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Folge von Fipronil : Ermittlungen gegen deutsche Landwirte im Eier-Skandal

  • Aktualisiert am

Trauriges Gesicht: Eier mit Fipronil kamen auch aus Belgien. Bild: dpa

Millionen kontaminierte Eier gelangten nach Deutschland. Doch auch gegen Landwirte hierzulande hegen die Behörden nun einen Verdacht.

          Im Skandal um mit Fipronil belastete Eier wird nun auch die deutsche Justiz aktiv. Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Oldenburg erklärte an diesem Montag, dass Ermittlungsverfahren gegen niedersächsische Landwirte eingeleitet worden seien. Es gehe um den Verdacht, gegen das Lebensmittel- und Futtermittelgesetz verstoßen zu haben.

          Die Ermittlungen befänden sich noch „im Anfangsstadium“, erklärte die Sprecherin. Sie richteten sich gegen Verantwortliche derjenigen Betriebe, die positiv auf das Insektizid getestet worden seien. Medienberichten zufolge sollen drei Betriebe in der Grafschaft Bentheim sowie ein Legehennenbetrieb im Landkreis Leer im Visier der Ermittler sein.

          „Vollständige Transparenz“

          Das Schädlingsbekämpfungsmittel Fipronil war zuerst in Eiern aus Belgien und den Niederlanden nachgewiesen worden. Die dortigen Behörden nahmen bereits Ermittlungen auf. Mindestens zehn Millionen kontaminierte Eier aus den Niederlanden wurden nach Angaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums nach Deutschland geliefert, ein Teil davon gelangte in den Handel.

          Auch in einigen deutschen Legehennen-Betrieben wurde Fipronil festgestellt. Die in der Nutztierhaltung verbotene Chemikalie gelangte offenbar als Zusatz in einem Desinfektionsmittel in die Betriebe. Eine belgische Firma steht im Verdacht, dem Mittel zur Stallreinigung unerlaubt Fipronil beigemischt zu haben.

          Die belgische Lebensmittelsicherheitsbehörde wusste schon im Juni von den Fipronil-Funden, ohne andere EU-Länder zu informieren. Belgiens Landwirtschaftsminister Denis Ducarme forderte bei der Behörde am Montag einen Bericht über ihr Vorgehen an, um für „vollständige Transparenz“ zu sorgen.

          Der Bericht soll nach Angaben eines Sprechers am Dienstagnachmittag vorliegen. Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) wollte am Montag mit seinen Amtskollegen aus Belgien und den Niederlanden telefonieren, um seiner Forderung nach einer „lückenlosen Informationsweitergabe“ Nachdruck zu verleihen.

          Verband gibt Entwarnung

          Beim Menschen kann Fipronil in höheren Dosen zu Übelkeit, Erbrechen und Kopfschmerzen führen. Die von den belasteten Eiern ausgehenden Gefahren für Verbraucher sind dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) allerdings gering. Gemessen am bislang höchsten in Belgien festgestellten Wert von 1,2 Milligramm Fipronil pro Kilogramm Ei könnte dem BfR zufolge ein Erwachsener mit 65 Kilogramm Körpergewicht sieben Eier binnen 24 Stunden essen, ohne dass der gesundheitliche Richtwert überschritten wird.

          Der Verein für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen KAT, dem europaweit 2200 Legehennenbetriebe angehören, gab im Fipronil-Skandal unterdessen Entwarnung. „Das Ventil ist zu. Es gelangen keine belasteten Eier mehr frisch in den Handel“, sagte der KAT-Vorsitzende Friedrich-Otto Ripke der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Verbraucher könnten wieder unbesorgt Schaleneier deutscher Betriebe kaufen. Fast jedes Ei in deutschen Supermärkten kommt aus einem KAT-Betrieb.

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