht kategorisch ab. Dennoch erwartet die Lufthansa von der Gewerkschaft Signale für eine Verhandlungsbereitschaft.
Lufthansa-Passage-Personalvorstand Peter Gerber sagte, in einer Schlichtung könne über die Vergütung gesprochen werden, ein Verzicht auf Zeitarbeiter würde aber nicht Thema sein. Die Lufthansa hatte den Flugbegleitern zuletzt 3,5 Prozent mehr Lohn sowie ein Ende des Einsatzes von Zeitarbeitern auf Berlin-Flügen und einen Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen angeboten.
Vergütungsstruktur ist „Kern des Problems“
Nach Angaben von Gerber erweist sich im Tarifstreit die Vergütungsstruktur, die für Flugbegleiter 17 Altersstufen vorsieht, als „Kern des Problems“. Der Konzern wolle diese Stufen strecken, statt jährlichen Zuwächsen soll es alle zwei Jahre Steigerungen geben. Die UFO wolle auf diesen „Erwartungsbesitzstand“, die Aussicht auf häufige Gehaltssprünge in der Zukunft, nicht verzichten. Die Lufthansa sieht dadurch ihre Wettbewerbsfähigkeit in Gefahr.
„Ab dem fünften Beschäftigungsjahr liegen wir etwa 50 Prozent über dem Marktniveau“, sagte Gerber. Ein Flugbegleiter könne dann mit brutto fast 33.000 Euro im Jahr rechnen. Bei Air Berlin, deren Flugbegleiter länger arbeiten, liegt die Vergütung Kreisen zufolge deutlich unter 30.000 Euro. Der Maximallohn eines Lufthansa-Flugbegleiters beträgt demnach mit etwa 63.000 Euro mehr als das Doppelte des höchsten Air-Berlin-Satzes.
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