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Finanzkrise Lehman Brothers braucht Milliarden-Kapitalspritze

09.06.2008 ·  Die amerikanische Investmentbank Lehman Brothers ist wegen der Finanzmarktkrise deutlich tiefer in die roten Zahlen gerutscht als erwartet. Im zweiten Geschäftsquartal sei ein Verlust von 2,8 Milliarden Dollar angefallen. Nun braucht die Bank eine Kapitalerhöhung um sechs Milliarden Dollar.

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Die Investmentbank Lehman Brothers ist wegen der Finanzmarktkrise deutlich tiefer als erwartet in die roten Zahlen gerutscht und braucht sechs Milliarden Dollar frisches Kapital. In dem Ende Mai abgeschlossenen zweiten Geschäftsquartal sei ein Verlust von 2,8 Milliarden Dollar oder 5,14 Dollar je Aktie angefallen, teilte Lehman auf Basis vorläufiger Zahlen am Montag in New York mit. Experten hatten im Schnitt mit einem Minus von lediglich 0,22 Dollar gerechnet. Im Vorjahresquartal hatte Lehman noch einen Überschuss von 1,3 Milliarden Dollar oder 2,21 Dollar je Aktie verbucht.

Auch die Kapitalerhöhung um sechs Milliarden Dollar ist umfangreicher, als zuletzt in den Medien spekuliert wurde. So hatte das „Wall Street Journal Europe“ am Montag unter Berufung auf Kreise von „mehr als fünf Milliarden US-Dollar“ berichtet. Die Anhebung des Grundkapitals soll weiteren Angaben zufolge über die Ausgabe von Stammaktien und Wandelpapieren erfolgen. Zum Zeitpunkt der geplanten Transaktion wurden keine Angaben gemacht.

Aktie verliert deutlich

Wegen der Probleme an den Finanzmärkten und der daraus folgenden Abschreibungen sowie Handelsverlusten erwirtschaftete die Bank in dem Vierteljahr keine Erträge und musste einen negativen Wert von 700 Millionen Dollar hinnehmen. Am Markt erwartet worden war dagegen im Schnitt ein Ertrag von 2,6 Milliarden Dollar. Im Vorjahresquartal hatte Lehman einen Ertrag von 5,5 Milliarden Dollar erwirtschaftet. Endgültige Zahlen für das zweite Geschäftsquartal will Lehman am 16. Juni veröffentlichen. Im vorbörslichen amerikanischen Handel verlor die Lehman- Aktie 11 Prozent auf 28,70 Dollar.

Er sei „sehr enttäuscht“ von den Quartalsergebnissen, sagte Lehman-Chef Richard Fuld. Mit der verbesserten bilanziellen Lage sowie der Erholung an den Finanzmärkten seit März sei Lehman aber gut positioniert, erklärte er. Die Liquiditätsreserven kletterten gegenüber dem am 29. Februar abgeschlossenen Vorquartal den Angaben zufolge von 34 auf 45 Milliarden Dollar. Das Eigenkapital per Ende Mai bezifferte die Bank auf 26 Milliarden Dollar.

Lehman musste wegen der Finanzmarktkrise bereits im April Wandelanleihen im Wert von vier Milliarden Dollar ausgeben, um Kapitallücken zu füllen. Nach dem Zusammenbruch der fünftgrößten Investmentbank Bear Stearns im März gab es am Markt immer wieder Spekulationen über Liquiditätsprobleme bei Lehman Brothers.

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Von Heike Göbel

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